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03.09.2014

11:26 Uhr

Trotz Kritik an GDL

Lokführer wollen schnell wieder streiken

Für den Streik am Montag erntete die GDL viel Kritik. Trotzdem lässt sich die Lokführergewerkschaft nicht beirren. Die GDL kündigt einen Warnstreik in den nächsten Tagen an – und es wird keine lange Vorlaufzeit geben.

Reisende am Montag in Hannover: Die Lokführergewerkschaft kündigt einen neuen Ausstand in Kürze an. dpa

Reisende am Montag in Hannover: Die Lokführergewerkschaft kündigt einen neuen Ausstand in Kürze an.

BerlinDie Lokführergewerkschaft GDL will den Bahnverkehr in den nächsten Tagen noch einmal ohne lange Vorwarnzeit mit einem Warnstreik durcheinanderwirbeln. Am Montag hatte die Aktion 14 Stunden Vorlauf. „Viel länger ist aus unserer Sicht nicht gut“, sagt GDL-Chef Claus Weselsky am Mittwoch im ZDF. „Dann fängt die Bahn an, ganz andere Dispositionsmaßnahmen zu ergreifen.“ Weselsky kündigte zudem einen weiteren Warnstreik „in den nächsten Tagen“ an.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer ringt mit der Bahn darum, eigenständig für das Zugpersonal Tarifverhandlungen führen zu können. Ihr dreistündiger Warnstreik hatte am Montagabend Zehntausende Fahrgäste und den Güterverkehr getroffen. Im Fernverkehr seien bundesweit rund 150 Züge von Ausfällen und Verspätungen betroffen gewesen, im Güterverkehr habe es bei etwa 50 Zügen Beeinträchtigungen gegeben, teilte die Bahn mit.

Im Tarifstreit bei der Deutschen Bahn geht es nicht nur um höhere Löhne, sondern vor allem um einen Machtkampf zwischen der GDL und der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Kern des Konflikts ist, dass die GDL dies nicht mehr allein für die 20.000 Lokführer fordert, sondern auch für rund 17.000 Zugbegleiter und Rangierführer. Diese Eisenbahner will die größere Konkurrenzgewerkschaft EVG aber weiter vertreten.

Fakten zur Deutschen Bahn

Beförderte Güter im Schienenverkehr

Die Logistiksparte der Bahn transportierte Güter mit einem Gesamtgewicht von 189,9 Millionen Tonnen (ein Minus von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Die Zahlen stammen aus dem 1. Halbjahr 2014.

Fahrgäste Bahnverkehr

Fahrgäste Bahnverkehr im ersten Halbjahr in Deutschland: 1,001 Milliarden (Vorjahr: 991 Millionen). Davon waren 62,2 Millionen im Fernverkehr unterwegs (minus 0,5 Prozent).

Gewinn vor Zinsen und Steuern

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug im ersten Halbjahr 2013 1,088 Milliarden Euro (1,018 Milliarden Euro im Vorjahr).

Halbjahresergebnis nach Steuern

Halbjahresergebnis nach Steuern: 642 Millionen Euro (Vorjahr: 554 Millionen Euro).

Mitarbeiter

Mitte Juni 2014 hatte der Staatskonzern etwa 296.900 Mitarbeiter, 0,4 Prozent mehr als zum selben Zeitpunkt 2013.

Umsatz

Die Deutsche Bahn verbuchte im ersten Halbjahr 2014 einen Umsatz von 19,73 Milliarden Euro (19,37 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum).

Im Gegenzug hat die EVG angekündigt, sie wolle nun für die gesamte Bahn-Belegschaft inklusive Lokführer verhandeln. Dabei geht es um rund 160.000 Beschäftigte. Die Bahn lehnt parallele Verhandlungen für die gleiche Beschäftigtengruppe ab. Die GDL verlangt fünf Prozent mehr Lohn, die Kürzung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 37 Stunden sowie bessere Schichtpläne.

Die Bundesregierung will mit einem Gesetz zur Tarifeinheit die Arbeitskämpfe durch kleinere Spartengewerkschaften und die Tarifkonkurrenz in Betrieben eindämmen. Eckpunkte hatte das Arbeitsministerium bereits vor der Sommerpause erarbeitet, das Vorhaben wurde aber angesichts zahlreicher juristischer Fragen verschoben. „Wir legen Richtung Herbst einen Gesetzentwurf vor, der dann auch verfassungs- und rechtskonform sein wird“, sagte ein Sprecher des Arbeitsministeriums am Dienstag.

Kommentare (6)

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Herr Tom Beck

03.09.2014, 12:08 Uhr

Ich habe Null Verständnis für den Streik. Jedes Jahr muss das wirklich sein? Vor allem konkurrieren jetzt zwei Gewerkschaften das ist doch Wahnsinn! 37 Std. Woche lächerlich! Die Gewerkschaften sollten eher dafür kämpfen das die Arbeitsplätze sicher bleiben und mehr für die Schiene als Teil des Verkehrsnetzes getan wird. Bahnfahren ist ohnehin viel zu teuer!

Herr Johann Brädt

03.09.2014, 12:42 Uhr

90% der DB-Züge waren betroffen, diese vertritt gerade mal 34.000 Mitglieder. Ist das noch verhältnismäßig, wenn dadurch hunderttausende Bürger und Unternehmen zu Schaden kommen? Die GDL schafft damit einen Präzidenzfall für den Gesetzgeber.

Herr Wolfgang Trantow

03.09.2014, 13:07 Uhr

Seltsam! Streikt die Wirtschaft, interessiert es Niemanden. Nur streiken Erzieher für bessere Bedingungen und angemessenes Gehalt (Höhe wie Banker und Politiker) ist jeder dagegen!!!!! Warum sind Deutsche so kinderfeindlich???

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