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13.03.2014

09:22 Uhr

Trotz Gewinnrückgang

Lufthansa zahlt wieder eine Dividende

Die Kosten für den Konzernumbau lasten weiter auf der Lufthansa-Bilanz: Die Airline verdiente im vergangenen Jahr deutlich weniger. Dennoch erhalten die Aktionäre im Gegensatz zu 2012 wieder eine Dividende.

Freude bei Lufthansa-Aktionären: Trotz des Gewinn-Rückgangs erhalten die Anteilseigner eine Dividende. dpa

Freude bei Lufthansa-Aktionären: Trotz des Gewinn-Rückgangs erhalten die Anteilseigner eine Dividende.

FrankfurtDie Lufthansa hat 2013 wegen der Kosten für den Konzernumbau operativ weniger verdient. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) sei voriges Jahr um 17 Prozent auf 697 Millionen Euro gesunken, teilte der Frankfurter Konzern am Donnerstag mit. Unter dem Strich ging der Überschuss um 75 Prozent auf 313 Millionen Euro zurück.

Allerdings hatte die Lufthansa 2012 hohe Einmalerlöse verbuchen können, unter anderem aus dem Verkauf von Unternehmensteilen. Der Umsatz des Konzerns veränderte sich den Angaben zufolge kaum und blieb bei rund 30 Milliarden Euro.

Mit seinen Gewinnzahlen Schnitt Deutschlands größte Fluglinie besser ab als von Analysten erwartet. Von Reuters befrage Experten hatten mit einem Ebit von 675 Millionen Euro und einem Überschuss von 245 Millionen Euro gerechnet.

Das sind die Konfliktfelder der Lufthansa

„Kriegserklärung der Lufthansa“

Die Lufthansa steuert auf den nächsten Streik zu. Seit zwei Jahren kann sich der Luftverkehrskonzern mit seinen Piloten nicht auf einen neuen Gehaltstarif einigen. Das Ergebnis der Urabstimmung wird am 21. März bekanntgegeben. Für zusätzlichen Zündstoff sorgt der Umstand, dass Lufthansa zum Jahresende sowohl die betriebliche Altersversorgung als auch die sogenannte Übergangsversorgung für das fliegende Personal gekündigt hat. Die Pilotengewerkschaft „Vereinigung Cockpit“ (VC) sprach in diesem Zusammenhang von einer „Kriegserklärung“. Die Konfliktfelder im Einzelnen.

Pilotengehälter

Die Piloten gehören mit Spitzengehältern von bis zu 250.000 Euro im Jahr zu den Topverdienern im Konzern, erwarten aber auch regelmäßige Gehaltserhöhungen, die mindestens die Inflation ausgleichen und sie am Produktivitätszuwachs teilhaben lassen. Die Verhandlungspositionen sind weit voneinander entfernt: Aktuell hat die VC die Forderungen für zwei Jahre bis Mitte 2014 auf rund 10 Prozent addiert. Lufthansa will hingegen erst im Jahr 2016 eine Tabellensteigerung um 3 Prozent zahlen und bis dahin mit erfolgsabhängigen Einmalzahlungen arbeiten, die auch ganz wegfallen können, wenn die operative Marge im Passagiergeschäft nicht stimmt. Nach bislang vorliegenden Geschäftszahlen aus dem dritten Quartal hätte es bei der mitten in einem riesigen Sparprogramm steckenden Gesellschaft für 2013 schon mal keine Einmalzahlung gegeben.

Übergangsversorgung

Bis zum Jahreswechsel konnten Piloten mit frühestens 55 Jahren mit bis zu 60 Prozent ihrer Bezüge in den Vorruhestand gehen. Lufthansa sieht keine Rechtsgrundlage mehr für die Übergangsversorgung, weil Lufthansa-Kapitäne im September 2011 vor dem Europäischen Gerichtshof erstritten haben, bis zur internationalen luftfahrtrechtlichen Grenze von 65 fliegen zu dürfen. Aus Sicht der Gewerkschaft macht aber das bisherige Endalter von 60 Jahren nach deutscher Rechtsprechung auch tarifpolitisch Sinn, weil die Alten Platz für Jüngere machten und zudem das Unternehmen Teile der sehr hohen Gehälter der Alt-Kapitäne spare.

Lufthansa argumentiert mit den laufenden hohen Kosten: Im Schnitt müssten jährlich zusätzlich 8 Prozent des Pilotengehalts für die Übergangsrente zurückgelegt werden. Nach geltender Rechtslage könnten Kabinenmitarbeiter bis zum gesetzlichen Rentenalter fliegen, die Piloten bis 65, so dass eine Übergangsversorgung nicht mehr nötig sei. Für zwei Jahre will das Unternehmen die alten Regelungen noch anwenden, ohne sie juristisch anzuerkennen.

Lizenzverlustsicherung

In der Übergangsversorgung ist auch eine von der Lufthansa bezahlte Versicherung enthalten, die bei Verlust der Pilotenlizenz mit Zahlungen eintritt. Diese Regelung bleibt nach Lufthansa-Lesart trotz der Kündigung weiter in Kraft. Die Piloten müssen sich auch privat gegen den Lizenzverlust absichern, indem sie ganz am Anfang ihrer Laufbahn eine entsprechende private Versicherungspolice abschließen.

Betriebsrenten

Wie andere Unternehmen auch hat Lufthansa bislang ein Betriebsrentensystem, das den Beschäftigten im Voraus bestimmte monatliche Zahlungen garantiert. Im Schnitt erhalten die Kranich-Rentner monatlich 700 Euro Betriebsrente. Den Rentenansprüchen liegen allerdings Rendite-Erwartungen zwischen 6 und 7 Prozent zugrunde, die derzeit am von Niedrigzinsen geprägten Kapitalmarkt nicht zu erzielen sind. Das Unternehmen will künftig nur noch die Höhe seines Zuschusses garantieren, nicht aber die auszuzahlende Rente.

Verhandelt werden muss das mit allen Beschäftigtengruppen, die auf ihre bislang erworbenen Ansprüche pochen können. Wird keine Lösung gefunden, gelten für die Stammbeschäftigten die alten, von Lufthansa einseitig gekündigten Bestimmungen weiter. Eine schnelle Einigung mit allen Gewerkschaften scheint daher unwahrscheinlich. Nachteile erleiden zunächst nur Neueingestellte, die keinerlei Zusagen zu Betriebsrenten erhalten.

Trotz des Gewinnrückgangs zahlt die Kranich-Airline für 2013 eine Dividende von 0,45 Euro je Aktie. Im Vorjahr waren die Ausschüttungen wegen der schlechten Geschäftslage gestrichen worden, nachdem für 2011 noch 0,25 Euro je Aktie gezahlt worden waren. Damit ist die Ausschüttung fast dreimal so hoch wie Analysten erwartet hatten. Für die Aktionäre war das ein Grund zum Jubeln. Sie schoben die Aktien der Lufthansa zwischenzeitlich über 6,5 Prozent ins Plus. Damit waren die Papiere der Kranich-Airline mit Abstand die größten Gewinne im Dax.

Die gute Entwicklung im Kerngeschäft sei Grund gewesen, wieder eine Dividende zu zahlen, sagte der scheidende Konzernchef Christoph Franz. Damit meint er das Fluggeschäft mit den Airlines Lufthansa und Germanwings, denen 2013 die Trendwende gelang. Die beiden Fluglinien fuhren zusammen 265 Millionen Euro operativen Gewinn ein, nach mageren 15 Millionen im Jahr davor.

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