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02.09.2014

17:27 Uhr

Uber-Westeuropa-Chef

„Wir glauben, dass Uber rechtskonform ist“

VonDana Heide

ExklusivUber darf seine Fahrdienst-App nicht mehr in Deutschland anbieten, hat das Landgericht Frankfurt entschieden. Im Interview erklärt Westeuropa-Chef Pierre-Dimitri Gore-Coty, was das Unternehmen jetzt machen will.

Pierre-Dimitri Gore-Coty: Der Manager von Uber für West-Europa fährt eine aggressive Expansionsstrategie. Uber

Pierre-Dimitri Gore-Coty: Der Manager von Uber für West-Europa fährt eine aggressive Expansionsstrategie.

Haben Sie gegen das Verbot des Frankfurter Landgerichts bereits Widerspruch eingelegt?

Wir sind gerade dabei, das zu tun.

Die Entscheidung ist bereits am Montag gefallen, warum haben Sie nicht schon längst Widerspruch einlegt?

Uns wurde das Urteil erst gegen Ende der Woche zugestellt.

Wie haben sich jedoch nie an das Verbot gehalten und bieten den Dienst weiter an. Wieviel Strafe musste Uber bereits zahlen?

Wir mussten bisher noch keine Strafe zahlen.

Auch nicht in Berlin oder Hamburg, wo Gerichte ebenfalls Verbote ausgesprochen haben, die inzwischen ausgesetzt wurden?

Nein.

Drei Gerichte haben inzwischen gesagt, dass Uber gegen deutsche Gesetze verstößt. Wollen Sie nicht langsam Ihre Strategie ändern?

Ich glaube, dass dieses Thema sehr komplex ist. Wir sollten die finale Entscheidung der Gerichte abwarten.

Aber das Frankfurter Landgericht sagt in seinem Beschluss klar, dass die Aktivitäten von Uber gegen deutsches Recht verstoßen. Was brauchen Sie noch?

Das ist nur eine erste Entscheidung, das finale Urteil steht noch aus. Wir glauben, dass die Aktivitäten von Uber rechtskonform sind. Und das Gericht wird am Ende auch so urteilen.

Jedes Gerichtsurteil – auch wenn es negativ für Uber ausfällt – sorgt für viel Aufmerksamkeit für Uber. Profitieren Sie davon?

Ja, wir sehen einen massiven Anstieg von Nutzern, die sich nach solchen Entscheidungen bei Uber anmelden.

Herr Gore-Coty, vielen Dank für das Gespräch.

Kampf um die Fahrgäste

Taxigewerbe unter Druck

Für das Taxigewerbe war die Konkurrenz lange überschaubar – die Firmen konkurrierten nur untereinander. Doch derzeit geraten viele Unternehmen unter Druck. Neue Konkurrenz aus dem Internet reißt immer mehr Lücken in das klassische Geschäftsmodell. Ein Überblick.

MyTaxi schaltet Zentrale aus

Mit Apps wie MyTaxi können sich Passagiere ein Taxi finden, ohne dass ein Anruf in der Zentrale nötig wäre. Den Fahrern geht also kein Geschäft verloren, aber den Vermittlern. Die Taxizentralen versuchen mit einer eigenen App, sich die Konkurrenz vom Leib zu halten.

Uber buhlt direkt um die Gäste

Dienste wie Uber konkurrieren direkt mit den Taxiunternehmen um die Gäste. Das Start-up, das mit Google einen potenten Investor hat, betreibt selbst keine Wagen, sondern agiert als Vermittler, der eigenständigen Fahrern eine technische Plattform bietet. Damit wälzt es die Verantwortung ab: Für die Einhaltung der Bestimmungen sind die Fahrer zuständig. Viele Städte halten dieses Modell für unzulässig.

RideWith verbindet Fahrer und Mitfahrer

RideWith ist eine App des Google-Dienstes Waze und startet in Israel: Die Applikation soll Fahrer auf dem Weg zur Arbeit und zurück mit Mitfahrern verbinden. Waze erstellt Routen-Anweisungen auf Grundlage von Informationen der Nutzer über den Verkehrsfluss.

Carsharing als Alternative

Wer nach einem Kneipenabend nach Hause fahren will, kann natürlich nicht selbst fahren. In anderen Fällen sind Carsharing-Dienste aber durchaus eine Alternative. In den Großstädten wird das Netz an Fahrzeugen immer dichter, so dass Nutzer es nicht weit haben. Gerade an Bahnhöfen ist das Angebot groß.

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

02.09.2014, 19:52 Uhr

Uber nicht rechtskonform? Was ist mit den Fahrradfahrern in ganz Deutschland? Wie sieht hier der Zustand der Räder aus, der mit Wissen und Billigung der Polizei so ist? Wo bleibt hier die Versicherung?

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