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03.01.2011

12:21 Uhr

Überkapazitäten

Privatjets bleiben ein Ladenhüter

VonJens Koenen

Privatjets wurde eine goldene Zukunft prophezeit. Doch die Cessnas und Learjets wurden zum Symbol für die Verschwendungssucht und Prasserei von Managern. Überkapazitäten und ein verheerender Preiskampf sind die Folge. Dem enormen Preisdruck haben nur die wenigsten Anbieter etwas entgegenzusetzen.

Pressebild

FRANKFURT. Die Katastrophe begann im November 2008. Die Bosse der drei schwer ins Trudeln geratenen US-Autoriesen General Motors (Rick Wagoner), Ford (Alan Mulally) und Chrysler (Bob Nardelli) machten sich auf zur US-Regierung nach Washington - eine Betteltour mit dem Privatjet. Ein absoluter Gau für die auf Geschäftsjets spezialisierten Fluggesellschaften. Die Cessnas und Learjets wurden zum Symbol für die Verschwendungssucht und Prasserei von Managern.

Die Autoriesen haben sich längst erholt, doch die Geschäftsfliegerei klebt nach wie vor am Boden. Immer noch werden die kleinen und wendigen Jets selten abgerufen, Überkapazitäten und ein verheerender Preiskampf sind die Folge. "Vorfälle wie die Kritik an US-Auto-Managern belasten das Image der Branche immer noch", sagt Christoph Kohler, Partner der auf Business Aviation spezialisierten Beratungsgesellschaft Wingx: "Auch wenn der Einsatz von Geschäftsfliegern nicht teurer als ein Linienflug sein muss, so halten viele das noch für Luxus, den man nur schwer begründen kann."

Die Betreiber der Business-Jets sind Zyklen gewohnt. Sie atmen traditionell mit dem wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg ihrer Kunden. Doch dieses Mal lässt die so dringend herbeigesehnte Erholung auf sich warten. Das zeigen Daten der europäischen Flugüberwachung Eurocontrol. Zwar geht es seit Anfang 2010 wieder leicht aufwärts. Immerhin sieben Prozent mehr Starts verzeichnete Eurocontrol zwischen Januar und September 2010. Doch vom Erfolg der Zeit von vor der Krise ist man Meilen entfernt. "Wir bewegen uns auf dem Niveau von 2006, und das wird auch vorerst so bleiben", prognostiziert Kohler von Wingx.

"Wir rechnen weiterhin mit einer kontinuierlich steigenden Nachfrage. Es wird allerdings noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bis sich der Markt in Volumen und Preis wieder vollständig erholt hat", sagte Steffen Fries, der Geschäftsführer von DC Aviation, vor einigen Wochen. "Es ist ein Aufschwung erkennbar, wie signifikant dieser sein wird, das ist noch offen", hatte zuvor auch Mark Wilson, Leiter des operativen Geschäfts von Netjets Europe, vorsichtige Töne angeschlagen.

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