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03.05.2012

19:19 Uhr

„Überflüssige Fehler“

Niki Lauda geht mit Lufthansa hart ins Gericht

VonStefan Menzel

ExklusivDer frühere Formel-1-Rennfahrer und Fluglinien-Gründer Niki Lauda kritisiert die Lufthansa scharf. Die vielen Zukäufe seien vorhersehbare Fehler gewesen - und der Kauf der Austrian Airlines „völlig überflüssig“.

Niki Lauda geht auf die Lufthansa los. Reuters

Niki Lauda geht auf die Lufthansa los.

DüsseldorfDie Lufthansa hat viel zu spät auf die sich schon länger abzeichnenden Krise in der Luftfahrtbranche reagiert. Diesen Vorwurf erhebt der frühere Formel-1-Rennfahrer und Airline-Gründer Niki Lauda im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Höhe Kerosinpreise, zusätzliche Steuern, neue Wettbewerber – das ist alles nichts Neues und war klar vorhersehbar. Man hätte sich nur zum richtigen Zeitpunkt überlegen müssen, wie man auf diese zu erwartenden Veränderungen reagiert“, betonte Lauda.

Lauda, Gründer von Fly Niki und Lauda Air, kritisiert besonders die vielen Zukäufe der Lufthansa. In der Vergangenheit habe es in der Branche genug Beispiele dafür gegeben, dass sich diese Strategie am Ende nicht auszahle. „Deshalb überrascht es mich immer wieder, dass diese Fehler trotzdem passieren“, sagte der Österreicher.

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Völlig überflüssig sei vor drei Jahren der Kauf von Austrian Airlines gewesen. „Ich habe bis heute nicht verstanden, warum es diese Übernahme überhaupt gegeben hat“, kritisierte Lauda. Der Lufthansa-Konzern habe ein viertes Drehkreuz in Wien überhaupt nicht gebraucht. Frankfurt, München und Zürich seien völlig ausreichend. Reicht der neue bei Austrian Airlines verordnete verschärfte Sparkurs nicht aus, sollte die Lufthansa am besten über einen Verkauf der Wiener Tochter nachdenken.

Lauda warnte zudem davor, im gesamten Konzern „jetzt etwa an der falschen Stelle“ zu sparen und etwa auf einigen Verbindungen die Erste Klasse herauszunehmen. Einsparungen dürfe es nur dort geben, wo es der Kunde nicht bemerke. Andernfalls drohe eine Abwanderung zur Konkurrenz.

Kommentare (9)

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Profit

03.05.2012, 19:50 Uhr

Was erwartet Niki Lauda? Er ist Unternehmer, die Lufthansa-Bosse aber nur angestellte Manager mit angeschlossenem Berater-Unsinn. Den Blödsinn darf der Aktionär - ich zum Glück nicht - ausbaden. Jetzt soll der Nichtsnutz Mayerhuber - Österreicher, der unbedingt die überflüssige AUA retten wollte - auch noch AR-Vorsitzender werden, nachdem Weber bei Hapag-LLoyd untergekommen ist. Als Infineon-Aktionär überlege ich mir ernsthaft auszusteigen, nachdem ich weiß, daß "Blindfuchs" - was weiß er schon von Mikroelektronik? - Mayerhuber dort AR-Vorsitzender ist. Wenn Lauda bei der Lufthansa Chef wäre, würde ich sofort Aktien kaufen. Aber so...

Account gelöscht!

03.05.2012, 19:58 Uhr

Das sind sie, die Schlauberger unserer Zeit. Weiß alles besser und wenn ich mal zurückdenke, fällt mir ein, daß gerade Herr Lauda als Verantwortlicher seiner seinerzeitigen Lauda Air meinen Aktienverlust von ca. 5000 Euro hervorgerufen hat. Er machte einfach seine Lauda Air dicht und blitzschnell futsch war das Geld vieler Aktionäre, die glaubten, es handele sich um eine gesunde Firma.

Account gelöscht!

03.05.2012, 20:23 Uhr

ich finde das einen interessanten gedanken von niki lauda, dass die lh einfach zu gross geworden ist und viel zu viel zukäufe getätigt hat...weshalb sollte er seine meinung nicht sagen dürfen zu dem thema..er versteht wohl schon etwas mehr als die meisten leser des hb von luftfahrtunternehmen...
vg

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