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07.03.2016

11:18 Uhr

Trans-o-flex

Österreichische Post verkauft deutsches Sorgenkind

Trans-o-flex wird verkauft: Die Österreichische Post schlägt ihre deutsche Logistiktochter mit einem Jahresumsatz von einer halben Milliarden Euro los. Der Käufer kommt aus Deutschland, bleibt aber vorerst unbekannt.

Ein strategischer Investor kauft die Tochter der Österreichischen Post. PR

Auslieferung von Trans-o-flex

Ein strategischer Investor kauft die Tochter der Österreichischen Post.

FrankfurtDie Österreichische Post hat nach längerer Suche einen Käufer für das deutsche Sorgenkind Trans-o-flex gefunden. Die strauchelnde Logistikfirma, die vor allem Medikamente für den Pharmabereich liefert, sei an einen strategischen Investor in Deutschland verkauft worden, teilte die Österreichische Post am Montag mit. Angaben zum Käufer und zum Kaufpreis wurden nicht gemacht. Die Genehmigung der Wettbewerbshüter werde in den nächsten zwei bis vier Wochen erwartet, sagte ein Post-Sprecher.

Dann kann die Österreichische Post endlich einen Schlussstrich unter ihre Verluste schreibende Tochter mit Sitz in Weinheim in Baden-Württemberg ziehen. Im vergangenen Jahr belastete die Firma allerdings noch das Konzern-Ergebnis, da im Zusammenhang mit der Sanierung und dem Verkauf Sondereffekte angefallen seien. In Summe mussten Wertminderungen von knapp 132 Millionen Euro vorgenommen werden.

Der operative Gewinn (Ebit) der Post sank daher 2015 auf 89,0 Millionen Euro nach 197 Millionen Euro im Jahr zuvor. Unter dem Strich schrumpfte der Gewinn nach Sondereffekten auf 71,6 (Vorjahr: 146,8) Millionen Euro. Bereinigt um die Effekte lag der Konzerngewinn mit 142,2 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahreswert. Die endgültigen Ergebnisse und die Dividende will die Post am Donnerstag bekannt geben.

Die Konkurrenten der Deutschen Post

DPD

DPD Deutschland gehört zur DPD Group, nach eigenen Angaben das zweitgrößte Netzwerk von Paketdiensten in Europa. Die Zentrale des Unternehmens mit 7500 Mitarbeitern ist in Aschaffenburg (Bayern). Im März 2015 kündigte der Paketdienst an, die Deutsche Post DHL mit einer einheitlichen europäischen Marke herauszufordern. So soll das Paketnetz europaweit auf 22.000 Stationen erweitern werden.

Quelle: dpa

Pin Mail AG

Bei dem Postdienstleister mit Sitz in Berlin dominiert die Farbe Grün - statt Post-Gelb. Die Firma hat rund 1150 Mitarbeiter und beförderte 1999 in der Hauptstadt die ersten Briefsendungen.

Hermes

Der international tätige Handels- und Logistikdienstleister ist ein Tochterunternehmen der Otto Group und beschäftigt rund 9000 Mitarbeiter in Deutschland. In Europa bewegte die Hamburger Firma im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 530 Millionen Sendungen im Paket- und Logistikgeschäft. Deutschland gehört zu den Kernmärkten.

TNT

Das niederländische Unternehmen ist nach eigenen Angaben einer der weltweit führenden Anbieter von Expressdienstleistungen für Geschäftskunden. Dazu gehört die deutsche TNT Express GmbH mit Sitz in Troisdorf (Nordrhein-Westfalen) mit etwa 3700 Mitarbeitern. Im Jahr 2013 hatten die EU-Wettbewerbshüter eine Fusion mit dem US-Paketdienst UPS untersagt.

UPS

Der US-Paketdienstleister bezeichnet sich als der größte Express- und Paketzustelldienst weltweit mit rund 435 000 Mitarbeitern. Im April 2015 kündigte UPS-Deutschland-Chef Frank Sportolari in der „Wirtschaftswoche“ an, dass der Konzern eine Milliarde Euro in Europa investieren wolle - unter anderem in den Ausbau seiner Sortierzentren und in neue Paketshops.

Anleger reagierte dennoch erfreut. Die Post-Papiere stiegen in einem schwächeren Wiener Markt um ein Prozent auf 34,2 Euro.

Die teilstaatliche Post hatte Trans-o-flex vor rund zehn Jahren zu gut 300 Millionen Euro erworben. Die Logistikfirma schrieb zuletzt bei einem stagnierenden Umsatz von rund einer halben Milliarde Euro rote Zahlen. Dem Unternehmen, das laut Post einen Marktanteil im einstelligen Bereich hat, setzte der harte Wettbewerb und Preiskampf am Heimatmarkt Deutschland zu. Der Firmenwert musste immer wieder reduziert werden. Im April 2015 stand die deutsche Tochter nur noch mit über 100 Millionen Euro in den Büchern. Da die Sanierung schleppend voran kam, entschied sich die Post im Vorjahr für einen Verkauf.

Von

rtr

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