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18.04.2012

14:17 Uhr

Trotz Sparkurs

Lufthansa will zu den Großen gehören

Die Lufthansa will braucht eine gewisse Größe, um sich zu behaupten. Sie will aber in Zukunft noch gründlicher prüfen, ob sie sich mit Zukäufen womöglich übernimmt.

Lufthansa-Chef Christoph Franz in Frankfurt. Reuters

Lufthansa-Chef Christoph Franz in Frankfurt.

FrankfurtLufthansa-Chef Christoph Franz kann sich trotz des harten Sparkurses des Konzerns künftig noch Käufe von anderen Airlines vorstellen. Die Lufthansa brauche eine gewisse Größe, um sich langfristig zu behaupten, sagte Franz in einem am Mittwoch vorab vorliegenden Interview mit dem „Manager Magazin“ auf die Frage, ob er Übernahmen ausschließe.

Franz erklärte, er würde nicht sagen, die Lufhansa mache nichts mehr. „Aber wir sehen uns ganz genau an, was wir uns zutrauen wollen.“ Jedoch seien Käufe aufwendig, da die neu gekauften Fluglinien meist saniert werden müssten.„Airlines stehen nicht zum Verkauf, wenn sie hochprofitabel sind, sondern wenn es ihnen schlechtgeht.“

Wie viel Arbeit das ist, erlebt Franz derzeit bei der Lufthansa-Tochter Austrian Airlines (AUA). Das Management in Wien ringt seit Monaten mit dem Bordpersonal um neue Tarifverträge, um die Kosten bei der verlustträchtigen Airline zu senken. Die Piloten etwa erhalten teilweise automatische Gehaltssteigerungen von sieben Prozent im Jahr und eine üppige Pension vom Unternehmen. Diese Arbeitsverträge wollen die Piloten nicht
aufgeben.

Falls es nicht zu einer Einigung kommt, will die Lufthansa den Flugbetrieb der Airline auf die Regionalflugtochter Tyrolean Airways übertragen. Genauer: Die Austrian-Tarifverträge sollen auf jene der Tyrolean transferiert werden. Dort verdient das Flugpersonal 20 bis 25 Prozent weniger. Der Austrian-Aufsichtsrat entscheidet am Donnerstag darüber.

Franz wollte in dem Interview nicht sagen, ob Austrian dann geschlossen werden müsse. „Es ist unser Ziel und unser Ehrgeiz, die Sanierung von AUA hinzubekommen.“ Allerdings gebe es bei der Lufthansa keine „geschützte Zone“ mehr, in der Verluste dauerhaft hingenommen werden könnten.

Die größte deutsche Fluggesellschaft war 2011 mit 13 Millionen Euro in die roten Zahlen gerutscht. Die Lufthansa unternimmt viel, um dieses Jahr wieder einen Überschuss auszuweisen. Wichtigste Maßnahme ist ein neues Sparprogramm, mit dem das Ergebnis bis 2014 um mindestens 1,5 Milliarden Euro gesteigert werden soll.

Von

rtr

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