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04.02.2013

19:16 Uhr

Übernahme

Deutsche Bahn kauft in Osteuropa zu

Die Deutsche Bahn fährt offenbar weiter auf Expansionskurs. Unternehmenskreisen zufolge übernimmt der Konzern die Osteuropa-Tochter des Konkurrenten Veolia. Der Preis soll im dreistelligen Millionenbereich liegen.

Regionalzug der Deutsche Bahn: Der Konzern übernimmt Strecken in Kroatien, Polen, Serbien, Tschechien, der Slowakei und Slowenien. obs

Regionalzug der Deutsche Bahn: Der Konzern übernimmt Strecken in Kroatien, Polen, Serbien, Tschechien, der Slowakei und Slowenien.

Berlin/ParisDie Deutsche Bahn expandiert weiter und kauft Unternehmenskreisen zufolge die Osteuropa-Tochter des Konkurrenten Veolia. Die Verhandlungen mit dem französischen Konzern seien abgeschlossen, sagten mit den Gesprächen Vertraute aus dem Bahn-Konzern am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. In Finanzkreisen hieß es, der Kaufpreis werde um die 200 Millionen Euro liegen.

Der Bahn-Aufsichtsrat könnte das Geschäft im März besiegeln. Mit Veolia Transport Central Europe (VTCE) kauft die DB Bus-Strecken in Kroatien, Polen, Serbien, Tschechien, der Slowakei und Slowenien. Die Bahn erklärte, sie beteilige sich nicht an Markt-Spekulationen. Veolia wollte sich ebenfalls nicht äußern.

Ziel der Bahn ist es, in ganz Europa das führende Nahverkehrsunternehmen zu werden. Dafür hatte die Bahn bereits den britischen Arriva-Konzern gekauft – das war der bis dahin größte Kauf der Firmengeschichte. Unter dem Dach von Arriva bündelt die DB das europäische Nahverkehrsgeschäft sowohl mit Bahnen als auch Bussen. Die deutsche Arriva-Tochter musste der Konzern allerdings wegen des Widerstandes der Kartellwächter abstoßen, da die DB nach wie vor fast 80 Prozent des Regionalverkehrs-Marktes kontrolliert.

Auch ein Kauf der deutschen Veolia-Töchter dürfte kaum infrage kommen. Veolia betreibt neben Regionalbahnen mit der Verbindung Leipzig-Berlin-Rostock auch eine der wenigen Fernverkehrsstrecken in Konkurrenz zur Deutschen Bahn.

Veolia Deutschland gehört zu Veolia-Transdev, wo der gesamte Verkehrssektor des französischen Mischkonzerns zusammengefasst ist. Das Osteuropa-Geschäft von VTCE ist wiederum eine Tochter von Transdev. An VTCE hält die Osteuropa-Bank (EBRD) 35 Prozent.

Veolia ist hoch verschuldet und will sich daher von Töchtern trennen, um die Verbindlichkeiten zu reduzieren.

Die Bahn in Zahlen

Umsatz

Die Deutsche Bahn verbuchte im ersten Halbjahr 2012 einen Umsatz von 19,5 Milliarden Euro (18,9 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum). Insgesamt kam die Bahn 2011 auf einen Umsatz von 37,90 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es 34,41 Milliarden Euro.

Gewinn vor Zinsen und Steuern

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) beträgt 1,3 Milliarden Euro (1,1 Milliarden Euro).

Halbjahresergebnis

Halbjahresergebnis: 794 Millionen Euro (648 Millionen Euro).

Mitarbeiter zum Jahresende

Genau 284.319 hatte der Staatskonzern zum Jahresende 2011. Das waren gut 8000 mehr als ein Jahr zuvor. Mitarbeiter zum 30. Juni: 286 215 (30. Juni 2011: 284 319).
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Fahrgäste Bahnverkehr pro Tag

Fahrgäste Bahnverkehr im ersten Halbjahr: mehr als 1,0 Milliarde (973 Millionen). 2011 fuhren täglich rund 5,43 Millionen Menschen mit der Deutschen Bahn. 2010 waren es noch rund 5,34 Millionen.

Personenverkehr

Die Züge der Bahn legten im vergangenen Jahr 79,2 Milliarden Personenkilometer zurück. Ein wenig mehr als ein Jahr zuvor (78,6 Milliarden Personenkilometer).

Beförderte Güter im Schienenverkehr

Beförderte Güter im Schienenverkehr: 202,3 Millionen Tonnen (207,8 Millionen Tonnen).

Schienennetz

Das Schienennetz der Deutschen Bahn ist weiter geschrumpft. 2011 waren es nur noch 33.576 Kilometer. Ein Jahr zuvor gab es noch 33.723 Kilometer Schiene.

Von

rtr

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