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08.03.2012

10:13 Uhr

Trotz Umsatzplus

Fraport verbucht Gewinnrückgang

Der Flughafen-Betreiber Fraport hat 2011 mehr Passagiere befördert und seinen Umsatz gesteigert. Im Vergleich zum Vorjahr sank aber der Überschuss.

Ein Passagier schaut durch ein Fenster auf dem von der Fraport AG betriebenen Flughafen in Frankfurt. dapd

Ein Passagier schaut durch ein Fenster auf dem von der Fraport AG betriebenen Flughafen in Frankfurt.

BerlinDer tagelange Streik der Vorfeld-Beschäftigten am Frankfurter Flughafen dämpft die Geschäftsaussichten des Betreibers Fraport. Wegen des Arbeitsausstandes dürfte die Zahl der Passagiere 2012 nicht mehr wie bisher prognostiziert um vier Prozent wachsen, teilte Fraport am Donnerstag mit. Dank der umstrittenen neuen Landebahn am Frankfurter Airport und gut laufender Auslandsgeschäfte erwartet Fraport in diesem Jahr aber weiteres Gewinn- und Umsatzwachstum. Das Betriebsergebnis (Ebitda) solle 2012 mindestens fünf Prozent zulegen und der Umsatz mehr als 2,5 Milliarden Euro erreichen. Der Ausblick überzeugte die Anleger nicht: Die Fraport-Aktien waren im frühen Handel größter Verlierer im Nebenwerteindex MDax.

„Der detailliertere Ausblick auf 2012 erscheint uns etwas konservativ, vor allem was das Ebitda angeht, und bietet Raum für Verbesserungen“, kommentierte DZ-Bank-Analyst Robert Czerwenksy die Prognose. Allerdings äußere sich Fraport am Anfang des Jahres meist etwas zurückhaltend.

Die Flugzeugeinweiser hatten am größten deutschen Flughafen mit Unterbrechungen zwei Wochen lang die Arbeit ruhen lassen - rund 1800 Flüge fielen aus. Beendet wurde der Streik erst vor gut einer Woche von einem Gericht. Der Tarifclinch zwischen Fraport und der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) ist weiter nicht beigelegt. Die Lufthansa, die rund 60 Prozent der Flüge von und zum Frankfurter Airport bestreitet, beklagte schon eine Buchungszurückhaltung der Passagiere wegen der Streiks.

Ebenso ungelöst ist der Fluglärm-Konflikt zwischen dem Airport und den Anwohnern. Seit Eröffnung der vierten Landebahn protestieren viele Einwohner des dichtbesiedelten Rhein-Main-Gebiets gegen die gestiegene Lärmbelastung. Seit einer Gerichtsentscheidung sind Starts und Landungen nachts verboten - ob das so bleibt, verhandelt nächste Woche das Bundesverwaltungsgericht.

In seinem Geschäft profitierte Fraport 2011 von der neuen Landebahn, die im Oktober eröffnet wurde. Das Betriebsergebnis legte um 13 Prozent auf den Rekordwert von 802,3 Millionen Euro zu. Es lag damit aber unter den Analystenerwartungen. Der Umsatz stieg um acht Prozent auf knapp 2,37 Milliarden Euro. Der Überschuss sank 2011 um 7,6 Prozent auf 250,8 Millionen Euro. Allerdings hatte Fraport 2010 von einem Sondereffekt - der Auflösung einer 80 Millionen Euro schweren Steuerrückstellung - profitiert. Die Aktionäre sollen für 2011 wie im Vorjahr eine Dividende von 1,25 Euro je Aktie erhalten.

Von

rtr

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