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27.06.2016

17:37 Uhr

Übernahme von Kaiser's Tengelmann

Verdi wirft Edeka bei Verhandlungen Erpressung vor

Die Fronten bei der geplanten Übernahme der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann durch Edeka sind verhärtet. Verdi wirft Edeka jetzt Erpressung vor. Die Übernahme-Auflagen werden unterschiedlich ausgelegt.

Die Übernahme von Kaisers durch Edeka stockt momentan bei den Tarifverhandlungen mit Verdi. dpa

Stillstand bei den Fusionsverhandlungen

Die Übernahme von Kaisers durch Edeka stockt momentan bei den Tarifverhandlungen mit Verdi.

BerlinBei der geplanten Übernahme der verlustreichen Supermarktkette Kaiser's Tengelmann wirft die Gewerkschaft Verdi der Supermarktkette Edeka „Erpressung“ vor. Edeka habe die für Anfang Juli in Nordrhein-Westfalen angesetzten Verhandlungstermine für einen Tarifvertrag mit der Dienstleistungsgewerkschaft abgesagt und mit einem Verzicht auf die Übernahme gedroht, heißt es in einem Verdi-Flugblatt, das der Nachrichtenagentur AFP am Montag vorlag. Weitere Gespräche solle es nur geben, wenn Verdi „wesentliche Positionen“ aufgebe.

Edeka wollte den Verhandlungsverlauf nicht kommentieren. Ein Sprecher erklärte jedoch, dass das Unternehmen eine „zügige Einigung“ mit den Gewerkschaften anstrebe, um die Standorte von Kaiser's Tengelmann im Interesse der Mitarbeiter „möglichst bald in den Edeka-Verbund integrieren zu können“.

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Edeka darf die Supermärkte von Kaiser's Tengelmann nur übernehmen, wenn mehrere Auflagen von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) für eine Sondergenehmigung erfüllt sind. Dazu gehören unter anderem Tarifverträge mit Verdi und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), mit denen so gut wie alle 16.000 Jobs vorerst gesichert werden. Verdi führt derzeit in Berlin, Bayern und Nordrhein-Westfalen Verhandlungen mit Edeka.

Edeka will nach Angaben aus dem Verdi-Informationsblatt die Kaiser's Tengelmann GmbH in vier unterschiedliche Gesellschaften aufteilen. Für die Beschäftigten könnte dies Arbeitsplatzverlust, Versetzung, längere Arbeitszeiten oder weniger Gehalt bedeuten, hieß es in dem Informationsblatt. Die Gewerkschaft fordere aber eine „tarifliche Lösung im Sinne von Herrn Gabriel“ und habe Edeka deshalb noch einmal ihre „zentralen Forderungen“ vorgelegt.

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Laut Verdi erklärte das Unternehmen daraufhin, dass es zu diesen Bedingungen „keinen Übergang“ zu Edeka geben werde. „Das ist schlicht Erpressung“, kritisiert die Gewerkschaft. Sie beharrt weiter auf einer „umfassenden Beschäftigungssicherung“ sowie auf den Erhalt der Standorte und Betriebsstrukturen für die nächsten fünf Jahre. Eine Zergliederung der Filialen in unterschiedliche Gesellschaften lehnt die Gewerkschaft ab.

„Wir erwarten, dass Edeka die Bedingungen der Ministererlaubnis endlich akzeptiert und wir zügig einen Tarifvertrag abschließen können“, sagte eine Verdi-Sprecherin AFP. „Alles andere ist inakzeptabel und geht zu Lasten der Beschäftigten.“

Von

afp

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