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09.01.2017

19:16 Uhr

Uhren und Autobatterien

Investoren sind skeptisch bei Swatch-Strategie

Eine innovative Batterie für Elektro-Autos soll Swatch helfen. Denn der Schweizer Uhrenhersteller leidet unter dem starken Franken und der Zurückhaltung in China. Doch Investoren glauben nicht an die neue Strategie.

Die angekündigten innovativen Batterien für Elektro-Autos lassen auf sich warten. Experten bezweifeln ohnehin die erwarteten Umsatzzahlen des Swatch-Vorstands. Reuters

Swatch-Chef Nick Hayek

Die angekündigten innovativen Batterien für Elektro-Autos lassen auf sich warten. Experten bezweifeln ohnehin die erwarteten Umsatzzahlen des Swatch-Vorstands.

ZürichNoch vor zwei Jahren waren die Luxusuhren der Swatch Group heiß begehrt. Der Konzern erzielte Rekordumsätze mit Nobelmarken wie Blancpain, Omega oder Glashütte, aber auch mit den günstigen Plastikuhren der Kernmarke Swatch. Doch inzwischen ist der Glanz etwas verblasst. Eine Absatzflaute hat dem Überschwang Platz gemacht und auch die versprochenen Milliarden-Umsätze mit einem neuen Produkt, einer innovativen Autobatterie, liegen in weiter Ferne. Angesichts der Halbierung des Aktienkurses leidet der Ruf von Konzernchef Nick Hayek bei den Anlegern. „Hayek hat einiges an Glaubwürdigkeit bei den Investoren eingebüßt, weil seine Vorhersagen nicht immer eingetroffen sind”, sagt etwa EFG-Fondsmanager Urs Beck: „Wenn er zehn sagt, können es auch fünf sein.”

Wie die ganze Schweizer Uhrenbranche leidet auch der Weltmarktführer unter dem starken Franken, ein weiterer Belastungsfaktor sind die Antikorruptionsbemühungen in China, wo teure Uhren als Bestechungsgeschenke aus der Mode gekommen sind. Zudem vergraulten Terroranschläge in Europa die kauffreudigen Touristen aus dem Nahen und Fernen Osten. Seit 17 Monaten befinden sich die Schweizer Uhrenexporte im Sinkflug.

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Swatch kämpft derzeitig mit starken Gewinneinbußen. Um dem entgegenzuwirken, wollte der Uhrenkonzern seine Produkte wieder an die Konkurrenz liefern. Die Schweizer Wettbewerbsbehörde Weko ist allerdings dagegen.

Andere Probleme bei Swatch sind hausgemacht: Der Konzern muss für seine Reaktion auf die Krise Kritik einstecken. „Die Strategie von Swatch entspricht nicht dem aktuellen Marktumfeld, das Produktionskürzungen erwarten ließe”, sagte Bernstein-Analyst Mario Ortelli. Während etwa der Genfer Konkurrent Richemont einen Stellenabbau angekündigt und die Führung ausgewechselt hat, will Swatch von tiefen Einschnitten nichts wissen. Ein Firmensprecher wollte sich nicht zur Kritik an der Strategie des Unternehmens äußern, erklärte aber, eine Reduktion der Produktionskapazität sei weder jetzt noch in Zukunft ein Thema.

Ob sich in der Krise die Strategie von Swatch oder von Richemont als richtig erweist, wird sich noch zeigen. „Eine der beiden Firmen scheint sich falsch zu verhalten”, sagte ein Fondsmanager.

Ein Fragezeichen setzen die Investoren auch hinter die Erfolgsaussichten der von Hayek vor rund einem Jahr in mehreren Zeitungsinterviews angekündigten Batterie zum Antrieb von Elektrofahrzeugen.

Elektromobilität gilt als attraktiver Wachstumsmarkt. Bis 2025 soll der Marktanteil von Elektroautos in Europa auf 20 bis 25 von derzeit unter einem Prozent steigen. „Ab 2020 dürfte die Kurve der Elektrofahrzeuge steil nach oben gehen”, glaubt auch Thiemo Lang von der auf nachhaltige Anlagen spezialisierten RobecoSAM in Zürich.

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