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06.10.2016

04:57 Uhr

Tuifly

Air Berlin rechnet mit weiteren Flugausfällen

Kurzfristige Krankmeldungen bei Tuifly haben zuletzt zu Unannehmlichkeiten für Reisende geführt. Am Mittwoch musste Kooperationspartner Air Berlin 32 Flüge streichen – und das gleiche Problem droht auch heute.

Air Berlin

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BerlinAir-Berlin-Kunden müssen sich auf weiteres Ungemach einstellen. Nach dpa-Informationen aus Branchenkreisen rechnet Air Berlin mit weiteren Flugausfällen infolge kurzfristiger Krankmeldungen von Crews ihres Partners Tuifly.

„Air Berlin entschuldigt sich aufrichtig für die Unannehmlichkeiten, die ihren Passagieren aktuell durch Flugstreichungen und Verspätungen entstehen“, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. „Wir arbeiten mit unseren Partner Tuifly unter Hochdruck daran, um die Situation zu lösen und die Unannehmlichkeiten auf ein Minimum zu reduzieren.“ Fluggäste würden gebeten, sich im Internet über den Status ihres Fluges unter airberlin.com/flugstatus zu informieren.

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Seit Montag kommt es zu Verspätungen und Crewausfällen beim Ferienflieger Tuifly, weil Mitarbeiter eine Kooperation mit Air Berlin fürchten. Nun kontert Geschäftsführer Jochen Büntgen mit einem internen Mitarbeiterbrief.

In Branchenkreisen hieß es, bei Air Berlin sei man vor allem darüber ungehalten, dass die Flugausfälle viele Fluggäste unvorbereitet träfen. Air Berlin hatte am Mittwoch knapp jeden zwanzigsten Flug streichen müssen. Betroffen waren der Airline zufolge 32 von insgesamt 696 Flügen.

Grund seien Crew-Engpässe bei Tuifly, die zum Teil kurzfristig gemeldet würden - ein Drittel der Tui-Flotte fliegt samt Besatzung für Air Berlin. Auch bei Tuifly wurden mehr als 20 Flüge annulliert.

Bereits an den beiden Vortagen hatte es bei 30 Prozent der Tuifly-Flüge verspätete Starts gegeben, weil sich plötzlich viele Crews krank gemeldet hatten. Die kurzfristigen Krankmeldungen bei Tuifly machten es unmöglich, alle betroffenen Kunden frühzeitig zu informieren, teilte die Airline mit.

Bei Tuifly steht ein tiefgreifender Umbau bevor, die Mitarbeiter befürchten Job-Verluste. „Die massiven kurzfristigen Krankmeldungen der Kabinen- und Cockpitmitarbeiter schaden Kunden und Mitarbeitern in hohem Maße“, hieß es in einer Erklärung von Tuifly.

Die Fluggesellschaft hat nach Einschätzung eines Arbeitsrechtlers kaum Möglichkeiten, die Krankmeldungen ihrer Beschäftigten zu hinterfragen oder ihnen gar einen „wilden Streik“ nachzuweisen. „Kollektive Krankmeldungen unterhalb von drei Tagen sind ein extrem schlaues Teflon-Mittel, gegen das sich der Arbeitgeber kaum wehren kann“, sagte der Berliner Jurist Prof. Robert von Steinau-Steinrück der Deutschen Presse-Agentur. Seit Wochenbeginn haben sich bei der vor einem Umbau stehenden Gesellschaft die Krankmeldungen des fliegenden Personals schlagartig erhöht, so dass zahlreiche Flüge ausgefallen sind.

Falsche Krankmeldungen erfüllen dem Fachanwalt zufolge den Straftatbestand des Betruges, weil sich der Arbeitnehmer den Anspruch auf Entgeltfortzahlung erschwindelt. Angst vor der Entdeckung muss ein Simulant allerdings kaum haben, denn der Arbeitgeber habe kaum eine Möglichkeit zu beweisen, dass der Arbeitnehmer nicht krank war. In aller Regel muss dieser nur unverzüglich sein Unternehmen über die Krankheit informieren, ein Attest ist erst nach drei Kalendertagen gesetzlich vorgeschrieben.

Von

dpa

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