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29.09.2011

16:22 Uhr

Tourismus

Neue Strategie kostet bei Tui Hunderte Jobs

Wegen des harten Wettbewerbs auf dem Pauschalreisemarkt richtet sich Deutschlands größter Reiseanbieter Tui neu aus und streicht insgesamt 550 Stellen. Damit reagiert der Konzern auf zwei Probleme.

Eine junge Frau vor dem Tui-Logo. dpa

Eine junge Frau vor dem Tui-Logo.

HannoverDer Umbau von Deutschlands größtem Reiseanbieter Tui kostet bis zu 550 Beschäftigte den Job. Die Kürzungen sollen aber so sozialverträglich wie möglich umgesetzt werden und das Unternehmen fit für den steigenden Wettbewerb machen, teilte die Tui am Donnerstag in Hannover mit.

Unternehmen und Betriebsrat hätten sich darauf verständigt, insgesamt rund 400 Arbeitsplätze bei der Tui Deutschland abzubauen, teilte der Reisekonzern aus Hannover am Donnerstag mit. Weitere 150 Stellen fallen bei einer Vertriebs- und Service-Tochter weg, die unter anderem Call-Center betreibt. Die Anzahl der Mitarbeiter, die tatsächlich ihren Arbeitsplatz verlieren, werde allerdings kleiner sein, da etwa freie Stellen nicht mehr nachbesetzt werden. Betriebsbedingte Kündigungen seien aber nicht ganz zu vermeiden, hieß es.

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Das Reisegeschäft im Internet wächst rasant: Die Deutschen buchen ihren Urlaub immer häufiger über Onlineportale. Entsprechend aggressiv ist der Wettbewerb um die Kundschaft - ein harter Kampf mit großen Potentialen.

Tui reagiert damit auf zwei Probleme: Auf dem Pauschalreisemarkt liefern sich die Anbieter Rabattschlachten, um ihre Hotels auf Mallorca oder in der Türkei zu füllen. Gleichzeitig verlieren immer mehr Bundesbürger die Lust daran, zwei Wochen am gleichen Ort Urlaub zu machen - sie organisieren ihre Reisen lieber selbst, was dank zahlreicher Reiseseiten im Internet kein Problem ist. Tui steuert nach Aussagen von Deutschland-Chef Volker Böttcher nun gegen und richtet seine Geschäfte neu aus. Vor allem mit einer Online-Reiseplattform und neuen Hotels, die sich an bestimmte Zielgruppen wie Individualreisende wenden, solle die Profitabilität gesteigert werden. Bis 2015 solle die Zahl der neuen Urlaubsherbergen auf 136 von derzeit 40 steigen. Tui mit den Marken Airtours, Tuifly, 1-2-Fly und L'tur hatte bereits im Februar angekündigt, die Kosten senken zu müssen.

Angespannt bleibt die Lage beim Tui-Rivalen Thomas Cook . Der Europas größter Reisekonzern strich angesichts der angespannten Finanzlage seine Dividende. „Wir konzentrieren uns darauf, unsere finanzielle Flexibilität zu verbessern“, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Der Konzern arbeite dazu eng mit seinen Banken zusammen. Im Dezember muss Thomas Cook seinen Banken nachweisen, dass es die Kreditbedingungen erfüllt. Ende des Jahres ist der Barmittelzufluss traditionell gering, da sich Kunden rund um das Weihnachtsfest mit Buchungen zurückhalten. Europas zweitgrößter Reisekonzern hatte zuletzt mehrmals seine Prognosen gesenkt.

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