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27.06.2012

20:34 Uhr

Übernahme-Poker

Asklepios schnappt sich Rhön-Klinikum-Aktien

Asklepios macht es dem Gesundheitskonzern Fresenius auf den letzten Metern schwer: Der Konzern sicherte sich 5,01 Prozent an Rhön-Klinikum. Damit durchkreuzt Asklepios die Übernahmepläne von Fresenius.

Das Herz-, Gefäß- und Diabeteszentrum des Asklepios Klinikums St. Georg in Hamburg. dapd

Das Herz-, Gefäß- und Diabeteszentrum des Asklepios Klinikums St. Georg in Hamburg.

FrankfurtDie milliardenschwere Übernahme von Rhön-Klinikum durch den Gesundheitskonzern Fresenius droht am Konkurrenten Asklepios zu scheitern. Der Hamburger Klinikbetreiber kaufte sich kurz vor Ablauf der Übernahmefrist überraschend mit gut fünf Prozent bei Rhön ein und macht Fresenius damit einen Strich durch die Rechnung. "Wir sind ein langfristig orientiertes Familienunternehmen, und wir wollen uns bei Rhön-Klinikum alle Gestaltungsmöglichkeiten offen halten", sagte ein Asklepios-Sprecher am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. An der Börse brachen die Aktien von Rhön-Klinikum so stark ein wie noch nie, auch die Fresenius-Titel gaben deutlich nach.

Fresenius wollte am Mittwoch bis Mitternacht mehr als 90 Prozent der Rhön-Aktien einsammeln, damit die 3,1 Milliarden Euro schwere Übernahme gelingt. Diese Hürde hat sich Fresenius-Chef Ulf Schneider gesetzt, weil diese Zustimmungsquote in der Rhön-Satzung für alle wichtigen Entscheidungen vorgesehen ist. Dass dieses Ziel nach dem Asklepios-Einstieg noch zu schaffen ist, halten Experten für sehr unwahrscheinlich.

Die Fresenius-Tochter Helios, Rhön und Asklepios sind die größten privaten Klinikbetreiber in Deutschland - durch einen Zusammenschluss von Rhön und Helios würde ein unangefochtener Marktführer entstehen. In der Krankenhausbranche wurde deshalb seit langem spekuliert, ob die Rivalen Asklepios oder Sana die Übernahme verhindern, indem sie bei Rhön einsteigen.

Fresenius kämpfte bis zur letzten Minute für ein Gelingen der Übernahme. Am Mittwochabend kaufte der Konzern fünf Millionen Rhön-Aktien, was einem Anteil von 3,6 Prozent entspricht. Ob die Übernahme gelingt, wird vermutlich am Freitag bekanntgegeben. "Wir werden abwarten, wie das Ergebnis ausfällt", sagte ein Fresenius-Sprecher. "Bislang haben wir von niemandem einen Hinweis erhalten, dass er ein Gegenangebot vorlegen oder den Deal blockieren will."

Kommentare (2)

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Holstein

27.06.2012, 19:47 Uhr

War bereits im Laufe der letzten zwei Wochen mehr als deutlich zu erkennen. Wenn renommierte deutsche Privatbanken nennenswert Aktien aufkaufen tun Sie dieses schließlich fast immer im Kundenauftrag. Da kam auch nur Asklepios in Frage. Hatte ich bereits vor 2 Wochen in Foren angekündigt. Nun Realität geworden - der Markt ist letztlich doch sehr simpel !

Stinkeopa

28.06.2012, 21:56 Uhr

Blödsinn,
Helios und Asklepios wurden vom gleichen Manager gegründet, arbeiten z.B. im Klinikum Altona Tür an Tür.

Hier geht es einzig und allein um die Übernahme von sog.
Gebietsherrschaften über Vertraulichste Daten, Leben und Tod der arglosen Bürger.

In Dortmund hat man die schrägen Vögel erst gar nicht die Hände über die Stadt
legen lassen.
So mancher treu-doofe und geldgierige Kommunalpolitiker, der sich mit Helios eingelassen hatte, hat es dann auch nicht mehr lebend aus diesem kuriosen Konzernchen sizilianisch amerikanischer Eigentümer geschafft.

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