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04.01.2007

17:00 Uhr

Überkapazitäten drücken auf Preise

Großmessen klagen über Dumping aus den eigenen Reihen

VonJoachim Weber

Für die Messebranche ist es fast ein ungewohnter Zustand: „Alle Kennzahlen der 163 internationalen Messen in Deutschland – Aussteller-, Flächen- und Besucherzahlen – liegen für 2006 im Plus“, meldet Thomas Hagen, Vorsitzender des Messeverbands Auma, in Berlin. Das hat die Branche seit 2001 nicht mehr erlebt.

FRANKFURT. Dass die internationalen Ausstellungen im vorigen Jahr 2,5 Prozent mehr (2005: minus zwei Prozent) Besucher zählten, erklärt der Auma-Vorsitzende mit der wieder wachsenden Bereitschaft vieler Unternehmen, Mitarbeiter zur Informationssammlung hinaus zu schicken. Die Aussteller dagegen bleiben sparsam. Nach einem Zuwachs der vermieteten Flächen um 0,5 Prozent im vergangenen Jahr erwartet der Verband für 2006 zwar ein Plus von einem Prozent.

Große Sprünge seien auch künftig nicht zu erwarten, meint Hagen. Denn: „Messestände, die die Größe und Stärke von Unternehmen demonstrieren sollen, sind weitgehend passé.“ Die Mehrheit der Aussteller kalkuliere nüchtern, wie viel Fläche nötig sei, um ihre Ziele zu erreichen.

Für die Messebranche heißt das, dass sie auf ihren Überkapazitäten noch länger sitzen bleiben wird. Denn der mehrjährige Spar-Trend hin zu kleineren Standflächen und der Ausfall einstiger Aussteller durch Übernahmen und Insolvenzen haben die Flächennachfrage in den vergangenen Jahren spürbar reduziert. Die Zahl der deutschen Aussteller schrumpfte von 60 000 im Jahr 1999 bis 2004 auf 56 000. Und die vermietete Fläche ging von 6,8 Millionen Quadratmetern 1999 bis 2005 auf 6,2 Millionen Quadratmeter zurück.

Der sinkenden Nachfrage stehen aber stetig steigende Hallenkapazitäten gegenüber. Bis 2009 erwartet der Auma ein Wachstum um 3,5 Prozent. Ein Messe-Neubau in Stuttgart und geplante Erweiterungen an anderen Orten werden dafür sorgen. Der dadurch entstehende Druck auf die Preise wird noch verstärkt durch das aggressive Verkaufsverhalten einzelner Messegesellschaften.

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