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31.07.2014

09:07 Uhr

Trotz Verlust

Metro-Chef Koch soll um drei Jahre verlängern

Jahresprognose eingegrenzt: Der deutsche Handelskonzern Metro muss die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr drosseln. Metro-Chef Olaf Koch kann sich zudem auf eine neue Amtszeit freuen.

Mit Metro-Chef Olaf Koch in die Zukunft: Die Metro AG legt aktuelle Zahlen vor. Reuters

Mit Metro-Chef Olaf Koch in die Zukunft: Die Metro AG legt aktuelle Zahlen vor.

DüsseldorfDer Handelsriese Metro kämpft mit den Folgen seines Konzernumbaus. Kosten für Standortschließungen und die Sanierung von Europas größter Elektronikhandelskette Media-Saturn drückten den Konzern im dritten Quartal seines Geschäftsjahres 2013/14 in die Verlustzone. Metro-Chef Olaf Koch verwies indes darauf, dass Metro beim flächenbereinigten Umsatz zugelegt habe.

Seine Jahresprognose musste der Metro-Chef am Donnerstag dennoch weiter eingrenzen - negative Währungseffekte durch den starken Euro-Kurs würden den Gewinn im Geschäftsjahr „im hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich belasten“, räumte er ein. Der Metro-Chef kann darauf setzen, den Umbau des Konzerns mit Töchtern wie Kaufhof und Real weiter vorantreiben zu können: Der Personalausschuss des Aufsichtsrats empfahl, seinen Vertrag um drei Jahre zu verlängern.

Größte Einzelhändler weltweit (Umsatz 2012)

Platz 10

Best Buy (USA)

Die US-Amerikaner aus Richfield, Minnesota, sind einer der führenden Anbieter für Unterhaltungselektronik. Der Umsatz im Jahr 2012 betrug 50,7 Milliarden Dollar.

Platz 9

Walgreens (USA)

Mit rund 7.000 Filialen in den USA und Puerto Rico, von denen ein Drittel 24 Stunden am Tag geöffnet sind, schafft es Walgreens unter die zehn größten Einzelhändler. Am Hauptsitz in Deerfield, Illinois, konnte man sich 2012 über einen Umsatz von 71,6 Milliarden Dollar freuen.

Platz 8

Home Depot (USA)

Die Amerikaner bezeichnen sich selbst als größte Baumarktkette der Welt. Was den Umsatz angeht, haben sie recht. Mit rund 74,8 Milliarden Dollar kann keine andere Baumarktkette mitthalten.

Platz 7

Tesco (Großbritannien)

Die blau-weiße Handelskette aus Cheshunt gehört schon seit Jahren zu den größten Supermarktkonzernen. Weltweit beschäftigen die Briten 520.000 Mitarbeiter und machten 2012 einen Umsatz in Höhe von 83,5 Milliarden Dollar. Das US-Geschäft mit 5.000 Beschäftigen will Tesco abstoßen.

Platz 6

Metro (Deutschland)

Der deutsche Handelsriese aus Düsseldorf ist der drittgrößte Einzelhändler Europas. International erreicht der Dax-Konzern mit einem Umsatz von 87,8 Milliarden Dollar im Jahr 2012 ebenfalls einen Spitzenplatz, auch wenn das Unternehmen mit Schwierigkeiten kämpft.

Platz 5

Kroger

Was als kleiner Lebensmittelladen in Cincinnati begann, ist mittlerweile einer der größten Supermarktketten der Welt. Im Jahr 2012 setzte der Lebensmittelhändler 96,8 Milliarden Dollar um.

Platz 4

Costco Wholesale (USA)

Die 500 Cash&Carry-Märkte der US-Großhandelskette sind in den USA weit verbreitet. Der Hauptsitz liegt in der Kleinstadt Issaquah bei Seattle im Bundesstaat Washington. Mit 99,1 Milliarden Dollar fiel der Umsatz auch 2012 gigantisch aus.

Platz 3

Carrefour (Frankreich)

Kein europäischer Einzelhändler ist größer als Carrefour. Mit fast 500.000 Mitarbeitern weltweit machten die Franzosen im Jahr 2011 einen Umsatz von 104 Milliarden Dollar.

Platz 2

CVS Caremark (USA)

In der Kleinstadt Woonsocket im US-Bundesstaat Rhode Island ist die drittgrößte Handelskette der Welt beheimatet. Der Drogerie- und Pharmahändler setzten im Jahr 2012 rund 123 Milliarden Dollar um.

Platz 1

Walmart (USA)

Unangefochten an der Spitze bleibt der Handelsgigant aus Bentonville, Arkansas. Gigantische 443,85 Milliarden Dollar setzte der Konzern 2012 um - bei einem Gewinn von 15,7 Milliarden Dollar. Weltweit beschäftigt der Konzern mehr als zwei Millionen Mitarbeiter.

Quelle: Eigene Recherche.

Bei einem Umsatz von 14,86 Milliarden Euro stagnierte der operative Gewinn (Ebit) vor Sonderfaktoren im dritten Quartal bei 276 (Vorjahr: 276) Millionen Euro. Unter dem Strich stand für den Zeitraum von April bis Juni nach Anteilen Dritter ein Verlust von 63 Millionen Euro. Koch unterstrich, das Minus sei durch Kosten für Standortschließungen sowie "Effizienzmaßnahmen" bei Media-Saturn entstanden. Die Elektronikhandelskette hatte im April einen Umbau angekündigt, auch Stellen in der Verwaltung sollen wegfallen.

Mit seinen Zahlen lag der Konzern im Rahmen der Markterwartungen. Analysten hatten im Mittel mit einem Umsatz von 14,8 Milliarden Euro und einem operativen Gewinn vor Sonderfaktoren von 265 Millionen Euro gerechnet.

Metro-Chef Koch hat gleich mehrere Baustellen vor der Brust. Pläne für einen Börsengang des russischen Großmarktgeschäfts hatte er angesichts des Ukraine-Konflikts auf Eis gelegt, die Zukunft der Warenhauskette Kaufhof unter dem Metro-Konzerndach hatte er zur Disposition gestellt.

Die Spekulationen um den Kaufhof hatten angesichts der anhaltenden Turbulenzen beim mit Umsatzrückgängen und Verlusten kämpfenden Wettbewerber Karstadt neue Nahrung erhalten. Zugleich tobt seit Jahren ein erbitterter Machtkampf mit dem Minderheitseigner der Tochter Media-Saturn, Erich Kellerhals. Media-Saturn konnte im Quartal den Umsatz nun leicht steigern - dabei half auch die Fußball-Weltmeisterschaft.

Von

rtr

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