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09.01.2007

17:42 Uhr

Übernahme-Poker

Techem einigt sich mit Macquarie

Der Energiedienstleister Techem hat den Weg für die Übernahme durch den australische Macquarie-Bank freigemacht. Macquarie räumte den Widerstand des Managements mit verbindlichen Zusagen zu Arbeitsplatz- und Standorterhalt sowie Strategie des Unternehmens beiseite. Bislang hatte lediglich ein zweiter Bieter, der Finanzinvestor BC Partners, solche Garantien gegeben.

HB FRANKFURT. „Wir haben zügig und ohne Scheuklappen verhandelt. Wir haben ein sehr positives Ergebnis erzielt, das uns die Fortführung der Wachstumsstrategie ermöglicht und den Mitarbeitern eine gute Perspektive bietet“, erklärte Techem-Vorstandschef Horst Enzelmüller am Dienstag. Dafür sorge der mit Macquarie unterzeichnete Rahmenvertrag. Macquarie-Vorstandsmitglied Martin Stanley unterstrich: „Wir haben nach unseren intensiven Gesprächen volles Vertrauen, dass das Management das Unternehmen mit Macquarie als Mehrheitsaktionär in eine erfolgreiche Zukunft führen wird.“

Der anfangs als so genannter „weißer Ritter“ gegen den unliebsamen Vorstoß der Australier ins Boot geholte Finanzinvestor BC Partners wollte die Einigung nicht kommentieren. BC Partners war mit seiner Gegenofferte über 52 Euro je Techem-Aktie ins Hintertreffen geraten, nachdem Macquarie ihr Angebot um ein Viertel auf 55 Euro je Techem-Aktie erhöht hatte. BC Partners hatte bereits vor Weihnachten angekündigt, sein Angebot nicht aufzustocken. Macquarie hatte den Übernahmekampf im Oktober mit einem Gebot von 44 Euro eröffnet.

Die Frist für beide Offerten endet am 15. Januar um Mitternacht. Die im MDax gelisteten Techem-Aktien notierten am Dienstagnachmittag 1,1 Prozent schwächer bei 55,38 Euro. Macquarie will gut 70 Prozent der Techem-Aktien einsammeln und hat sich mit 27 Prozent bereits eine Sperrminorität gesichert. Die Techem-Aktionäre hatten auf beide Angebote bislang kaum reagiert und abgewartet, ob es in dem Poker noch Bewegung geben würde. Macquarie wollte sich nicht dazu äußern, ob das Eschborner Unternehmen bei Erreichen der erforderlichen Anteile von der Börse genommen werden soll.

Eine mittelbare Beteiligung des Managements an Techem sei nicht Bestandteil des Rahmenvertrages, werde aber von Macquarie erwogen, teilte Techem mit. Macquarie werde zudem Vorschläge für eine Neubesetzung des Aufsichtsrats unterbreiten.

HB FRANKFURT. Techem hatte sich zuvor in wesentlichen Punkten mit der australischen Bank geeinigt. So habe der Macquarie weit reichende Zusagen, was die Strategie des Vorstands, den Standort und den Erhalt der Arbeitsplätze angeht, gemacht. Die Hauptkritikpunkte des Techem-Managements an der Macquarie-Offerte sind somit vom Tisch: „Der Vorstand der Techem begrüßt den Abschluss des Rahmenvertrages. Er sichert die Fortsetzung der vom Vorstand verfolgten, erfolgreichen Strategie auch im Falle einer Übernahme der Techem durch Macquarie“, hieß es in der Mitteilung.

Der anfangs als so genannter „weißer Ritter“ gegen den unliebsamen Vorstoß der Australier ins Boot geholte Finanzinvestor BC Partners wollte die Einigung nicht kommentieren. BC Partners hatte bereits vor Weihnachten angekündigt, seine Kaufofferte über 52 Euro je Techem-Aktie nicht aufzustocken. Macquarie bietet 55 Euro je Aktie. Die Frist für die Angebote endet am 15. Januar um Mitternacht.

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