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05.05.2017

09:31 Uhr

Uber

Justizministerium ermittelt wegen App-Manipulation

Uber kommt nicht zur Ruhe: Zu den vielen Problemen des Fahrdienst-Vermittlers kommen Ermittlungen des US-Justizministeriums hinzu. Sie narrte Behörden-Mitarbeiter, die Uber bei Regelverstößen erwischen wollten.

Das Start-up soll in den USA versucht haben, Behörden mit seiner App zu täuschen. dpa

Fahrdienst Uber

Das Start-up soll in den USA versucht haben, Behörden mit seiner App zu täuschen.

WashingtonDer Versuch von Uber, amerikanische Behörden-Kontrolleure mit einer Manipulation seiner App reinzulegen, könnte für den Fahrdienst-Vermittler ein juristisches Nachspiel haben. Das US-Justizministerium prüfe den Fall, auch wenn die Ermittlungen noch in einem frühen Stadium seien, berichteten „New York Times“, „Washington Post“ und das „Wall Street Journal“ in der Nacht zum Freitag. Bei Uber seien Informationen zum Einsatz der sogenannten Greyball-Software eingefordert worden.

Mit dem Programm fingierte Uber die Anzeige in der App für mutmaßliche Behörden-Mitarbeiter in Städten, wo der Fahrdienst gegen geltende Beförderungsregeln verstieß. Zur üblichen Vorgehensweise der Kontrolleure gehörte es, Fahrten zu buchen, um Uber auf frischer Tat zu erwischen. In die Software waren unter anderem die Büro-Standorte der zuständigen Behörden eingespeist. Sie sorgte dafür, dass dort in der App eine präparierte Anzeige mit fiktiven Fahrzeugen eingespielt wurde, die nicht gebucht werden konnten.

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Außerdem habe Uber Großeinkäufe günstiger Handys in Elektronik-Märkten beobachtet, hinter denen oft Behörden steckten, schrieb die „New York Times“ bei Enthüllung der Tricks im März. Schon damals wurde vermutet, dass Greyball juristische Probleme bringen könnte.

Uber erklärte danach, die Software solle nicht mehr gegen Behörden-Mitarbeiter eingesetzt werden. Manchmal sei sie aber nötig, zum Beispiel um das Geschäft vor Sabotage durch Konkurrenten zu schützen.

Der Fahrdienst-Vermittler gerät seit Monaten immer wieder in Negativ-Schlagzeilen. Nach Enthüllungen einer Software-Entwicklerin wird intern geprüft, ob die Firmenkultur frauenfeindlich und diskriminierend ist. Mitgründer und Chef Travis Kalanick musste versprechen, erwachsener zu agieren, nachdem er bei einem Wortgefecht mit einem Uber-Fahrer, der sich über die schlechte Bezahlung beschwerte, gefilmt wurde. Die Google-Schwesterfirma Waymo wirft Uber vor Gericht den Einsatz gestohlener Roboterwagen-Technologie vor. Hinzu kommen die fortlaufenden Milliardenverluste, mit denen Uber für das rasante internationale Wachstum bezahlt.

Von

dpa

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