Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.05.2015

17:23 Uhr

Übernahmeangebot

Patrizia Immobilien steht vor großem Wohnungsdeal

Patrizia Immobilien steht vor dem nächsten großen Wohnungsdeal: Das Unternehmen will für rund 900 Millionen Euro 14.000 Wohnungen in Deutschland übernehmen. Sie gehören derzeit einem skandinavischen Immobilienfonds.

Für rund 900 Millionen Euro werde Patrizia Immobilien etwa 14.000 Wohnungen in Deutschland übernehmen. dpa

Patrizia kauft Wohnungen

Für rund 900 Millionen Euro werde Patrizia Immobilien etwa 14.000 Wohnungen in Deutschland übernehmen.

FrankfurtDie Immobiliengesellschaft Patrizia hat den nächsten großen Wohnungsdeal besiegelt: Für rund 900 Millionen Euro inklusive Schulden kauft das Augsburger Unternehmen etwa 14.000 Wohnungen in Deutschland, die bislang einem skandinavischen Immobilienfonds gehörten.

Patrizia gab die Transaktion am Montag bekannt und bestätigte damit Reuters-Informationen aus Branchenkreisen. Die norwegischen und schwedischen Fondseigner hätten die zuletzt noch einmal angehobene Übernahmeofferte mehrheitlich angenommen. Einem Insider zufolge war bis auf die letzten Meter auch noch ein Bieter aus den USA im Rennen.

Patrizia sei mit ihrer europaweiten Aufstellung inzwischen in der Lage, auch abseits etablierter Wege attraktive Immobilieninvestments aufzuspüren, lobte Vorstandschef Wolfgang Egger die Transaktion. Gerade in Deutschland haben die Preise für große Wohnungsportfolios spürbar angezogen, das Angebot wird für Profi-Investoren knapp. Das gilt insbesondere für Großstädte und Ballungszentren.

Deutschlands größte Immobilienkonzerne

Platz 5: Adler Real Estate/Westgrund*

Anzahl der Wohneinheiten: 52.000

*bei erfolgreicher Übernahme

Quelle: Unternehmen, Stand: 30. September 2014

Platz 4: TAG Immobilien

Anzahl der Wohneinheiten: 74.318

LEG

Anzahl der Wohneinheiten: 97.487

Platz 2: Deutsche Wohnen/Conwert*

Anzahl der Wohneinheiten: 171.500

*bei erfolgreicher Übernahme

Platz 1: Deutsche Annington/Gagfah*

Anzahl der Wohneinheiten: 350.000

*nach dem Zusammenschluss der Unternehmen

Patrizia sicherte sich nun einen Bestand, von dem 13.500 Wohnungen in Deutschland liegen, der Rest in Schweden. Allein auf Berlin entfallen mehr als 5000 Wohnungen, hinzu kommen Einheiten in den Metropolregionen München, Stuttgart, Frankfurt, Köln, Düsseldorf und Hamburg. Der Leerstand liegt nach Konzernangaben unter vier Prozent, im Branchenvergleich ein guter Wert.

In den vergangenen Jahren hatte Patrizia bereits die Wohnungsbestände von LBBW und BayernLB aufgekauft. Damals verbündete sich die Immobiliengesellschaft im Vorfeld mit finanzstarken Co-Investoren wie Pensionskassen und Versicherern. Dieses Mal war es anders: Patrizia stemmte den Deal zunächst allein, will sich aber in einem zweiten Schritt Partner an Bord holen, um die Wohnungen weiterzuverwerten - erneut über Fondskonstrukte oder Einzelverkäufe.

Als Co-Investor haben die Augsburger bereits eine große Sparkasse in Baden-Württemberg gewonnen, wie der Insider berichtete. Die Immobilienbestände auf der eigenen Bilanz hat Patrizia über die Jahre deutlich reduziert, um mehr finanzielle Schlagkraft zu haben. Mit Co-Investoren schont die Gesellschaft das Eigenkapital.

Bei der jüngsten Transaktion lieferte sich Patrizia offenbar ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit einem US-Bieter. Jedenfalls gab die Immobilienfirma seit Anfang Mai gleich zweimal bekannt, ihre Offerte im Zuge eines Bieterverfahrens in Skandinavien zu erhöhen. Das hatte die Patrizia-Aktie zeitweise unter Druck gebracht. Am Montag konnte das Papier vorübergehend zulegen, gab die Gewinne bis zum Nachmittag aber wieder ab.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×