Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.03.2006

21:29 Uhr

Übernahme-Angebot

Nasdaq greift nach Londoner Börse

Die US-Technologiebörse Nasdaq hat nach Angaben der Londoner Börse LSE ein Angebot für das britische Unternehmen abgegeben. Die Nasdaq bietet 950 Pence (13,84 Euro) je Aktie. Doch die LSE zeigt sich wenig begeistert.

Die Nasdaq greift nach der London Stock Exchange. Foto: dpa

Die Nasdaq greift nach der London Stock Exchange. Foto: dpa

HB LONDON. Die Nasdaq sei an die LSE herangetreten, teilte das Unternehmen am Freitagabend mit. Auch die Nasdaq selbst bestätigte am Freitagabend das Angebot. Doch bei der LSE ist die Offerte im Wert von insgesamt 2,4 Milliarden Pfund (3,5 Mrd Euro) unerwünscht. Die LSE lehne das Angebot ab, weil es die LSE substanziell unterbewerte, hieß es. Zudem werde das Angebot der einzigartigen Position der LSE und der „sehr signifikanten“ Synergien, die bei einer Fusion mit einer weiteren großen Börse erreicht werden könnten, nicht gerecht.

Die Nasdaq teilte mit, man werde den konstruktiven Dialog mit der LSE suchen. Überdies glaube man, mit dem Vorschlag ein attraktives Angebot für die LSE-Aktionäre gemacht zu haben. Ein Zusammenschluss beider Börsen habe das Potenzial zum Aufbau der einzigen globalen, grenzüberschreitenden Handelsplattform für den Aktienmarkt, hieß es. Derzeit gebe es aber keine Garantie dafür, dass es tatsächlich auch ein formales Angebot für die LSE geben werde.

Die LSE teilte unterdessen mit, sie werde mit der am 17. Februar angekündigten Kapitalausschüttung an die Aktionäre fortfahren. Die LSE hatte im Februar erklärt, die Ausschüttung an die Aktionäre zu verdoppeln. Sie soll 510 Mill. Pfund betragen. Gezahlt würden 200 Pence je Aktie, zudem würden künftig eigene Aktien für bis zu 50 Mill. Pfund jährlich zurückgekauft. Geplant sei darüber hinaus die Anhebung der Jahresdividende 2006 um 71 Prozent auf 12 Pence.

Noch Ende Januar hatte die Nasdaq Marktgerüchte dementiert, sie habe Interesse an einer Übernahme der LSE. Die LSE gilt seit langem als potenzieller Übernahmekandidat. Zuletzt hatte die LSE ein feindliches Angebot der australischen Macquarie Bank erhalten, was am Ende aber erfolglos blieb. Zuvor waren zwei Übernahmeversuche der LSE durch die Deutsche Börse gescheitert. Auch die Vierländer-Börse Euronext hat Interesse an der LSE.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×