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01.11.2014

15:45 Uhr

Übernahme von Kaufhof

Metro bestätigt Gespräche mit Benko

Neue Gerüchte um eine Übernahme der Warenhauskette Kaufhof durch den Karstadt-Eigner Rene Benko: Der Eigentum der Kette, der Handelskonzern Metro bestätigte erstmals „lose Gespräche“. Folgt bald die Übernahme?

Das Objekt der Begierde: Die kriselnde Warenhauskette Kaufhof. dpa

Das Objekt der Begierde: Die kriselnde Warenhauskette Kaufhof.

Der Handelskonzern Metro hat erstmals Gespräche mit dem Karstadt-Eigner Rene Benko über Kaufhof bestätigt. „Es gab lose Gespräche“, sagte ein Metro-Sprecher am Samstag der Nachrichtenagentur Reuters. „Mehr gab es nicht und wird es in nächster Zukunft auch nicht geben.“ Seit der Karstadt-Übernahme durch Benko sind Spekulationen um eine Zusammenführung mit den Warenhäusern der Metro-Tochter Kaufhof wieder aufgelebt.

Das Magazin „Focus“ hatte zuvor berichtet, Benko verstärke trotz öffentlicher Dementis seine Bemühungen um den Konkurrenten Kaufhof. Der Österreicher habe sich dazu mit dem Metro- -Manager Christian Baier getroffen, der den Bereich Strategie und Fusionen bei dem Kaufhof-Mutterkonzern leite, berichtete das Magazin ohne Angaben von Quellen. Dass die mögliche Fusion beider Kaufhaus-Ketten zentrales Gesprächsthema war, gelte als wahrscheinlich.

Der Kaufhof sei gut aufgestellt und sehr erfolgreich, mit dem die Metro zufrieden sei, sagte der Metro-Sprecher. „Wir sehen keinen Handlungsbedarf oder irgendeine Veranlassung aktuell etwas zu unternehmen“. Benko war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Erst vor gut einer Woche hatte die Signa-Holding von Benko einen Bericht über einen neuen Anlauf zur Übernahme von Kaufhof zurückgewiesen. Benko und Signa konzentrierten sich völlig auf die Sanierung der angeschlagenen Warenhauskette Karstadt, erklärte ein Signa-Sprecher seinerzeit.

Sechs Gründe für den Niedergang der Warenhäuser

Hintergrund

Die angeschlagene Warenhauskette Karstadt ist neben Kaufhof die letzte große ihrer Art in Deutschland. Der Niedergang der traditionellen Warenhäuser hat diverse Gründe. Ein Überblick.

Sortiment

Vor allem ab Mitte der 1960er Jahre gab es nach Erkenntnissen des Handelsverbands zunehmend Probleme für Warenhäuser. Ein Grund war der Zuwachs an neuen Fachgeschäften, die sich auf Waren spezialisiert hatten und den Kunden mehr Vielfalt bieten konnten.

Preis

Größere Fachhändler haben nicht nur Vorteile durch mehr Facetten eines Produkts, sie können es in der Regel auch günstiger anbieten. Gerade Textil-Discounter machten dem Warenhaus, das stark durch sein Modesortiment geprägt ist, zuletzt das Leben schwer.

Onlinegeschäft

Hinzu kommt der Internethandel, der auch anderen Einzelhändlern zunehmend das Wasser abgräbt. Während die meisten Online-Anbieter im vergangenen Weihnachtsgeschäft zweistellige Zuwachsraten verzeichneten, schrumpften die Verkäufe von Karstadt über das Internet.

Infrastruktur

Handelsexperte Jörg Funder von der Fachhochschule Worms sieht auch einen Grund in mangelhafter IT-Infrastruktur. Dadurch sei die Steuerung der Warenbestände erschwert worden. Warenhäuser wüssten dadurch nicht: Was verkauft sich gut, was nicht?

Investitionsstau

Branchenkenner sind sich einig, dass in den vergangenen Jahren zu wenig investiert wurde. Handelsexperte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein schätzt den Investitionsstau bei Karstadt auf mindestens 1,5 Milliarden Euro. Soviel Geld wäre nach seiner Auffassung nötig, um Karstadt zukunftsfähig auszurichten.

Servicekultur

Alltägliche Ware zu alltäglichem Service – so beschreibt Branchenkenner Funder das Warenhaus. Innovationen, die den Einkauf für Kunden zum Erlebnis machten, gebe es dort nicht mehr.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits im August erfahren, dass Benko mit Blick auf den Kaufhof bei Metro-Großaktionär Haniel angeklopft hatte. Konkrete Gespräche gebe es aber nicht, sagten Insider immer wieder, es handele sich nur um lose Kontakte.

Von

rtr

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