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28.09.2016

09:36 Uhr

Übernahme von UK Mail

Deutsche Post verstärkt sich in Großbritannien

Die Deutsche Post baut mit ihr Geschäft in Großbritannien aus und kauft für umgerechnet 280 Millionen Euro den Post- und Paketdienstleister UK Mail. Damit knüpft der Bonner Konzern sein Netzwerk in Europa weiter.

Der Bonner Konzern kauft den britischen Postdienstleister UK Mail. Reuters

Deutsche Post

Der Bonner Konzern kauft den britischen Postdienstleister UK Mail.

DüsseldorfDie Deutsche Post baut ihr boomendes Paket-Geschäft mit einer Übernahme in Großbritannien aus. Der Bonner Logistikkonzern habe sich mit UK Mail auf ein Angebot für eine Übernahme geeinigt, teilte die Post am Mittwoch mit. Insgesamt bewerte die Offerte von 440 Pence je Aktie inklusive Zwischendividende UK Mail mit umgerechnet rund 280 Millionen Euro. Das Management des britischen Konzerns wolle den Aktionären die Annahme des Angebotes empfehlen.

„Mit diesem Erwerb werden wir unser Netzwerk weiter ausbauen und eine starke Präsenz auf den drei größten E-Commerce-Märkten Europas – Großbritannien, Deutschland und Frankreich – haben“, erklärte Post-Vorstand Jürgen Gerdes. Die Marktposition von DHL Paket werde gestärkt - und es gebe eine steigende Nachfrage nach grenzüberschreitenden Lieferungen.

Die Post verzeichnet im Paket-Geschäft rasante Zuwächse. Immer mehr Verbraucher ordern Güter bei Online-Händlern von Amazon bis Zalando. Die Post oder Konkurrenten wie UPS oder FedEx liefern die Pakete aus. Die Rheinländer knüpfen nun ein europäisches Netzwerk - und lassen sich bei ihrer Übernahme auch nicht von der britischen Entscheidung für einen Austritt aus der Europäischen Union schrecken.

Die Konkurrenten der Deutschen Post

DPD

DPD Deutschland gehört zur DPD Group, nach eigenen Angaben das zweitgrößte Netzwerk von Paketdiensten in Europa. Die Zentrale des Unternehmens mit 7500 Mitarbeitern ist in Aschaffenburg (Bayern). Im März 2015 kündigte der Paketdienst an, die Deutsche Post DHL mit einer einheitlichen europäischen Marke herauszufordern. So soll das Paketnetz europaweit auf 22.000 Stationen erweitern werden.

Quelle: dpa

Pin Mail AG

Bei dem Postdienstleister mit Sitz in Berlin dominiert die Farbe Grün - statt Post-Gelb. Die Firma hat rund 1150 Mitarbeiter und beförderte 1999 in der Hauptstadt die ersten Briefsendungen.

Hermes

Der international tätige Handels- und Logistikdienstleister ist ein Tochterunternehmen der Otto Group und beschäftigt rund 9000 Mitarbeiter in Deutschland. In Europa bewegte die Hamburger Firma im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 530 Millionen Sendungen im Paket- und Logistikgeschäft. Deutschland gehört zu den Kernmärkten.

TNT

Das niederländische Unternehmen ist nach eigenen Angaben einer der weltweit führenden Anbieter von Expressdienstleistungen für Geschäftskunden. Dazu gehört die deutsche TNT Express GmbH mit Sitz in Troisdorf (Nordrhein-Westfalen) mit etwa 3700 Mitarbeitern. Im Jahr 2013 hatten die EU-Wettbewerbshüter eine Fusion mit dem US-Paketdienst UPS untersagt.

UPS

Der US-Paketdienstleister bezeichnet sich als der größte Express- und Paketzustelldienst weltweit mit rund 435 000 Mitarbeitern. Im April 2015 kündigte UPS-Deutschland-Chef Frank Sportolari in der „Wirtschaftswoche“ an, dass der Konzern eine Milliarde Euro in Europa investieren wolle - unter anderem in den Ausbau seiner Sortierzentren und in neue Paketshops.

UK Mail wurde in 1971 vom derzeitigen Vorstandsvorsitzenden Peter Kane gegründet. Das Netzwerk des Unternehmens umfasst mehr als 50 Standorte in Großbritannien und beschäftigt über 3000 Mitarbeiter. Die Neuigkeiten kamen an der Londoner Börse gut an: Die UK-Mail-Aktien schossen im frühen Handel um 43 Prozent in die Höhe.

Gerdes arbeitet am Ausbau des Paket-Netzwerks der Post. Der Konzern ist dabei in 18 europäischen Ländern tätig und zudem bereits stark in Großbritannien engagiert. Das Unternehmen hatte schon in der Vergangenheit kräftig in dem Land zugekauft. 2005 übernahm es den Logistiker Exel mit rund 10.500 Beschäftigten für über fünf Milliarden Euro.

Von

rtr

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