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27.07.2015

09:54 Uhr

Tourismus-Branche

Deutsche reisen so viel wie nie zuvor

Die deutschen Reiseveranstalter rechnen erneut mit einem Rekordjahr: Steigende Buchungszahlen sorgen derzeit für wachsenden Umsatz. Trotz der Krise bleiben auch die Buchungen für Griechenland bisher konstant.

Im vergangenen Touristikjahr erzielten die Reiseveranstalter Rekorde bei Umsatz und Teilnehmerzahlen. dpa

Im Reisebüro

Im vergangenen Touristikjahr erzielten die Reiseveranstalter Rekorde bei Umsatz und Teilnehmerzahlen.

BerlinDie Bundesbürger bleiben trotz Krisen und Terrorgefahr in bester Reiselaune. Die Branche rechnet angesichts steigender Buchungszahlen erneut mit einem Rekordjahr. „Besonders gut entwickelt sich die Türkei, auch die Balearen sind sehr gefragt und die Kanaren ebenfalls, obwohl hier der Winter die eigentliche Hochsaison ist“, sagte der Präsident des Branchenverbands DRV, Norbert Fiebig, der „Süddeutschen Zeitung“ (Montag).

„Verglichen mit dem vorigen Sommer liegen wir sowohl bei den Teilnehmerzahlen als auch beim Umsatz spürbar im Plus, beim Umsatz sogar deutlich mit einem Zuwachs im mittleren einstelligen Bereich.“ Auch Griechenland bleibe trotz Krise beliebt. „Bei den Buchungen für Griechenland sind wir auf dem Vorjahresniveau und das war ein Sensationsjahr“, sagte Fiebig.

Schwieriger sei die Lage angesichts von Anschlägen in Nordafrika. „Die Terrorakte haben natürlich eine Wirkung gezeigt, Tunesien iegt bei den Buchungen jetzt klar unter dem Niveau des vorigen Jahres.“ Auch in Ägypten sei die Lage nicht überall gut.

Deutsche mögen Kreuzfahrten

Kreuzfahrtpassagiere in Deutschland

Kreuzfahrten werden in Deutschland immer beliebter: Nach Großbritannien und Irland (werden zusammen geführt) belegt Deutschland im europäischen Passagierranking den zweiten Platz. Etwa 2,4 Prozent der Deutschen sind Kreuzfahrtpassagiere – das macht sich auch beim Umsatz auf diesem Markt bemerkbar: 2014 wurde mit einem Erlös von knapp 3,1 Milliarden Euro der Rekord aus dem Jahr 2012 eingestellt. Zum Vergleich: 1993 waren es noch 537 Millionen Euro, 2001 ziemlich genau eine Milliarde.
Quelle: Statista

Hochseekreuzfahrten sind gefragter

Hochseekreuzfahrten sind dabei deutlich beliebter als Flusskreuzfahrten. 2,7 der knapp 3,1 Milliarden Euro Umsatz entfielen 2014 auf Reisen über die Weltmeere. Dabei lohnt sich die Fahrerei sogar aus Konsumentensicht: Der durchschnittliche Reisepreis ist in den vergangenen Jahren nämlich kontinuierlich gesunken. 2007 kostete eine Hochseekreuzfahrt im Durchschnitt noch 1885 Euro, 2014 durchschnittlich nur noch 1530 Euro.

Flusskreuzfahrten lange mäßig beliebt

Flusskreuzfahrten sind deutlich günstiger – 2014 betrug der durchschnittliche Preis 952 Euro. Die Anbieter beobachteten in der Vergangenheit schwankende Passagierzahlen, in den vergangenen Jahren waren sie rückläufig: Fast 416.000 Menschen machten 2014 eine Flusskreuzfahrt. Im Jahr 2011 waren es noch 462.000. Immerhin kehrte sich der Trend im vergangenen Jahr um.

Die stärksten deutschen Kreuzfahrtunternehmen

Aida-Kreuzfahrten haben in der Branche einen guten Ruf. Das spiegelt sich in den zuletzt rasant steigenden Umsatzzahlen wieder. 2014 setzte Aida Cruises 1,3 Milliarden Euro um – fast vier Mal so viel wie noch neun Jahre zuvor. Im Gesamtranking der führenden Reiseveranstalter ist Aida Cruises Sechster. Ebenfalls steigenden Umsatz verbuchte die Tui AG mit ihren Kreuzfahrten (2008: 186,5 Millionen Euro – 2014: 281 Millionen Euro). Umsatzeinbußen gab es hingegen bei Phoenix Reisen (2008: 296,4 Millionen Euro – 2014: 280,5 Millionen Euro).

Die wichtigsten Häfen in Nordeuropa

Der Hamburger Hafen ist der größte Seehafen Deutschlands – und einer der wichtigsten Nordeuropas. Mit einem Passagieraufkommen von 552.000 Menschen im Jahr 2013 belegt Hamburg hinter Lissabon (558.000) und Kopenhagen (800.000) den vierten Platz. Einsamer Spitzenreiter ist allerdings der Port of Southampton mit einem Passagieraufkommen von fast 1,7 Millionen Menschen.

Im vergangenen Touristikjahr 2013/2014 (31. Oktober) erzielten die Reiseveranstalter Rekorde bei Umsatz und Teilnehmerzahlen. Die Unternehmen steigerten ihren Umsatz um rund eine Milliarde Euro auf die Bestmarke von 26,3 Milliarden Euro – ein Plus von fast vier Prozent.

Von

dpa

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