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10.05.2011

12:08 Uhr

Tourismus-Branche

Tui Travel hofft auf Sommerurlauber

Diesen Sommer wird wieder mehr gereist. Davon profitiert das Reiseunternehmen TUI Travel, dass angesichts der Konzern-Erwartungen für das Jahr 2011 auf Kurs ist. Aber auch das deutsche Tourismus-Gewerbe ist im Aufwind.

Tui Travel hofft auf eine gute Sommersaison. Quelle: dpa

Tui Travel hofft auf eine gute Sommersaison.

Frankfurt/WiesbadenEuropas größter Reiseveranstalter Tui Travel startet trotz der Unruhen in Nordafrika zuversichtlich in die wichtige Sommersaison. Viele Urlauber verbringen ihre zwei Wochen am Strand dieses Jahr lieber auf Mallorca als in Hurghada: "Wir haben unser Angebot in alle unseren Märkten umgebaut, um der veränderten Nachfrage nach Alternativ-Ländern wie Spanien, Griechenland und der Türkei gerecht zu werden", sagte Tui-Travel-Chef Peter Long am Dienstag. Die Unruhen in Ägypten und Tunesien hätten den Konzern im ersten Geschäftshalbjahr, das bis Ende März lief, zwar mit 29 Millionen Pfund belastet. In der anstehenden Sommerferien-Saison sei aber nicht mit weiteren negativen Effekten zu rechnen. Ganz anders der Rivale Thomas Cook: Er gestand am Montag ein, dass die Nordafrika-Folgen schwerwiegender seien als gedacht.

Auch insgesamt rechnet Tui Travel mit einem starken Sommergeschäft. Die Buchungen lägen über dem Niveau von 2010. Bemerkenswert groß sei wieder einmal die Reiselust der Deutschen - der Buchungsstand liege zehn Prozent über Vorjahr. Die gute Wirtschaftsentwicklung stütze diesen Trend. Besonders beliebt seien Ziele im westlichen Mittelmeerraum, vor allem die Balearen. Weniger erfreulich sei die Lage in Großbritannien, wo die Nachfrage stagniere.

Angesichts der Ergebnisse des ersten Halbjahres und der Sommer-Buchungen sei die Firma auf Kurs, die Erwartungen für 2011 zu erfüllen, hieß es. Marktexperten rechnen für dieses Jahr nach einer Umfrage von Thomson Reuters I/B/E/S im Schnitt mit 470 Millionen Pfund Betriebsgewinn (Ebit). Die in Londoner Börse gelistete Aktie zog um 0,6 Prozent auf 245 Pence an.

Im ersten Halbjahr fuhr Tui Travel einen operativen Verlust von 307 Millionen Pfund ein nach 322 Millionen vor einem Jahr. Vor Steuern summierte sich das Minus auf 364 Millionen Pfund. Die roten Zahlen sind keine Überraschung: Die meisten Touristikunternehmen schreiben im Winter Verluste - Geld wird erst im Sommer verdient. Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 5,2 Milliarden Pfund. Die Konzern-Mutter Tui aus Hannover wird ihre Zwischenbilanz am Donnerstag vorstellen.

Und auch der Deutschland-Tourismus ist im Aufwind: In den ersten drei Monaten des Jahres verzeichneten Hotels und Pensionen 66,5 Millionen Gästeübernachtungen, drei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden vom Dienstag entfielen davon 55,3 Millionen Übernachtungen auf Gäste aus dem Inland (plus zwei Prozent) und 11,2 Millionen auf Reisende aus dem Ausland (plus neun Prozent). Im März 2011 verbuchten die Beherbergungsbetriebe 25,2 Millionen Gästeübernachtungen - ebenfalls ein Plus von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Statistik erfasst Beherbergungsbetriebe mit mindestens neun Betten.

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