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04.05.2015

15:34 Uhr

Twitter-Hashtag

Satire-Account will #GanzDickesLob für Bahnstreik

Auch in den sozialen Netzwerken ist der Bahnstreik Thema: Twitter-Nutzer suchen via „Twitfahrzentrale“ Mitfahrgelegenheiten, und ein Satire-Account, der die GDL aufs Korn nimmt, hat das Hashtag #GanzDickesLob eingeführt.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat den längsten Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn angekündigt. dpa

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat den längsten Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn angekündigt.

BerlinDeutschland steht vor dem längsten Bahnstreik seit Jahren: Für eine Woche wollen die Lokführer ihre Arbeit niederlegen. Ab Montag fahren die Güterzüge nicht mehr, ab Dienstag die Personenzüge. Natürlich wird der Streik auch in den sozialen Netzwerken diskutiert.

Viele Twitter-Nutzer versuchen, die Sache mit Humor zu nehmen:

Andere machen ihrem Ärger offen Luft oder geben zu, in den aktuellen Tarifverhandlungen langsam aber sicher den Überblick verloren zu haben:

Ganz pragmatisch nehmen's die Twitter-Nutzer, die sich online zu Fahrgemeinschaften zusammenfinden: Unter dem Hashtag #Twitfahrzentrale und auf einer eigenen Homepage werden freie Plätze in privaten Pkw angeboten oder Mitfahrgelegenheiten gesucht.

Auch ein Satire-Account, der die Gewerkschaft GDL aufs Korn nimmt, ist bei Twitter vertreten - und versucht, das Hashtag #GanzDickesLob zu etablieren, um „Solidaritätsbekundungen“ zu sammeln.

Tatsächlich haben viele das Hashtag bereits aufgenommen.

Gerade erst online gegangen ist eine Online-Petition, deren Unterstützer sich gegen die GDL aussprechen und sich für fahrerlose Züge einsetzen: In regelmäßigen Abständen drohe die GDL damit, kollektiv die Arbeit niederzulegen, um ihre machtpolitischen und finanziellen Interessen auf Kosten von Millionen Menschen durchzusetzen, heißt es in dem Aufruf.

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Den Streit zwischen der Deutschen Bahn und den Lokführern kann nur noch ein Machtwort lösen – im Zweifel aus dem Kanzleramt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Konfliktparteien Vernunft annehmen, tendiert gegen null.

„Durch diese erpresserische Arbeitsverweigerung erleidet die deutsche und europäische Wirtschaft Milliardenverluste, welche zwangsläufig auf die Konsumenten weitergegeben werden müssen. Die fleißig arbeitenden Pendler erfahren Stress und Frustration. Selbstständige verlieren Aufträge.“ Dabei gebe es längst Alternativen. „Automatische Fahrsysteme sind technisch möglich und dringend notwendig. Fahrerlose Züge sind günstiger, sicherer und schneller“, so Igor Ryvkin, dem Initiator der Petition.

Ryvkin ist 1. Vorsitzender des Regionalverbands Dortmund der „Partei der Vernunft“, einer libertären deutschen Kleinpartei, die dem Sozialstaat ablehnend gegenüber steht und die Europäische Union laut Bundeszentrale für politische Bildung als überflüssig ansieht.

Bisher haben nur eine Handvoll Menschen unterschrieben - bis zu den benötigten 120.000 Unterschriften ist es noch ein weiter Weg. Die Petition soll bis November online zu erreichen sein.

Von

tha

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