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06.02.2012

06:52 Uhr

Übernahme von Xstrata

Glencore öffnet die Tür zur Megafusion

Manchmal lohnt sich hartes Verhandeln: Die Xstrata-Anleger forderten einen Aufpreis auf den Aktienkurs - und sie bekommen ihn. Damit rückt der Zusammenschluss des Bergbaukonzerns mit dem Rohstoffhändler Glencore näher.

Glencore und Xstrata wollen das Riesengeschäft mit Rohstoffen gemeinsam betreiben. dpa

Glencore und Xstrata wollen das Riesengeschäft mit Rohstoffen gemeinsam betreiben.

Zürich/LondonDer weltgrößte Rohstoffhändler Glencore wird dem Bergbau-Unternehmen Xstrata einem Medienbericht zufolge die Fusion mit einem Aufpreis schmackhaft machen. Glencore biete einen Aufschlag von acht Prozent auf den Aktienkurs von Xstrata, den der Konzern vor Bekanntwerden der Fusionsverhandlungen hatte. Das berichtet die „Financial Times“. Xstrata-Aktionäre würden 2,8-Papiere von Glencore für jeden Anteilsschein erhalten. Dies sei ein besseres Verhältnis als es zuletzt von Experten erwartet wurde.

Glencore hält an Xstrata bereits einen Kontrollanteil von 34 Prozent. In der vergangenen Woche machten beide Konzerne ihre Fusionsverhandlungen öffentlich. Der Zusammenschluss soll auf „Augenhöhe“ erfolgen. Weitere Details sollen dem Vernehmen nach am Dienstag bekanntgegeben werden.

Die größten Rohstoffkonzerne der Welt

Xstrata+Glencore

Mit einem Umsatz von 110,3 Milliarden Euro ist Glencore schon heute einer der größten Rohstoffkonzerne der Welt. Durch die Fusion mit dem zweitgrößten Schweizer Rohstoffkonzern Xstrata erreicht der neue Konzern einen Börsenwert von rund 80 Milliarden Dollar. Damit entsteht ein neuer Rohstoffriese.

Rio Tinto

Der multinationale Konzern gehört nicht nur zu den weltweit führenden Unternehmen beim Abbau von Kohle, Diamanten und Kupfer - auch in der Aluminiumproduktion ist der Konzern Weltmarktführer. Der Börsenwert wird auf 93,7 Milliarden Dollar geschätzt.

Vale

Der brasilianische Rohstoffriese kontrolliert 35 Prozent des Eisenerz-Marktes, vor allem mit Exporten aus dem Heimatland. Der Börsenwert wird auf 105,9 Milliarden Euro taxiert. Neben dem Rohstoffgeschäft gehört das Unternehmen zu den führenden Logistikkonzernen Brasiliens.

BHP Billiton

Der australische-britische Rohstoffriese ist ein begehrtes Übernahmeziel der Konkurrenz. Rio Tinto und Chinalco waren an einer Übernahme interessiert, doch das Geschäft platzte. Mit einem Börsenwert von 153,9 Milliarden Euro ist BHP Billiton heute der wertvollste Rohstoffkonzern der Welt.

China Shenhua

Der chinesische Rohstoffkonzern ist der zweitgrößte Kohleproduzent der Welt. Durch Übernahmen im Energiesektor ist der Börsenwert des größten asiatischen Rohstoffunternehmens auf 65,5 Milliarden Dollar angewachsen.

Anglo American

Gold, Diamanten, Platin - der britisch-südafrikanische Rohstoffkonzern hat sich vor allem auf edle Rohstoffe spezialisiert. Aber auch Kohle, Eisen und weitere Industriemetalle gehören zum Portfolio des Konzerns. Der Börsenwert beträgt rund 45 Milliarden Euro.

Zuvor gab es eine klare Ansage: "Ohne einen ordentlichen Aufschlag wird es von unserer Seite keine Zustimmung geben", sagte ein Londoner Aktionär des Rohstoffkonzerns Xstrata Ende vergangener Woche. Er reagierte damit auf die Fusionsverhandlungen des Unternehmens mit Glencore, dem weltweit größten Rohstoffhändler.

Einen Zusammenschluss unter Gleichen über einen Aktientausch hat Glencore offiziell vorgeschlagen. Vergangene Woche haben beide Unternehmen ihre Gespräche bestätigt. Medienberichten zufolge könnten sie bereits am morgigen Dienstag ihre Einigung verkünden, wenn Xstrata seine Jahreszahlen vorlegt.

Kommentare (1)

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Phil

06.02.2012, 09:40 Uhr

Mich fasziniert, dass sowohl Davis als auch Glasenberg Südafrikaner sind. Marius Klopper, CEO von BHPBilliton ist auch Südafrikaner, und auch Anglo America hat einige Südafrikaner im top management (eg Ian - Head of Group Finance). Obwohl Südafrikas Rolle als wichtiger Rohstoffexporter stetig schrumpft, halten seine Leute doch noch viele der internationalen Zügel in der Hand

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