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12.02.2014

10:23 Uhr

Touristik-Riese

Tui schafft trotz Umbau keine großen Sprünge

Noch ist Winter, so schockieren rote Zahlen bei Tui kaum: Geld bringen erst Strandurlauber. Doch das kann nicht kaschieren, dass der Konzernumbau das miese Vorjahresergebnis kaum heben kann und Kernprobleme fortbestehen.

Warten auf bessere Zeiten, also die Strandsaison: Tui kommt nicht aus den roten Zahlen. dpa

Warten auf bessere Zeiten, also die Strandsaison: Tui kommt nicht aus den roten Zahlen.

FrankfurtTui hat trotz Fortschritten beim Konzernumbau die roten Zahlen nicht eingedämmt. Im ersten Geschäftsquartal belief sich der operative Verlust (bereinigtes Ebita) auf 141 Millionen Euro – eine Millionen weniger als im Vorjahreszeitraum, wie Tui am Mittwoch mitteilte. Im Winter schreiben Tourismusunternehmen üblicherweise rote Zahlen – Geld wird erst mit Badeurlauben im Sommer verdient.

Die Sanierung der Geschäfte mit Spezialreisen wie etwa Expeditionen oder Yacht-Kreuzfahrten komme voran, ebenso zeige der Umbau der Frankreich-Tochter Erfolge, teilte das Unternehmen mit. Das Geschäft dort leidet vor allem unter den politischen Unruhen in Nordafrika – einer bei Franzosen traditionell beliebten Urlaubsregion. Hier habe TUI reagiert und Kapazitäten aus dem Markt genommen. Des Weiteren habe die maue Nachfrage nach Ägypten-Reisen mit höheren Gästezahlen auf den Kanarischen Inseln kompensiert werden können.

Den Sanierungskurs hat der seit einem Jahr amtierende Konzernchef Friedrich Joussen dem 75.000 Mitarbeiter starke Traditionsunternehmen verordnet. Der frühere Chef von Vodafone in Deutschland hat sich einiges vorgenommen und will unter anderem das Kreuzfahrtgeschäft wieder auf die Beine bringen und das Portfolio der zahlreichen Reise- und Hotelmarken straffen. Ein Kernziel kann Joussen schon abhacken: Nach einer Durststrecke von sechs Jahren winkt den Aktionären wieder eine Dividende: Je Aktie zahlt TUI für das vorige Geschäftsjahr 15 Cent.

Welche Nation ist Reiseweltmeister?

Platz 10

Italien: Die Italiener, selbst mit einem wunderschönen Land gesegnet, gaben im Jahr 2012 über 20 Milliarden US-Dollar für Reisen ins Ausland aus.

(Quelle: UNWTO, Commerzbank Research)

Platz 9

Australien: Die Australier sind reisesüchtig. Man trifft sie an allen touristischen Hotspots der Welt. Entsprechend hoch sind ihre Ausgaben für Reisen ins Ausland - 2012 betrugen diese über 25 Milliarden US-Dollar.

Platz 8

Japan: Die Bewohner des Inselstaates gaben im vergangenen Jahr knapp unter 30 Milliarden US-Dollar bei Auslandsreisen aus. Sie bevorzugen Ziele in China, Südkorea oder den USA.

Platz 7

Kanada: Auch die Kanadier sind reisefreudig. Sie gaben im Jahr 2012 geschätzte 33 Milliarden US-Dollar dafür aus. Sie mögen besonders gerne europäische Städte: Paris und London zum Beispiel.

Platz 6

Russland: Die Russen gaben im vergangenen Jahr knapp 40 Milliarden US-Dollar bei ihren Reisen ins Ausland aus. Ein besonders beliebtes Reiseziel für betuchte Gäste aus Sankt Petersburg und Moskau: Die Mittelmeerinsel Zypern.

Platz 5

Die Franzosen gaben im Jahr 2012 knapp 40 Milliarden US-Dollar für Reisen aus.

Platz 4

England: Die Touristen aus den britischen Inseln reisen gerne nach Südeuropa - dahin, wo die Sonne den ganzen Tag scheint und das Essen schmeckt. Für ihre Reiseaufenthalte gaben die Briten im Jahr 2012 über 50 Milliarden US-Dollar aus.

Platz 3

BRD: Deutschland, lange Jahre der Reiseweltmeister, rutscht vom Thron auf Platz drei ab. Die Ausgaben betrugen das Jahr 2012 geschätzt 82 Milliarden US-Dollar.

Platz 2

Amerika: Die US-Amerikaner bleiben freudige Fernreisende. Egal, ob in der Welt oder im eigenen Land, wo sie auf faszinierende Ziele wie den Grand Canyon treffen. Ihre Ausgaben für Tourismus & Co lagen im Jahr 2012 bei über 85 Milliarden US-Dollar.

Platz 1

China: Die Touristen aus dem Reich der Mitte haben nicht nur die Deutschen vom Thron der Vielreisenden geschubst, sondern sie geben auch das meiste Geld bei ihren Reisen aus. Schätzungen zufolge betrugen die Urlaubsausgaben der Chinesen im Jahr 2012 über 90 Milliarden US-Dollar. Die Ausgaben nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent zu. Die Chinesen sind damit Reiseweltmeister.

Die Unternehmen, die unmittelbar mit chinesischen Touristen zu tun haben, stellen sich auf den Ansturm aus Asien ein. Zum Beispiel am Frankfurter Flughafen: Dort sprechen einzelne Mitarbeiter in Duty-Free-Shops mittlerweile Mandarin.

Doch für das Kernproblem von TUI hat auch der Neue vorerst keine Lösung. Joussen hat von seinem Vorgänger Michael Frenzel ein komplexes Unternehmensgeflecht geerbt: Die TUI AG aus Hannover hat ihr Reisegeschäft vor Jahren nahezu komplett bei TUI Travel in Großbritannien gebündelt. Dieses steuert das Gros der Umsätze bei. Mittlerweile bereuen die Niedersachen den Schritt, da sie nicht genug Geld in der Kasse haben, um die restlichen Anteile an der britischen Tochter zu kaufen. Der jüngste Anlauf scheiterte vor einen Jahr.

Der Konzern aus Hannover hält an seinen Erwartungen für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr fest: Der Vorstand rechnet mit einem Anstieg des bereinigten Ebita um sechs bis zwölf Prozent. Der Umsatz solle um bis zu vier Prozent wachsen.

Von

rtr

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