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10.01.2013

13:39 Uhr

Uhrenhersteller

Swatch will Konkurrenz in Schach halten

Der Export von Uhren aus der Schweiz – vor allem nach China – wird auch in diesem Jahr brummen. Swatch-Chef Nick Hayek rechnet damit, stärker zu wachsen als die Branche. Einige Marken profitieren besonders.

Eine Swatch-Filiale in Zürich. Reuters

Eine Swatch-Filiale in Zürich.

Der Schweizer Uhrenkonzern Swatch will trotz einer Konjunktureintrübung im vergangenen Jahr seinen Eroberungszug im chinesischen Markt fortsetzen. Einen Umsatzschub in dem riesigen Fernost-Markt erwartet Konzernchef Nick Hayek zunächst einmal vom chinesischen Neujahrsfest. "Ich erwarte ein zweistelliges Wachstum in Lokalwährungen zum chinesischen Neujahrsfest - und warum auch nicht für das ganze Jahr?", sagte Hayek am Donnerstag in einem Gespräch mit Reuters. Die jüngsten Konjunkturzahlen könnten ihm Recht geben: Im Dezember gewann die chinesische Wirtschaft wieder an Fahrt.

In vergangenen Jahr steigerte Swatch trotz der Euro-Schuldenkrise und der etwas langsameren Gangart in China den Umsatz um 14 Prozent. Mit Verkäufen von 8,14 Milliarden Franken (6,7 Milliarden Euro) überwanden die Schweizer zum ersten Mal die Acht-Milliarden-Marke - sie dürften dabei das Wachstum des Uhren- und Schmuckmarktes übertroffen haben, das Expertenschätzungen zufolge im letzten Jahr auf fünf Prozent von etwa 13 Prozent im Jahr 2011 einbrach.

Sieben Sicherheitstipps für Uhrensammler

Sicherheitsrisiko Kollegen

Auch wenn es Sammlern meistens schwerfällt: Am besten, man spricht so wenig wie möglich über seine Leidenschaft. Selbst absolut vertrauenswürdige Kollegen und Freunde können zum Sicherheitsrisiko werden, wenn sie unbedarft Informationen weitergeben.

Vorsicht bei vielen Menschen

Der Uhrenfreund sollte stets darauf achten, zu welchen Anlässen er welche Uhr trägt. Dort, wo er mit vielen Menschen zusammen ist, die er womöglich nicht einmal kennt, sollte er eher unauffällige Zeitmesser tragen.

Die Wohnung als Versteck?

Kein Versteck in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus ist sicher.

Tresore müssen schwer sein

Tresore erhöhen die Sicherheit nur dann, wenn sie eine entsprechende Stabilität und ein hohes Gewicht aufweisen.

Risikostreuung

Aus Gründen der Risikostreuung empfiehlt es sich, die Uhren auf mehrere Standorte zu verteilen.

Wohin mit den wertvollsten Stücken?

Die wertvollsten Stücke gehören in einen ausreichend versicherten Banksafe.

Was Sie niemals tun sollten

Vorsicht bei Verkaufsaktivitäten per Internet oder Anzeige in Fachzeitschriften. Niemals die Adresse oder die Festnetznummer angeben. Die Handynummer oder die E-Mail-Adresse reichen für den Erstkontakt aus.

(Quelle: Michael Brückner, "Uhren als Kapitalanlage")

Der Zuwachs sei Verkäufen "insbesondere auch außerhalb des Großraums China" zu verdanken gewesen. Aber auch da spielt China eine Rolle: Eine wachsende Zahl chinesischer Touristen kauft teure Uhren nach Einschätzung von Experten lieber im Ausland als zu Hause. In China selbst will Hayek stärker auf den breiten Markt mit den im Mittelpreissegment angesiedelten Marken Longines, Tissot und Swatch setzen. Diese wachsen nach seinen Worten weiterhin mit einem Rhythmus von rund 20 Prozent. "Von Omega an aufwärts wird es ein bisschen weniger dynamisch", sagte Hayek.

"China ist und bleibt ein Wachstumstreiber", fügte er hinzu. Aber auch in Amerika, Russland, im Mittleren Osten und auch in den europäischen Ländern laufe es sehr gut. Für den ganzen Konzern peilt Hayek 2013 ein Umsatzwachstum an, das über den fünf bis sieben Prozent liegen sollte, das für die gesamte Schweizer Uhrenbranche prognostiziert wird. Möglicherweise werde es wieder ein zweistelliger Wert.

Verbraucherumfrage: Weshalb schrecken Sie vor dem bewussten Kauf von Fälschungen zurück?

36 Prozent

Geringe Qualität

26 Prozent

Gesundheitsrisiken

24 Prozent

Kinderarbeit

22 Prozent

Unterstützung Krimineller

17 Prozent

Gefährdung deutscher Arbeitsplätze

Quelle 2

Repräsentative Verbraucherumfrage im Auftrag von Ernst & Young. Stand: Dezember 2012.

Der Gewinn des Jahres 2012, den der Konzern im Februar veröffentlichen will, werde höher ausfallen als die rund 1,28 Milliarden Franken des Jahres 2011, sagte Hayek. Das gelte trotz hoher Marketingkosten wegen der Olympischen Spiele in London. In Zukunft werde es aber schwieriger, im mittleren Uhrensegment die Preise zu erhöhen, um steigende Kosten und die Folgen des starken Schweizer Frankens aufzufangen. Das könne Druck auf die Gewinnmarge des ganzen Konzerns zur Folge haben, wenn sich der Absatz im Mittelpreissegment besser entwickle als im Luxus-Bereich, folgerte Citi-Analyst Thomas Chauvet.

Nach Ansicht von Kepler-Analyst Jon Cox hat das Jahr für den Konzern wohl ganz gut begonnen. Der Konzern scheine aber die Gewinnerwartungen für 2012 dämpfen zu wollen, erklärte Kepler-Analyst Cox. Von Reuters befragte Analysten hatten den Umsatz auf 8,05 Milliarden Franken veranschlagt. Sie rechnen mit einem Gewinn von etwa 1,5 Milliarden Franken.

An der Börse verlor die Aktie nach Gewinnmitnahmen 2,3 Prozent auf 488,50 Franken. Langjährige Aktionäre, zu denen nicht zuletzt die Hayek-Familie selbst zählt, können trotzdem zufrieden sein. Der Titel legte im letzten Jahr um mehr als 30 Prozent zu. In den letzten vier Jahren hat sich der Kurs etwa vervierfacht.

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Von

rtr

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