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13.07.2012

16:04 Uhr

Übernahmekampf

Immer mehr Interessenten für Rhön-Klinikum

Im Übernahmekampf um die Krankenhauskette Rhön-Klinikum werfen immer mehr Interessenten ihren Hut in den Ring. Neben den Konkurrenten Fresenius, Asklepios und Sana sei auch der Medizintechnikkonzern B. Braun beteiligt.

Der private Klinikbetreiber Rhön-Klinikum AG steht zum Verkauf. dpa

Der private Klinikbetreiber Rhön-Klinikum AG steht zum Verkauf.

FrankfurtDas Familienunternehmen B. Braun aus dem nordhessischen Melsungen sei schon seit einiger Zeit bei Rhön engagiert, sagten zwei Insider. B. Braun habe über Kaufoptionen Zugriff auf knapp fünf Prozent der Rhön-Aktien gehabt, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Gemeldet werden müssen solche Optionen erst, wenn ein Konzern die Schwelle von fünf Prozent überschreitet.

Die Rhön-Aktie drehte nach der Meldung ins Minus und notierte am Nachmittag knapp zwei Prozent tiefer bei 15,99 Euro. „Viele Hedgefonds, die bis zuletzt auf ein schnelles zweites Übernahmeangebot von Fresenius für Rhön gesetzt haben, werfen nun endgültig das Handtuch", sagte ein Investor. Man könne fast den Eindruck gewinnen, dass mittlerweile alle Firmen aus der Branche an Rhön beteiligt seien. „Es ist das komplette Chaos."

Ein Sprecher von B. Braun sagte, der Konzern äußere sich grundsätzlich nicht zu Aktienkäufen. B. Braun betreibt im Gegensatz zu Fresenius, Asklepios und Rhön selbst keine Kliniken, beliefert Krankenhäuser aber unter anderem mit Medizintechnik, chirurgischen Instrumenten und Infusionen. Das Unternehmen hatte bereits 2005 einen Vorstoß in den Klinikmarkt gewagt und als Minderheitsbieter mit Asklepios ein Angebot für das Uniklinikum in Gießen und Marburg vorgelegt. Den Zuschlag bekam damals allerdings Rhön-Klinikum.

Mit ihrem Einstieg bei Rhön wollen die Konkurrenten Insidern zufolge verhindern, dass Fresenius einen zweiten Anlauf zur Übernahme von Rhön-Klinikum nimmt. Nachdem Fresenius Ende Juni mit dem Versuch gescheitert war, mehr als 90 Prozent an Rhön-Klinikum zu übernehmen und damit volle Kontrolle über den Konzern zu haben, könnte sich Fresenius-Chef Ulf Schneider in einem zweiten Vorstoß mit einer einfachen Mehrheit von 50 Prozent plus einer Stimme zufrieden geben, sagten zwei mit Vorgang vertraute Personen.

Fresenius wollte sich zu den Informationen nicht äußern. Ein Sprecher des Dax-Konzerns sagte, das Unternehmen prüfe weiter seine Optionen bei Rhön-Klinikum und werde seine Entscheidung zu gegebener Zeit kommunizieren.

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