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15.04.2012

12:06 Uhr

Transport

Logistikkonzerne sind im Übernahmerausch

Die Transporteure von Paketen, Containern und eiligen Sendungen kaufen zu wie selten zuvor. Sie wollen sich in anderen Geschäftsfeldern etablieren - und dafür das vorhandene Netzwerk ihrer Subunternehmen nutzen.

Der US-Konzern UPS hat Mitte März den Konkurrenten TNT übernommen - nur eine von vielen Übernahmen in der Logistikbranche. dapd

Der US-Konzern UPS hat Mitte März den Konkurrenten TNT übernommen - nur eine von vielen Übernahmen in der Logistikbranche.

DüsseldorfVor drei Wochen noch rieben sich Branchenexperten verwundert die Augen. 5,2 Milliarden Euro, hieß es am 19. März in einer Mitteilung an der Börse, wolle der US-Expressriese UPS auf den Tisch legen, um den niederländischen Wettbewerber TNT zu übernehmen. Das sind 54 Prozent mehr, als das Unternehmen vor der ersten Offerte im Februar wert war. Dabei schreibt der weltweit viertgrößte Anbieter eiliger Paketzustellungen nicht einmal schwarze Zahlen.

Inzwischen zeigt sich: Die geplante Mega-Übernahme ist lediglich Teil einer riesigen Kaufwelle im Logistikmarkt. 177 Akquisitionen mit einem Gesamtvolumen von 8,2 Milliarden Dollar zählte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG allein im ersten Quartal 2012 in der Branche, darunter der 361 Millionen Dollar schwere Verkauf des Duisburger Chemielogistikers Lehnkering an die südafrikanische Imperial Holdings.

Gleichzeitig wurden in diesem Zeitraum 147 Übernahmen mit einem Transaktionsvolumen von 19,7 Milliarden Dollar angekündigt. Neben dem TNT-Deal schlug der Teilverkauf von Hapag-Lloyd durch Tui zu Buche, der die Erwerber 624 Millionen Dollar kosteten wird.

Als hätte es die Milliardenzukäufe unter dem ehemaligen Post-Chef Klaus Zumwinkel nie gegeben, die den Bonner Dax-Konzern zeitweise in eine tiefe Krise stürzten, kaufen die Wettbewerber längst wieder weltweit ein.

So bedienten sich private Finanzinvestoren reichlich, als der angeschlagene Tankerkonzern Frontline des norwegischen Reeders John Fredriksen zum Jahresanfang Schiffe und Firmenanteile im Wert von 1,8 Milliarden Dollar zum Verkauf stellte. Der nächste Mega-Deal folgte kurz danach. Für 1,4 Milliarden Dollar griff die dänische Reederei Malt LNG Ende Februar bei den zum Verkauf stehenden Gastankern des Wettbewerbers Maersk zu.

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