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15.01.2007

11:08 Uhr

Übernahme von Denner geplant

Schweizer Migros macht gegen Aldi & Co. mobil

VonOliver Stock

Die Konzentration im Schweizer Einzelhandel nimmt zu: Der Branchenprimus Migros will mit Denner die aktuelle Nummer drei übernehmen. Der Kaufpreis für 70 Prozent der Anteile an Denner liegt bei einer halben Milliarde Euro.

Verkaufsumsätze des Schweizer Food-Einzelhandels

Verkaufsumsätze des Schweizer Food-Einzelhandels

ZÜRICH. Dass Denner verkauft, liegt vor allem am Druck den deutsche Einzelhändler auf dem Schweizer Markt erzeugen: Seit Oktober 2005 ist Aldi in der Schweiz aktiv. Lidl will ebenfalls Läden eröffnen. Die Übernahme von Denner muss aber noch von der Schweizer Wettbewerbsbehörde genehmigt werden. Dies könnte sich angesichts der künftigen Marktmacht von Migros noch als Hürde erweisen.

Im Schweizer Lebensmitteleinzelhandel herrschen klare Verhältnisse. Die Nummer eins ist Migros, die Nummer zwei Coop. Beide zusammen kommen auf mehr als 65 Prozent Marktanteil. Mit großem Abstand folgt Denner, der auf elf Prozent Marktanteil kommt. Aldi zählt bislang 27 Filialen in der Schweiz.

Allerdings hat der Markteintritt der Deutschen den Wettbewerb verschärft: Die Preise, die oft um die Hälfte höher als in den Nachbarländern ausfallen, sind ins Rutschen gekommen. Die etablierten Schweizer Anbieter verstärkten das Sortiment ihrer billigen Eigenmarken, was die Preise im vergangenen Jahr um rund zehn Prozent sinken ließ. Gotthard Wangler, Einzelhandelsexperte von Wangler Consult in Luzern, sieht im Markteintritt der Deutschen den Hauptgrund für den Verkauf von Denner: „Aldi hat sich positioniert, Lidl befindet sich in den Startlöchern, Coop und Migros mischen ebenfalls im Tiefpreissegment mit. Denner steht daher unter heftigem Preisdruck.“ Auch Migros-Chef Herbert Bolliger macht keinen Hehl aus dieser Sichtweise: Er will mit dem Kauf Aldi und Lidl Paroli bieten und in das zweistellig wachsende Discount-Geschäft einsteigen.

Der genossenschaftlich organisierte Schweizer Branchenprimus Migros machte im Jahr 2005 mit 81 000 Beschäftigten einen Konzernumsatz von 20,4 Mrd. Franken (13 Mrd. Euro) und liegt damit europaweit an elfter Stelle unter den Einzelhandelskonzernen. Der Gewinn betrug knapp 700 Mill. Franken.

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