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29.12.2016

18:30 Uhr

Tomtom

Es lebe der Sport

VonJoachim Hofer

Das Geschäft mit Navigationssystemen befindet sich im freien Fall. Deshalb weisen die Niederländer von Tomtom jetzt mit Computeruhren Joggern und Wanderern den Weg. Kartendaten für Autos sollen dabei künftig helfen.

Joggen mit elektronischer Hilfe: Tomtom will mit Sportuhren an frühere Erfolge anknüpfen. dpa

Frühsport

Joggen mit elektronischer Hilfe: Tomtom will mit Sportuhren an frühere Erfolge anknüpfen.

MünchenEinmal vom Weg abgekommen, ist es unglaublich schwer, wieder die richtige Richtung einzuschlagen - auch als Navihersteller. Nirgendwo wissen sie das besser als bei Tomtom. Noch vor zehn Jahren war das börsennotierte Unternehmen aus Amsterdam ein Star in der internationalen High-Tech-Szene. Mit dem Aufstieg der Smartphones aber stürzten die Niederländer ab. Die kleinen elektronischen Wegweiser waren auf einmal nur noch schwer verkäuflich.

An die glorreichen Zeiten des vergangenen Jahrzehnts kann Tomtom bis heute nicht anknüpfen. Trotzdem ist das Management zuversichtlich. „Die Navis sind noch immer sehr wichtig für uns“, meint Mike Schoofs, der Vertriebschef für Europa, Afrika und Lateinamerika. Doch er ergänzt: „Das Wachstum kommt aus dem Sport.“

In der Tat: In den Sportläden und Elektronikmärkten ist die Marke inzwischen mit einer stattlichen Kollektion an Sportuhren und Fitness-Armbändern vertreten. In den Auslagen finden sich Geräte für Läufer, fürs Gymnastik-Fans, Outdoor-Enthusiasten und Golfer; und jedes Jahr werden es mehr.

Die Strategie hat nur einen Haken. Das Geschäft mit tragbaren Navis bricht schneller weg, als die neue Sportsparte wächst. So sanken die Erlöse des Konzerns im dritten Quartal um sechs Prozent auf 239 Millionen Euro. Mehr als jedes zweite Navi in Europa stammt von Tomtom, eigentlich eine komfortable Position. Doch zwischen Juli und Ende September ist der Markt um mehr als ein Fünftel geschrumpft. Das konnte Tomtom nicht ausgleichen, obwohl sich der Umsatz der Sportuhren Unternehmensangaben zufolge verdoppelte. Detaillierte Zahlen veröffentlicht die Firma dazu allerdings nicht.

Sportuhr von Tomtom: Der große Hoffnungsträger der Niederländer. obs

TomTom Spark: Trainieren mit Musik am Handgelenk

Sportuhr von Tomtom: Der große Hoffnungsträger der Niederländer.

Ein Selbstläufer ist das Sportgeschäft allerdings keinesfalls, trotz des strammen Wachstums. Denn Tomtom steht in einem scharfen Wettbewerb mit Sportspezialisten wie Polar und Suunto, tritt aber auch gegen Smartwatch-Hersteller wie Apple und Samsung an. Und dann ist da noch ein alter Bekannter aus dem Navi-Business: Garmin. Die Amerikaner müssen ebenso wie Tomtom fallende Navi-Umsätze kompensieren. Der Vorteil des Konzerns aus Kansas: Garmin bietet schon seit mehr als zehn Jahren Sportuhren an, hat also viel mehr Erfahrung als die Niederländer.

Tomtom-Manager Schoof glaubt, dass seine Marke trotzdem künftig einen immensen Vorteil hat: die Kartendaten. Tomtom ist einer der wichtigsten Lieferanten von Routeninformationen weltweit, selbst Apple vertraut auf dem iPhone auf Tomtom. Bislang sind es vor allem Autofahrer, Brummi-Lenker und Motorradfans, die sich von Tomtoms elektronischen Landkarten leiten lassen. Doch bald schon könnten es auch die Jogger sein.

Damit nicht genug. Experten sehen die große Zeit der Computeruhren und Fitness-Tracker erst noch kommen. Die Geräte seien bisher nicht ausgereift, meinen die Marktforscher von Gartner. So lege fast ein Drittel der Nutzer von Fitness-Armbändern diese schon nach ein paar Wochen wieder zur Seite; weil sie ihnen zu langweilig sind, weil die Geräte nicht ansprechend daher kommen oder weil sie schlicht nicht richtig funktionieren. Kein Wunder, dass bislang nur rund ein Fünftel der Bevölkerung in den Industriestaaten solche Apparate am Handgelenk trägt.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

30.12.2016, 12:47 Uhr

@ALLE

Gott sei Dank fällt der 1.Januar dieses Jahr auf einen Sonntag,stellt Euch vor es wäre Montag, dann könnte man wieder einen Tag weniger kommentieren. :(
Der erste Feiertag, 26. Dez., war doch schon fürchterlich. :(
Am schönsten ist es, wenn Heiligabend an einem Freitag ist :)

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

"Herr Fritz Porters23.12.2016, 12:25 Uhr
Liebe komödiantische Kommentatorengemeinde,

es ist mal wieder ein Fest wie lustig hier kommentiert wird ...was wäre mein Tag ohne diese wunderbaren Geistesblitze, die hier gepostet werden. Herrlich :-)"


@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Ebsel, Dirnberger....

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

das ist unser geliebter

SPIEGEL

Danke

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