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26.02.2014

18:08 Uhr

TV-Hersteller

Loewes Schicksal hängt von zwei Bankzusagen ab

Erst am Montag war die Übernahme geplatzt, schon gibt es einen neuen Investor für Loewe – doch noch fehlt die Zustimmung zu seinem Konzept: Laut Gewerkschaftsangaben hat erst eine von drei Banken zugestimmt.

Am Montag war die Übernahme von Loewe durch den Investor Panthera überraschend geplatzt. Die Gläubiger stimmten am Dienstag neuen Investorengesprächen zu. dpa

Am Montag war die Übernahme von Loewe durch den Investor Panthera überraschend geplatzt. Die Gläubiger stimmten am Dienstag neuen Investorengesprächen zu.

KronachDas weitere Schicksal des angeschlagenen Fernsehgeräteherstellers Loewe hängt jetzt nach Gewerkschaftsangaben von zwei Banken ab. Diese hätten ihre Zustimmung zum Konzept eines neuen Investors noch nicht erteilt, hieß es am Mittwoch aus Gewerkschaftskreisen. Eine dritte Bank habe bereits zugestimmt. Der bayerische IG-Metall Sprecher Michael Knuth sagte am Mittwoch in München, mit einer Entscheidung sei am Donnerstag zu rechnen.

Einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ (Mittwoch) zufolge handelt es sich bei dem Investor um das Münchner Finanzunternehmen Stargate Capital. Mit dem auf Investments in mittelständische Unternehmen spezialisierten Unternehmen liefen entsprechende Gespräche, berichtete das Blatt.

Stargate-Capital-Geschäftsführer Mark Hüsges wollte dies nicht kommentieren. Auch Loewe äußerte sich zu dem Bericht nicht. Aus Unternehmenskreisen verlautete, Verhandlungen mit einem neuen Investor seien weit fortgeschritten.

Am Montag war die Übernahme von Loewe durch den Investor Panthera überraschend geplatzt. Die Gläubiger stimmten am Dienstag neuen Investorengesprächen zu.

Diese Unternehmen haben das Schutzschirmverfahren genutzt

Ablauf

Das Unternehmen hat im Schutzschirmverfahren maximal drei Monate Zeit einen Insolvenzplan aufzustellen. Der muss dann vom Gericht und vom Sachwalter abgenickt werden.

Voraussetzungen

Voraussetzung für das Schutzschirmverfahren ist, dass eine Zahlungsunfähigkeit droht oder das Unternehmen überschuldet ist. Das Unternehmen darf aber nicht bereits zahlungsunfähig sein und die angestrebte Sanierung muss aussichtsreich sein. Ein Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwalt oder Steuerberater muss bescheinigen, dass diese Voraussetzungen erfüllt sind.

Suhrkamp

Einer der prominentesten Unternehmen, die das Schutzschirmverfahren genutzt haben, ist der Traditionsverlag Suhrkamp. Im Mai schlüpfte er unter den Schirm, Anfang August folgte dann der Eintritt in die Insolvenz. Laut Sanierungsplan soll die Kommanditgesellschaft in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden, um den Einfluss der Gesellschafter zu reduzieren. Die Streitereien unter den Unternehmenseignern gelten als Grund für die Schieflage des Unternehmens.

Loewe

Der Fernsehgerätehersteller Loewe hat Mitte Juli Gläubigerschutz beantragt und schlüpfte unter der Schutzschirm. Nun hofft er auf die Hilfe asiatischer Investoren, um binnen der drei Monate 50 Millionen Euro aufzutreiben. Findet Loewe unter dem Schutzschirmverfahren keinen neuen Geldgeber, steht das Ende bevor.

Centrotherm

Im Juli 2012 hatte der Maschinenbauer als eines der ersten Unternehmen ein sogenanntes Schutzschirmverfahren beantragt. Es folgte ein Insolvenzverfahren. Anfang Juni 2013 hob das Amtsgericht Ulm das Verfahren auf, die Sanierung des Unternehmens geht weiter.

Hein Gericke

Im August 2012 beantragte Hein Gericke die Aufnahme in ein Schutzschirmverfahren. Mithilfe eines Sanierungskonzeptes wollte der Händler von Motorrad-Zubehör alle 288 Arbeitsplätze im In- und Ausland sichern.

Solarwatt

Solarwatt musste im Juni 2012 das Schutzschirmverfahren beantragen. Das Unternehmen war überschuldet. Zunächst vollzog das Unternehmen einen Schuldenschnitt und setzte das Grundkapital auf null herab. Der bereits vorher beteiligte BMW-Erbe Stefan Quandt bot schließlich ein Gesellschafterdarlehen von fünf Millionen Euro an und hält heute 90 Prozent der Anteile.

IVG Immobilien

Die Immobilienfirma hat am 20. August 2013 ein Schutzschirmverfahren begonnen. Grund: Eine Einigung über einen Forderungsverzicht mit einer Vielzahl an Gläubigern war nicht zustande gekommen.

Gewerkschaftssprecher Knuth sagte, bei dem neuen Interessenten handle es sich um einen Investor, der schon im vergangenen Jahr ein Angebot für das Unternehmen mit Sitz und Produktion im oberfränkischen Kronach gemacht habe. Das Konzept sei von den Banken aber nicht genehmigt worden. Stattdessen habe Panthera im Januar den Zuschlag erhalten.

Das neue Angebot bezeichnete der Coburger IG-Metall-Chef Jürgen Apfel als „sehr schlüssig“. Er appellierte an die beiden „Wackel-Banken“ zuzustimmen. „Die tragen jetzt gesellschaftliche Verantwortung“, sagte Apfel. Überrascht zeigte er sich vom Votum der dritten Bank. Deren Vertreter habe seine Zustimmung damit begründet, dass es nicht nur um Geld, sondern um eine ganze Region gehe.

Von

dpa

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