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25.08.2014

10:58 Uhr

Übernahme von Tim Hortons?

Burger King plant Steuerflucht nach Kanada

Burger King – viel mehr Amerika geht kaum. Und doch zieht es den Fast-Food-Riesen ins Ausland. Der Burger-Brater plant eine Übernahme der kanadischen Kaffee-Kette Tim Hortons. Das Ziel: Steuern sparen.

Die Zentrale von Burger King könnte bald in Kanada zu finden sein. AFP

Die Zentrale von Burger King könnte bald in Kanada zu finden sein.

MiamiDer US-Fastfood-Riese Burger King will den Rivalen Tim Hortons aus Kanada übernehmen und so seinen Firmensitz in das für niedrigere Steuern bekannte Nachbarland verlegen. Die Fusionsverhandlungen liefen, erklärten beide Unternehmen in der Nacht zum Montag. Zuerst hatte das „Wall Street Journal“ über die Pläne berichtet.

Aus einem Zusammenschluss würde ein Branchenriese mit 18.000 Schnellrestaurants und einem Marktwert von 22 Milliarden Dollar hervorgehen. Davon entfallen etwa 8,4 Milliarden Dollar auf Tim Hortons. Beide Ketten sollten anschließend unter ihren bestehenden Markennamen weitergeführt werden.

Insidern zufolge könnte die Übernahme des mit Donuts und Kaffee groß gewordenen Schnellrestaurants Tim Hortons in den kommenden Tagen über die Bühne gehen. Die Rahmenbedingungen für den Zusammenschluss müssten noch ausgehandelt werden, hieß es. Klar ist aber schon, dass die Beteiligungsgesellschaft 3G Capital als bisheriger Burger-King-Hauptaktionär auch die Mehrheit an einem fusionierten Unternehmen halten will. Den Rest sollen die Anteilseigner von Tim Hortons und die übrigen Burger-King-Aktionäre bekommen. 3G hält 70 Prozent an Burger King.

Die wertvollsten Fast-Food-Marken

Methodik

Einmal jährlich berechnet das US-Marktforschungsinstitut Millward Brown den Markenwert der wertvollsten Fast-Food-Ketten der Welt. Handelsblatt Online zeigt, welche Marken besonders gut abschneiden. (Stand: Mai 2013)

Platz 10

Taco Bell - Markenwert: 1,99 Milliarden Dollar

Die berühmte Burrito-Kette verkauft ihre mexikanischen Spezialitäten vor allem in den USA. Zwei Millionen Kunden und 5800 Filialen machen die Möchtegern-Mexikaner zu dem Umsatztreibern des Fast-Food-Riesens Yum!-Brands.

Platz 9

Burger King - Markenwert: 2,44 Milliarden Dollar

Was die Größe betrifft sind die Erfinder des Whoppers der größte McDonalds-Konkurrent. Beim Markenwert spielt die Burgerkette trotz 12.700 Filialen in 73 Ländern weltweit aber in einer anderen Liga.

Platz 8

Panera - Markenwert: 3,03 Milliarden Dollar

Die Backshop-Kette ist neu in den Top 10. Dort gibt es Brötchen, aber auch kleine Speisen wie Suppen. Die Kette hat mehr als 1700 Filialen in den USA und Kanada.

Platz 7

Tim Hortons - Markenwert: 3,38 Milliarden Dollar

Durch rasantes Wachstum hat die kanadische Kette in ihrem Heimatland sogar McDonald's überholt. In den 3300 Filialen werden besonders Kaffee und Donuts verkauft.

Platz 6

Chipotle - Markenwert: 4,97 Milliarden Dollar

Burritos und Tacos sind die Klassiker bei der US-Kette, die mexikanisches Essen serviert. Das Unternehmen wurde vor 20 Jahren gegründet und gehörte zwischendurch ein paar Jahre zu McDonald's.

Platz 5

Pizza Hut - Markenwert: 6,01 Milliarden Dollar

Die 12.000 Filialen der weltgrößten Pizzakette gehören ebenfalls zum Yum!-Imperium. Statt mit der klassischen italienischen Pizza feiert die Kette vor allem mit Pan-Pizzen Erfolge, die in der Pfanne serviert werden.

Platz 4

Kentucky Fried Chicken (KFC) - Markenwert: 9,95 Milliarden Dollar

Noch heute lächelt KFC-Gründer Colonel Harland Sanders von jedem Eimer mit Hähnchenflügeln, der über die Ladentheke geht. Die Kette, die ebenfalls zu Yum! gehört, steht seit mehreren Jahren in der Kritik von Tierschützern.

Platz 3

Subway - Markenwert: 16,69 Milliarden Dollar

Während Subway in den USA als beliebter Franchisepartner gilt, gingen der Sandwich-Kette in Deutschland reihenweise die Franchisenehmer von der Stange. Im Markenwert werden die US-Brötchengeber aber nur von zwei Konzernen geschlagen.

Platz 2

Starbucks - Markenwert: 17,89 Milliarden Dollar

Die Zeit des rasanten Wachstums ist vorbei. Die US-Kaffeekette wächst, aber die Wirtschaftskrise hinterlässt ihre Spuren in der Bilanz. Im Markenwert ist trotzdem keine Kaffeekette besser – und Starbucks hat im Vorjahresvergleich stark zugelegt.

Platz 1

McDonald's - Markenwert: 90,26 Milliarden Dollar

Das goldene M, Heimat von Big Mac und Chicken McNuggets, ist beim Markenwert einsam an der Spitze. Mit 34.000 Filialen in 118 Ländern gibt es kaum einen Winkel der Welt, in dem der Fast-Food-Riese nicht aktiv ist.

Der McDonald's-Rivale Burger King, 1954 in den USA gegründet, dürfte sich von dem Schritt Steuerersparnisse versprechen und damit Widerstand in Washington auslösen. In Kanada sind die Unternehmenssteuern mit 26,5 Prozent deutlich niedriger sind als in den USA (40 Prozent). Der Deal würde US-Präsident Barack Obama unter Druck setzen – denn zuletzt hatten bereits andere Unternehmen angekündigt, ihre Zentrale ins Ausland verlegen zu wollen. Präsident Barack Obama will das Steuerschlupfloch Übernahme zwar schließen, bislang scheiterte er aber am Widerstand der Republikaner, die Zugeständnisse an anderen Stellen der Steuerpolitik verlangen.

Burger King betreibt in fast 100 Ländern mehr als 13.000 Restaurants. Zum Filialnetz von Tim Hortons aus Oakville in der Provinz Ontario gehören über 3500 Geschäfte in Kanada und rund 850 in den USA. Die Expansion in den USA kam bisher wegen der Konkurrenz von McDonald's und Starbucks nur langsam voran.

Kommentare (8)

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Herr Josef Schmidt

25.08.2014, 09:09 Uhr

Wann kommen Politiker drauf die Umsätze im eigenen Land zu besteuern damit der Steuerflucht ein Riegel vorgeschoben wird.
Die Kumpanei der Wirtschaft und der gekauften Politikerhuren wird langsam unerträglich.

Wir leben im "Halt sie dumm ich halt sie arm" Land.

Herr Michael Rensler

25.08.2014, 09:30 Uhr

Also Exportnation würde es uns aber hart treffen, da wir die Gewinne überwiegend im Ausland machen. Teilweise passiert selbst die Wertschöpfung schon im Ausland und die Gewinne werden aber in Deutschland versteuert. Ich vermute wir würden uns da nur ins eigene Fleisch schneiden.
Letztendlich bleibt wohl nur die Umsatzsteuer als Lösung, auch wenn es gefühlt so erstmal den Konsumenten trifft.

Herr Teito Klein

25.08.2014, 09:51 Uhr

Steuern sparen in Kanada
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Burger King – viel mehr Amerika geht kaum. Und doch zieht es den Fast-Food-Riesen ins Ausland. Der Burger-Brater plant eine Übernahme der kanadischen Kaffee-Kette Tim Hortons. Das Ziel: Steuern sparen.

Das ist wirtschaftlich gedacht. In den USA zahlen sie 40% Steuern, in Kanada nur 26,5%.
Viele US-Firmen haben ihre Zentralen deshalb auch nach Luxemburg oder nach Irland verlegt um Steuern zu sparen.
Sie nennen das "Notwehr".

Und wie will Obama darauf reagieren? Außer Ankündigungen kommt da nichts.

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