Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.01.2015

09:19 Uhr

Uber

Taxi-Konkurrent füllt seine Kriegskasse

Keine zwei Monate nach der vergangenen Geldspritze holt sich Uber schon wieder mehr als eine Milliarde Dollar bei Investoren. Mit der gigantischen Kriegskasse soll die internationale Expansion finanziert werden.

Der umstrittene Fahrdienst Uber hat seine Kriegskasse weiter gefüllt. AFP

Der umstrittene Fahrdienst Uber hat seine Kriegskasse weiter gefüllt.

New YorkDer Hunger des umstrittenen Fahrdienst-Vermittlers Uber auf frisches Geld scheint schwer zu stillen: Das Startup holte sich laut Medienberichten weitere 1,6 Milliarden Dollar bei Investoren. Diesmal gehe es um eine Wandelanleihe für Kunden aus der Vermögensverwaltung der Investmentbank Goldman Sachs, berichteten der Finanzdienst Bloomberg und das „Wall Street Journal“ am späten Mittwoch.

Damit besorgte sich Uber bereits mehr als vier Milliarden Dollar, den Großteil davon in weniger als zwei Monaten. Das ist ein Rekord für Startups. Mit dem Geld solle die internationale Expansion vorangetrieben werden, heißt es. Es ist nicht öffentlich bekannt, wie schnell Uber das Geld verbraucht. Bei der vorherigen großen Finanzierungsrunde Anfang Dezember hieß es in Medienberichten, ein Großteil einer im Sommer reingeholten Milliarden-Summe sei noch unangetastet.

Kampf um die Fahrgäste

Taxigewerbe unter Druck

Für das Taxigewerbe war die Konkurrenz lange überschaubar – die Firmen konkurrierten nur untereinander. Doch derzeit geraten viele Unternehmen unter Druck. Neue Konkurrenz aus dem Internet reißt immer mehr Lücken in das klassische Geschäftsmodell. Ein Überblick.

MyTaxi schaltet Zentrale aus

Mit Apps wie MyTaxi können sich Passagiere ein Taxi finden, ohne dass ein Anruf in der Zentrale nötig wäre. Den Fahrern geht also kein Geschäft verloren, aber den Vermittlern. Die Taxizentralen versuchen mit einer eigenen App, sich die Konkurrenz vom Leib zu halten.

Uber buhlt direkt um die Gäste

Dienste wie Uber konkurrieren direkt mit den Taxiunternehmen um die Gäste. Das Start-up, das mit Google einen potenten Investor hat, betreibt selbst keine Wagen, sondern agiert als Vermittler, der eigenständigen Fahrern eine technische Plattform bietet. Damit wälzt es die Verantwortung ab: Für die Einhaltung der Bestimmungen sind die Fahrer zuständig. Viele Städte halten dieses Modell für unzulässig.

RideWith verbindet Fahrer und Mitfahrer

RideWith ist eine App des Google-Dienstes Waze und startet in Israel: Die Applikation soll Fahrer auf dem Weg zur Arbeit und zurück mit Mitfahrern verbinden. Waze erstellt Routen-Anweisungen auf Grundlage von Informationen der Nutzer über den Verkehrsfluss.

Carsharing als Alternative

Wer nach einem Kneipenabend nach Hause fahren will, kann natürlich nicht selbst fahren. In anderen Fällen sind Carsharing-Dienste aber durchaus eine Alternative. In den Großstädten wird das Netz an Fahrzeugen immer dichter, so dass Nutzer es nicht weit haben. Gerade an Bahnhöfen ist das Angebot groß.

Die nun von Goldman Sachs platzierte Wandelanleihe soll den Informationen zufolge über sechs Jahre laufen. Sollte Uber in diesem Zeitraum an die Börse gehen, würden die Zeichner der Papiere vergünstigt Aktien erhalten. Falls die Firma nach vier Jahren noch nicht an der Börse ist, sollen sie demnach von einem Zinscoupon – einem Teil der Anleihe, der zu einer Zinsbeteiligung berechtigt – profitieren.

Zudem befinde Uber sich weiter in Verhandlungen mit Hedgefonds und strategischen Investoren, um das Volumen der 1,2 Milliarden Dollar schweren Finanzierungsrunde von Anfang Dezember um 600 Millionen Dollar aufzustocken. Damals soll das Startup aus San Francisco mit rund 40 Milliarden Dollar bewertet worden sein. Wenig später hatte der chinesische Online-Riese Baidu seinen Einstieg bei Uber bekanntgegeben. Dabei soll es laut chinesischen Medienberichten um 600 Millionen Dollar gegangen sein.

Umstrittene Taxi-Alternative

Ende 2015: Uber will 50.000 neue Jobs in EU schaffen

Umstrittene Taxi-Alternative: Ende 2015: Uber will 50.000 neue Jobs in EU schaffen

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Uber bietet eine App an, über die Nutzer einen Wagen zu ihrem Standort rufen können. Taxi-Branche und Behörden werfen Uber in vielen Ländern vor, den Wettbewerb zu verzerren, weil das Startup über seine App im Teil-Dienst UberPop auch Privatleute Fahrgäste befördern lässt - ohne die nach den jeweiligen Personenbeförderungsgesetzen nötigen Genehmigungen. Uber kontert, die Regelungen seien zum Teil veraltet und sollten nur das Taxi-Gewerbe schützen.

Uber-Chef Travis Kalanick kündigte vor wenigen Tagen bei der Internet-Konferenz DLD in München an, man wolle Partnerschaften mit europäischen Städten schließen. Dann könne Uber 10.000 neue Jobs noch in diesem Jahr schaffen.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×