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27.11.2011

14:58 Uhr

Übernahme der Kette

Benko geht bei Kaufhof in die Offensive

Kampf der Investoren: René Benko und Nicolas Berggruen haben Konzepte für Kaufhof vorgelegt. Nun liegt der Ball bei Metro. Bis Jahresende soll eine Entscheidung her - die könnte von Stellenstreichungen abhängig sein.

Großinvestor René Benko. dpa

Großinvestor René Benko.

Berlin/DüsseldorfMit öffentlichen Zusagen über millionenschwere Investitionen kämpft der Österreicher René Benko um den Zuschlag für die Warenhauskette Kaufhof. Gebe der Handelskonzern Metro seine Tochter an Benkos Aktiengesellschaft Signa Prime, würde er in den nächsten zwei bis drei Jahren rund 800 Millionen Euro „zusätzlich zu dem, was Kaufhof ohnehin Jahr für Jahr investiert“, in die Warenhauskette stecken, sagte Benko dem „Tagesspiegel“.

Die Finanzierung sieht Benko dabei als gesichert an. Das Investment könne mit bis zu 50 Prozent Eigenkapital unterlegt werden, sagte er dem Magazin „Wirtschaftswoche“. „Das haben wir gegenüber dem Metro-Management auch durch Bankbestätigungen untermauert.“

An Signa Prime ist neben Benko unter anderem auch der ehemalige Porsche-Chef Wendelin Wiedeking mit 3,6 Prozent beteiligt. Bisher war Benko allerdings lediglich als Immobilien-Investor aufgetreten. Er besitzt unter anderem einige Häuser des Kaufhof-Konkurrenten Karstadt.

Sollte der Kaufhof-Coup gelingen, will Benko „massiv in die Filialen investieren“ und neue Standorte erschließen. „Es gibt immer noch den einen oder anderen weißen Fleck in Deutschland, vor allem interessiert uns aber auch die Expansion ins Ausland.“ Deshalb sei auch ein Stellenabbau „überhaupt kein Thema“, sagte Benko weiter.

Bei seinem Werben um Kaufhof hat Benko mit dem Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen einen profilierten Konkurrenten. Er hat ebenfalls Interesse an Kaufhof und könnte beide Ketten verschmelzen. Jüngst bekannt gewordene Planspiele aus dem Berggruen-Umfeld sehen dabei jedoch den Wegfall von bis zu 6.000 Arbeitsplätzen vor. Mit dem „Projekt Zeus“ ließen sich demnach pro Jahr 150 bis 250 Millionen Euro an zusätzlichen Gewinnen realisieren.

Kommentare (2)

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Peanuts

27.11.2011, 16:35 Uhr

Fehlt noch Dr. Jürgen Schneider in der honorablen Bieterrunde.
Die Skandalbank HSH als Finanzierer im Hintergrund passt jedenfalls ins Bild.

Spitzer

27.11.2011, 19:57 Uhr

Ganz schön forsch junger Mann!

Bei den lfd. Geldwäsche Ermittlungen (s. vorgestriger Artikel ) würden andere Herrschaften den Ball flach halten.

Gehe mal davon aus, dass an den Anschuldigungen nichts dran ist - und Herr Benko seinen vollmundigen Ankündigungen auch Taten und Zahlungen folgen lässt.

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