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22.11.2013

15:39 Uhr

Überlebenskampf der Baumarktkette

Globus lässt Max-Bahr-Belegschaft hoffen

Die Gläubiger von Max Bahr sollen am Freitag die Abwicklung der Baumärkte beschlossen haben. Trotzdem könnte ein Großteil der Häuser noch gerettet werden. Der Supermarkt-Konzern Globus ist noch im Spiel.

Ein Baumarkt von Max Bahr in Rostock. Wenn sich keine Lösung findet, beginnt Mitte der Woche der Abverkauf. dpa

Ein Baumarkt von Max Bahr in Rostock. Wenn sich keine Lösung findet, beginnt Mitte der Woche der Abverkauf.

FrankfurtDie Mitarbeiter von Max Bahr müssen noch einige Tage länger um das Überleben der Hamburger Baumarktkette bangen. Die Gläubiger von Max Bahr beschlossen am Freitag Verhandlungskreisen zufolge zwar die Abwicklung der 73 verbliebenen Häuser, wie drei mit den Ergebnissen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten.

Sie ließen aber die Tür für eine Übernahme durch den saarländischen Supermarkt-Konzern Globus offen, wenn dieser sich bis Wochenbeginn mit dem Eigentümer der meisten Märkte einigt. Globus verhandelt Insidern zufolge mit der britischen Royal Bank of Scotland über den Kauf von 59 Max-Bahr-Standorten, an denen rund 3000 Menschen arbeiten.

„Allen Beteiligten ist klar, dass zeitnah eine Entscheidung fallen muss“, sagte einer der Insider. Der Abverkauf bei Max Bahr müsste spätestens Mitte der Woche beginnen, wenn sich bis dahin keine andere Lösung findet. Die Kette ist der letzte Teil des Praktiker-Konzerns in Deutschland, der nach dessen Zusammenbruch noch eine Überlebenschance hat. Eine Übernahme von Max Bahr durch den Dortmunder Konkurrenten Hellweg war vor einer Woche gescheitert.

Die größten deutschen Firmenpleiten

Platz 16

Schlott

Druckerei/1480 Beschäftigte

(Quelle: Statista)

Platz 15

Hansa

Pflegeheim/1600 Mitarbeiter

Platz 14

Mäc Geiz

Discounter/1600 Mitarbeiter

Platz 13

Sellner

Autozulieferer/1600 Mitarbeiter

Platz 12

Escada

Modekonzern/2200 Mitarbeiter

Platz 11

Q-Cells

Solarindustrie/2300 Mitarbeiter

Platz 10

Schiesser

Textilhersteller/2300 Mitarbeiter

Platz 9

Edscha

Autozulieferer/2300 Mitarbeiter

Platz 8

Wadan-Werften

Schiffsbau/2400 Mitarbeiter

Platz 7

Honsel

Autozulieferer/3000 Mitarbeiter

Platz 6

Karmann

Autozulieferer/3400 Mitarbeiter

Platz 5

Quimonda

Chiphersteller/4600 Mitarbeiter

Platz 4

Manroland

Maschinenbauer/6500 Mitarbeiter

Platz 3

Woolworth

Kaufhaus/9300 Mitarbeiter

Platz 2

Schlecker

Drogeriekette/25.000 Mitarbeiter

Platz 1

Arcandor

Handel und Touristik/52.000 Mitarbeiter

Damit kam wieder Globus ins Spiel, obwohl das Familienunternehmen sich zuvor bei Insolvenzverwalter Jens-Sören Schröder und der RBS eine Abfuhr geholt hatte. Doch nun geht es Verhandlungskreisen zufolge nicht um neue Mietverträge für die Häuser, sondern um einen Verkauf. Globus wolle die Kette unter dem Namen Max Bahr weiterführen. Die britische Großbank könnte damit die dreistelligen Millionenverluste reduzieren, die ihr mit den Immobilien drohen. Das Portfolio war ihr nach der Pleite eines Investmentfonds zugefallen, der die Häuser 2007 für fast 800 Millionen Euro gekauft hatte. Der heutige Wert liegt bei etwa der Hälfte.

Der Insolvenzverwalter und die RBS wollten sich am Freitag nicht zu den Informationen äußern, Globus war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Globus-Geschäftsführer Thomas Bruch hatte am Donnerstag betont, er habe keine Türen gegenüber der RBS zugeschlagen. Mehr wolle er allerdings nicht sagen.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

22.11.2013, 16:45 Uhr

Leute seht zu das Ihr endlich einen Vertrag unterschreibt!Bevor es zu spät ist!Wir können nicht länger warten!!!!!Bitte helft uns 3600 Mitarbeiter, ihren Arbeitsplatz zu erhalten!

zauberauge

22.11.2013, 17:05 Uhr

Wieso werden aus 73 jetzt 59 ? Es muß endlich eine positive Lösung für Max Bahr und deren Mitarbeiter her! Max Bahr darf nicht sterben.

dersteff

22.11.2013, 17:47 Uhr

Vergesst den Osten nicht ! In Zwickau hat Max Bahr als einer der Ersten einen Baumarkt eröffnet nach der Wende...

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