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18.12.2012

12:06 Uhr

„Topbonus“

Etihad kauft Mehrheit von Air Berlin-Vielfliegerprogramm

Die unter Sanierungsdruck stehende Fluggesellschaft veräußert den Hauptteil ihres Programms für treue Kunden an seinen Großaktionär aus Abu Dhabi. Schon bald soll das Geschäft abgewickelt werden.

Air Berlin-Maschinen am Flughafen Berlin Tegel. Reuters

Air Berlin-Maschinen am Flughafen Berlin Tegel.

Frankfurt/LondonDeutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin verkauft die Mehrheit ihres Vielfliegerprogramms „Topbonus“ an ihren Partner Etihad. Die Araber übernehmen für 184,4 Millionen Euro 70 Prozent der Anteile, wie die Fluggesellschaft am Dienstag in London mitteilte. Der Rest verbleibt bei der Fluglinie. Das Geld solle noch in diesem Jahr fließen. Das Vielfliegerprogramm wird auf eine eigenständige Gesellschaft englischen Rechts ausgegliedert und soll ihren Sitz in Berlin haben. Das Bundeskartellamt habe die Transaktion, die noch in diesem Jahr abgeschlossen werden soll, bereits freigegeben.

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz zogen Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn und Etihad-Chef ein positives Fazit. Im ersten Jahr der strategischen Partnerschaft seien mehr als 300.000 Fluggäste auf den gemeinsam genutzten Streckennetzen befördert worden. Zusammen haben die Airlines mehr als 100 Millionen Euro an zusätzlichen Erlösen erwirtschaftet. Allein für Air Berlin ergab ein Zuwachs von mehr als 219.000 Fluggästen und zustätzlich Erlöse von ca. 50 Millionen Euro. Derzeit fliegen Air Berlin  und Etihad gemeinsam 239 Ziele in 77 Ländern an.

Air Berlin  und Etihad Airways hatten Anfang des Jahres bekannt gegeben, dass beide Fluggesellschaften ihre Boeing-787-Dreamliner-Programme verbinden werden. Durch diese Maßnahme, die 56 Flugzeuge umfasst, konnten beide Fluggesellschaften Millionen Dollar einsparen.

Etihad aus dem arabischen Emirat Abu Dhabi ist bereits größter Aktionär der angeschlagenen Air Berlin und hatte dem Unternehmen vor knapp einem Jahr mit frischem Geld aus der finanziellen Misere geholfen. Jetzt soll Etihad das Vielfliegerprogramm „Topbonus“ weiterentwickeln und ausbauen. Dessen Mitglieder können bislang Bonuspunkte bei mehr als 120 Partnern erwerben und einlösen, von Fluggesellschaften über Hotels und Autovermietungen bis zur Tageszeitung.

Die größten europäischen Billigflieger

Platz 10

Wizz Air: 42 Flugzeuge

Die ungarische Fluglinie Wizz Air hat ihr Streckennetz vor allem in Osteuropa. In Deutschland fliegt sie mit ihren 42 Airbus A320 die Flughäfen in Dortmund, Frankfurt-Hahn, Köln/Bonn, Lübeck und Memmingen an.

Quelle: DLR Low-Cost-Monitor 1/2014 (Stand: Frühjahr 2014). Es wurden ausschließlich in Deutschland operierende Airlines in das Ranking aufgenommen.

Platz 9

Jet 2: 49 Flugzeuge

Die britische Billig-Airline Jet 2 gibt es erst seit dem Jahr 2002, trotzdem hat sie mit 49 Flugzeugen eine der größten Flotten unter den europäischen Billig-Airlines. Mit ihren 38 Boeing 737-Maschinen und elf Boeing 757 fliegt die Airline viele Urlaubsziele im Mittelmeer und außerdem New York City an.

Platz 8

Germanwings: 55 Flugzeuge

Die Lufthansa-Tochter bleibt in den Top Ten der europäischen Billigflieger. Germanwings kommt der Aufstellung zufolge auf 55 Flugzeuge in der Flotte. Weil die Lufthansa allerdings noch weitere Flugverbindungen und Maschinen an die Tochter abgibt, wird die Zahl der Flieger noch zunehmen.

Platz 7

Flybe: 59 Flugzeuge

Die britische Airline Flybe betreibt mit 37 Maschinen die größte Flotte an Bombardier Dash Q8-400 Maschinen weltweit. Dazu kommen 22 Flieger von Embraer. Flybe hat seinen Sitz in Southampton und fliegt in Deutschland die Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Stuttgart an.

Platz 6

Vueling: 72 Flugzeuge

Die spanische Fluggesellschaft Vueling startete im Jahr 2004. Die Flotte der Billig-Airline besteht aus Flugzeugen der Typen Airbus A320 und A319. Der Billigflieger gehört mittlerweile zur International Airline Group (IAG), der Mutter von British Airways und Iberia. Die Flotte wächst weiter – auch dank der Übernahme von Iberia-Verbindungen.

Platz 5

Air Berlin: 88 Flugzeuge

Die Netzwerk-Airline Air Berlin ist ebenfalls im Ranking vertreten – mit Strecken, die als Low-Cost-Flüge gelten (siehe Hinweis). Die Fluggesellschaft hat 41 Airbus A319, A320 und A321, 46 Boeing 737 und eine ATR in der Flotte.
Hinweis: Das DLR spricht bei Air Berlin von einer „Grauzone“, in der mehrere Geschäftsmodelle Anwendung finden. In das Ranking wurden nur die bisherigen Low-Cost-Strecken der in Air Berlin aufgegangenen Fluggesellschaften aufgenommen. Bei der Flotte verhält es sich offenbar ähnlich. Die komplette Flotte von Air Berlin finden Sie hier.

Platz 4

Norwegian: 91 Flugzeuge

Zu Norwegian gehören 87 Boeing 737 und vier 787, viele davon sind mit Portraits berühmter skandinavischer Persönlichkeiten geschmückt. Norwegian gehört damit mittlerweile zu den großen im europäischen Luftraum.

Platz 3

HOP!: 102 Flugzeuge

Die Fluggesellschaft ist neu im Ranking – und schießt gleich auf Rang drei vor. Das hat einen einfachen Grund: Der Zusammenschluss mehrerer ehemaliger französischer Regionalflieger unter dem Dach der Air France bedient erst seit kurzem den deutschen Markt.

Platz 2

Easyjet: 197 Flugzeuge

Die britische Fluglinie Easyjet ist die Nummer zwei der Billigflieger in Europa. Zu der wachsenden Flotte gehören 138 Airbus A319 und 59 Airbus A320.

Platz 1

Ryanair: 297 Flugzeuge

Mit einer Flotte von mehr als knapp 300 Flugzeugen ist Ryanair unumstritten die größte Billig-Airline in Europa. Und die Flotte wird noch größer: Bei Boeing haben die Iren zuletzt 175 neue Flugzeuge bestellt.

Air Berlin steckt seit Jahren in den roten Zahlen. Vorstandschef Hartmut Mehdorn versucht, die Gesellschaft mit einem Schrumpf- und Sparkurs zurück in die Gewinnzone zu hieven. Auch der Verkauf von Flugzeugen soll Geld in die Kasse bringen.


Kommentare (2)

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Account gelöscht!

18.12.2012, 11:34 Uhr

Und jetzt macht Mehdorn das nächste Unternehmen kaputt, bei der DB war er ja schon sehr erfolgreich.

Zerschlagen

18.12.2012, 12:12 Uhr

Na dann wird es nicht mehr lange dauern und Air-Berlin ist komplett ins Ausland verkauft... ein Trend den man be-obachten kann, die aktuellen Unternehmner Generation verkauft lieber anstatt weiter auszubauen... ob Ditsche, Douglas ... man verkauft fleissig Deutsche Vorzeige Unternehmen und wir wundern uns warum hier immer mehr Arbeitsplätze verloren gehen... Air-Berlin ist doch nur interessant weil die hier noch einen gewissen Namen haben und interessante Slots-besitzen... aber das wird Mehldorn schon hinbekommen das die marke verschwindet... vorher werden noch 10% der Belegschaft entlassen... Früher als LTU hatte man eigenständige Angebote dann hat man unter AirBerlin alles angepaßt und keinen USP mehr für den Kunden...

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