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03.01.2007

09:59 Uhr

Übernahmeangebot von Macquarie

Nur Hedge-Fonds wittern bei Techem Gewinne

Hedge-Fonds dürften inzwischen deutlich mehr als 25 Prozent am Energiedienstleister Techem halten, lautet die einhellige Meinung in Finanzkreisen. Nach Einschätzung der Banker hat die Mehrheit der „normalen“ institutionellen Anleger ihre Anteile zu Kursen oberhalb von 55 Euro „längst brav verkauft“. Diesen Preis hatte das Übernahmeangebot der australischen Finanzgruppe Macquarie am 11. Dezember vergangenen Jahres erreicht.

wb ESCHBORN. Zu diesem Zeitpunkt erwarben die Australier, die bereits gut 19 Prozent an Techem hielten, über die Börse weitere acht Prozent der Techem-Aktien zum Kurs von 55 Euro. Ihr bis dahin gültiges Angebot von 44 Euro je Aktie, das sie bereits am 23. Oktober 2006 angekündigt hatten, war durch den teureren Zukauf automatisch gestiegen.

Damit war auch die Konkurrenz-Offerte von 52 Euro je Aktie überboten, die die britische Investorengruppe BC Partners als Techems Weißer Ritter am 22. November unterbreitet hatte. BC erklärte inzwischen, das Angebot nicht weiter aufstocken zu wollen. Danach hat Macquarie ebenfalls keinen Grund, noch einmal draufzusatteln. Der Kurs der Techem-Aktie, der während der letzten Börsentage um die 55,60 Euro pendelte und nur am gestrigen Dienstag – nach der Hedge-Fonds-Meldung – auf gut 56 Euro stieg, signalisierte, dass auch die Mehrheit der Börsenteilnehmer das Ende der Fahnenstange erreicht sah und der Übernahme hohe Wahrscheinlichkeit gab.

Lediglich für Hedge-Fonds und andere aggressive Spekulanten könnte es noch interessant sein, über die Blockade eines künftigen Beherrschungsvertrags oder eines Squeeze-outs den Preis der eigenen Stücke noch ein wenig in die Höhe zu treiben. Dass sie mit einer eventuellen gemeinsamen Sperrminorität die Übernahme selbst blockieren könnten, um den Preis hoch zu treiben, ist unwahrscheinlich – dann müssten sie den Zugewinn mit allen anderen Verkäufern der Techem-Aktie teilen.

Zwei Hedge-Fonds mit Anteilen von jeweils etwas mehr als fünf Prozent sind seit Mitte Dezember bekannt, als sie das Überschreiten der Fünf-Prozent-Anteilsschwelle bekannt geben mussten: Elliot Capital Advisors, New York, die bereits bei Wella lange mitgepokert hatten, und Sandell Asset Management, New York. Weitere Fonds mit kleineren Anteilen hätten sich bereits als Berater angedient, heißt es bei Techem. Der Techem-Vorstand trifft sich am Mittwoch mit einer Abordnung von Macquarie zu einem dritten Gespräch.

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