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12.08.2014

16:31 Uhr

Treasury Wine Estates

„Heuschrecken“ jagen Mega-Winzer

VonBarbara Bierach, Katharina Matheis, Jürgen Röder

Kurzfristiges Renditedenken bei einem langfristig orientierten Weingut: Zwei US-Investmentfirmen kämpfen um die Macht beim australischen Nationalheiligtum. Kann das gutgehen? Oder ist das ganze nur ein Steuersparmodell?

Zwei US-Beteiligungsgesellschaften kämpfen um die Macht beim australischen Weinkonzern Treasury Wine Estate. Doch ob der in den Händen einer Investmentgesellschaft überleben würde, ist noch ungewiss.

Zwei US-Beteiligungsgesellschaften kämpfen um die Macht beim australischen Weinkonzern Treasury Wine Estate. Doch ob der in den Händen einer Investmentgesellschaft überleben würde, ist noch ungewiss.

Die Jagd um das trinkbare australische Nationalheiligtum Penfolds Grange ist in vollem Gang. Die Jäger sind zwei amerikanische Beteiligungsgesellschaften: erstens Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR), die schon im April ein Angebot abgegeben haben und dies nun auf 5,20 Dollar pro Aktie erhöht haben.

Zweitens ist die Private-Equity-Gesellschaft TPG Capital auf der Pirsch, die laut der australischen Wirtschaftszeitung „Australian Financial Review“ gleiche Bedingungen wie KKR bieten soll – und damit 3,4 Milliarden australische Dollar (rund 2,45 Milliarden Euro) zahlen will. Das Wild im Visier ist der weltweit zweitgrößte börsennotierte Weinproduzent der Welt Treasury Wine Estates, der neben dem berühmtesten australischen Wein Penfolds Grange auch Marken wie Wolf Blass, Rosemount und Lindeman's sowie weitere rund 80 Weinlinien im Portfolio hat.

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Supermärkte auf der einen und der Online-Verkauf auf der anderen Seite nehmen den Weinfachhandel in die Zange. Dieser Branche stehen in den nächsten Jahren offenbar dramatische Umwälzungen bevor.

Laut dem australischen „Sydney Morning Herald“ könnte mit der Carlyle Group sogar ein dritter Bieter am Horizont erscheinen. Angeblich hat Carlyle schon bei dem Coca-Cola Amatils ehemaligem Managing Director Terry Davis nachgehört, ob er Lust habe, künftig Treasury Wines zu führen. Davis kennt den Laden, vor seiner Zeit bei Coke führte er das Weingeschäft beim australischen Getränkekonzern Foster's Group, das später als Treasury Wines ausgegliedert wurde.

Er war der Chef, als Foster's Weinarm in 2000 in Kalifornien für 2,9 Milliarden australische Dollar Beringer Wine Estates übernahm. Damals wurden zwei Milliarden Dollar an Steuerverlusten auf das Unternehmen übertragen. Der Sydney Morning Herald spekuliert nun, dass das US-Weingeschäft von Treasury Wines nur noch 900 Millionen australische Dollar wert ist – und dass die Organisation, die es nun übernimmt, vor allem auch an diesen zwei Milliarden Dollar Steuervorteil interessiert sei. Damit könnte der Käufer dann Kapitalerträge anderswo ausgleichen, was für globale Private-Equity-Fonds hoch attraktiv sei.

Für KKR, die im Verbund mit ihrem Juniorpartner Rhone Capital antritt, hat Treasury schon die Bücher geöffnet, nun sollen auch die weiteren Interessenten einen Blick ins Zahlenwerk tun dürfen. Das signalisiere Offenheit für eine Übernahme, so die australische Presse. Die Börse reagierte mit einem Plus von 3,9 Prozent für Treasury Wines.

Kommentare (1)

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Herr Andreas Maehler

12.08.2014, 18:55 Uhr

...................Heuschrecken“ jagen Mega-Winzer............


Und beklauen deutsche

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