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28.04.2016

11:25 Uhr

Tui

Fritz Joussen verkauft seine Mallorca-Tochter

VonChristoph Schlautmann

Der weltweit größte Reisekonzern verkauft seine Bettenbank Hotelbeds für eine Milliardensumme an den britischen Finanzinvestor Cinven. Tui-Chef Fritz Joussen freut das – und sucht sein Glück nun in der Karibik.

Fritz Joussen hat für die Ertragsperle des Konzerns einen höheren Preis erzielt als gedacht. dpa

Tui-Chef

Fritz Joussen hat für die Ertragsperle des Konzerns einen höheren Preis erzielt als gedacht.

DüsseldorfDer Hannoveraner Touristikkonzern Tui verkauft seinen Hotelbettenvermittler Hotelbeds teurer als erwartet. Die 1,17 Milliarden Euro, die der weltgrößte Reiseveranstalter für seine Mallorca-Tochter einnimmt, sei ein „sehr guter Preis“, sagte Konzernchef Fritz Joussen dem Handelsblatt.

Hochgetrieben hat ihn ein Bietergefecht, an dem sich unter Vermittlung von Merrill Lynch und Deutscher Bank gleich mehrere Reiseanbieter und Finanzinvestoren beteiligten – dem Vernehmen nach auch die schwedische Finanzfirma EQT.

Sie hatte erst vor kurzem nach dem Schweizer Hotelbeds-Rivalen Kuoni gegriffen, musste für die Firma aber weitaus weniger bezahlen. Zwar zahlt EQT einen Gesamtpreis von 1,4 Milliarden Franken für Kuoni, dessen Bettenbank Global Travel Distribution (GTD) hatte dabei nach Schätzungen der Zürcher Kantonalbank aber nur einen Wert von 650 Millionen Euro, wobei sie kaum kleiner ist als der Tui-Ableger Hotelbeds. Im Anschluss an die Übernahme hatten viele damit gerechnet, dass EQT auch bei der Tui-Tochter zugreifen könnte, um sie mit dem Neuerwerb zum unangefochtenen Marktführer zu vereinen.

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Durch die mögliche Zerschlagung des Rivalen Kuoni bekommt Tui eine unerwartete Chance: Die Hannoveraner könnten eine Tochter an den selben Investor verkaufen. Die Firmen würden zusammenpassen wie Strand und Palmen.

Zum Zuge kommt nun bei Hotelbeds aber die britische Private-Equity-Firma Cinven, die gemeinsam mit dem Canadia Plan den Tui-Ableger übernimmt. Beide hatten auch schon in der Schweiz für Kuoni geboten. Auch das Management von Hotelbeds beteiligt sich an der Akquisition.

Die 4,3 Milliarden Euro Umsatz schwere Bettenbank, die 70.000 Betten im Angebot hat und ihre Übernachtungskapazitäten an Internetportale, Reisebüros und konkurrierende Veranstalter wie Alltours oder Der Touristik vermittelt, galt im Tui-Konzern als Ertragsperle. 69 Millionen Euro Betriebsgewinn (Ebita) überwiesen die Mallorquiner zuletzt nach Hannover.

Dass Konzernchef Joussen dennoch Hotelbeds zum Verkauf stellte, begründet er mit der strategischen Ausrichtung der Tui. „Wir wollen einen integrierten Konzern, der von Kreuzfahrtschiffen und Hotels bis hin zur Urlaubsplanung und zum Reisevertrieb reicht“, sagte er. Ein Übernachtungsgroßhändler wie Hotelbeds passe da nicht ins Konzept, zumal er nur einen Marktanteil von sechs Prozent besitze.

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