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07.06.2012

08:14 Uhr

Übernahme

Starbucks wird zum Bäcker

VonAstrid Dörner

Mit der Übernahme der urigen Café-Häuser von „La Boulange“ will Starbucks die eigene Kernmarke stärken. Die Kaffeehauskette will sich langfristig zu einem Einzelhandelskonzern ausbauen.

Ein „La Boulange“-Café in San Francisco. AFP

Ein „La Boulange“-Café in San Francisco.

Eigentlich sind die Café-Häuser von „La Boulange“ so etwas wie Anti-Starbucks: Die kleine Kaffeehauskette aus San Francisco lockt ihre Besucher mit frischen Croissants, Salaten und Körnerbrot. Die Besitzer legen Wert darauf, dass die Cafés nicht einheitlich ausgestattet sind. Für amerikanische Verhältnisse erinnern sie verblüffend stark an Frankreich.

Das hat offenbar auch Starbucks-Chef Howard Schultz imponiert. Der Vorstandsvorsitzende der weltgrößten Kaffeehauskette Starbucks kündigte am späten Montagabend die Übernahme von „La Boulange“ und der dahinter stehenden Backwarenkette Bay Bread an.

100 Millionen Dollar in bar ist ihm das Unternehmen mit seinen 19 Filialen wert. „Das ist eine Investition in unser Kerngeschäft“, sagte Schultz. „Nach über 40 Jahren können wir jetzt auch sagen, dass wir Bäcker sind.“ Schon lange arbeitet der Starbucks-Chef daran, die Snacks, die in den mehr als 17.000 Starbucks-Cafés auf der Welt angeboten werden, zu verbessern.

Kunden hatten immer wieder den Wunsch geäußert, dass die Kaffee-Kette auch gesündere, frischere Snacks anbietet. Starbucks ist eigentlich für süße, mit Karamell- oder Lebkuchenaroma versehene Kaffee-Getränke bekannt. Die Qualität der angebotenen Croissants oder belegten Brote konnte jedoch oft nicht mit denen aus traditionellen Bäckereien mithalten.

Schultz will den Zukauf auf zwei Arten nutzen. Zum einen will er die Produkte des kalifornischen Backwaren-Unternehmens in den Starbucks-Filialen anbieten. Zum anderen sollen Bay Bread und La Boulange als eigene Marke im Starbucks-Konzern weitergeführt werden. Bay Bread beliefert auch Hotels und Restaurants.

Die Übernahme passt in die übergeordnete Starbucks-Strategie: Schultz hat bereits im vergangenen Jahr angekündigt, die Kaffeehauskette zu einem Einzelhandelskonzern auszubauen, in dem mehrere Marken Platz haben sollen.

Im März eröffnete der Konzern die erste Filiale der neuen Saft-Kette „Evolution Fresh“. Eine ganze Reihe von Produkten, die in Ketten wie den Starbucks Café-Häusern oder Evolution Fresh verkauft werden, könnten in Zukunft auch in Supermärkten zu finden sein.

Im Zuge der Übernahme von La Boulange erwartet Starbucks einen negativen Einmaleffekt von zwei Cents je Aktie für das zweite Halbjahr. Die Starbucks-Aktie hatte im April ein Allzeithoch von knapp 62 Dollar erreicht.

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