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18.11.2013

08:58 Uhr

Uhrenindustrie

Schweizer schauen gelassen auf Smartwatches

Die Meinungen sind gespalten: Viele Schweizer Uhrenhersteller sehen schlaue Uhren wie die Galaxy Gear von Samsung nicht als Bedrohung. Doch Beobachter warnen vor einer Unterschätzung der Minicomputer am Handgelenk.

Die Computeruhr Samsung Galaxy Gear wurde vor wenigen Monaten vorgestellt. ap

Die Computeruhr Samsung Galaxy Gear wurde vor wenigen Monaten vorgestellt.

ZürichIn den 1970er Jahren stand die Schweizer Uhrenindustrie kurz vor dem Aus. Damals unterschätzte sie die Bedeutung von Quarz-Uhren. Auch wenn sich die Branche erholt hat und floriert, steht sie dieser Tage vor einer neuen Technologie-Herausforderung. Es geht dabei um die so genannten Smartwatches, wie etwa die 299 Dollar teure Galaxy Gear von Samsung.

So wie Quarz vor vier Jahrzehnten wird auch den neuen Zeitmessern mit Schulterzucken begegnet. Laut einer Umfrage von Deloitte sagen etwa zwei Drittel der Manager in der Schweizer Uhrenindustrie, dass Smartwatches derzeit keine Bedrohung für die Branche darstellen.

„Ich bin mir nicht so sicher, dass das große Folgen für klassische Uhren mit sich bringen wird“, sagt Milliardär Johann Rupert, der den Schweizer Luxusriesen Richemont kontrolliert. Dieser verkauft Uhren von 13 Marken, etwa Cartier und Vacheron Constantin. Die Branche sollte sich für die Ankunft der Smartwatches rüsten, meint hingegen Adrian Hofer, ein Partner bei Boston Consulting Group in Zürich.

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Der Marktforscher Strategy Analytics prognostiziert, dass in diesem Jahr weltweit rund eine Million Smartwatches verkauft werden und es im kommenden Jahr bereits 7 Millionen seien dürften. Kollegen von Sanford C. Bernstein rechnen damit, dass Apple Inc. mit dem Verkauf einer iWatch im ersten Jahr nach der Vorstellung eines solches Produktes zwischen 2,3 Milliarden Dollar und 5,7 Milliarden Dollar an Umsatz erzielen könnte.

Schweizer Uhrenhersteller „sollten nicht zu schnell sagen, dass dies ein Trend ist, der sie nicht betrifft“, sagt Hofer. „Etwas Bescheidenheit wäre angebracht.“

Als batteriebetriebene Quarz-Uhren in den 1970er Jahren auf der Bildfläche erschienen, zeigten viele Verbraucher den älteren mechanischen Uhren die kalte Schulter. Die heutigen hochpreisigen Uhren aus der Schweiz sind auf einem so niedrigen Technologieniveau, dass sie vom praktischen Standpunkt aus betrachtet nicht mehr existieren sollten.

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