Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.05.2014

11:23 Uhr

Ukraine-Krise

Rubel-Schwäche schmälert deutsche Firmenbilanzen

Der Kurs des Rubel ist ein Fünftel niedriger als vor einem Jahr – Importe aus Deutschland werden also deutlich teurer. Bremst der Ukrainekonflikt die Erholung der deutschen Wirtschaft aus?

Russischer Rubel: Der IWF stellte unlängst eine düstere Prognose auf und warnte vor einer Rezession im größten Land der Welt. dpa

Russischer Rubel: Der IWF stellte unlängst eine düstere Prognose auf und warnte vor einer Rezession im größten Land der Welt.

FrankfurtDie deutsche Wirtschaft ist in bester Stimmung – selbst die Krise in der Ukraine kann die Zuversicht der Unternehmen bisher nicht bremsen. Exportorientierte Firmen spüren allerdings zunehmend die Schwäche der russischen Währung, sie ging schon vor dem Konflikt auf Talfahrt. Um ein Fünftel ist der Wert des Rubels zum Euro im Vergleich zum ersten Quartal 2013 gefallen. Die Folge: Produkte „made in Germany“ werden in Russland merklich teurer.

„Viele Exporteure sehen bereits deutliche Bremsspuren in ihrem Russlandgeschäft“, sagt DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. „Auch wenn sich der Ukraine-Konflikt nicht weiter verschärft, rechnen wir mit rund 10 Prozent Minus im Gesamtjahr – das sind mehr als 3 Milliarden Euro.“

Dem Statistischen Bundesamt zufolge gibt es seit einem Jahr durchweg monatliche Rückgänge bei den deutschen Ausfuhren nach Moskau. Die russische Wirtschaft schwächelt seit einiger Zeit. Im ersten Quartal 2014 schrumpfte sie laut Internationalem Währungsfonds (IWF) sogar um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal – auch ohne harte Wirtschaftssanktionen. Das macht sich bemerkbar.

Für den Konsumgüterhersteller Henkel ist Russland mit einem anteiligen Umsatz von gut einer Milliarde Euro der viertgrößte Markt. Die Rubel-Schwäche bremste die Erlössteigerung im ersten Quartal. In der Ukraine – bislang einer der wichtigsten Wachstumsmärkte des Unternehmens – verkaufte der Dax-Konzern sogar weniger.

Hauptversammlung: Fußball-WM soll Adidas helfen

Hauptversammlung

Fußball-WM soll Adidas helfen

Umsatz gesunken, Aktionäre unzufrieden: Adidas-Chef Herbert Hainer muss auf der Hauptversammlung viel Kritik einstecken. Dabei verspricht die WM neue Rekordumsätze. Wäre da nur nicht der starke Euro.

Der Sportartikel-Riese Adidas bekommt den Verfall der russischen Währung ebenfalls zu spüren. Der Umsatz ging auch deswegen im ersten Quartal zurück. Das Land gehört zu Adidas' bedeutendsten Märkten.

Der Arzneimittel-Hersteller Stada startete zwar mit einem Umsatzplus ins Jahr. In Russland – Stadas zweitgrößtem Markt – sanken die Erlöse aber um 13 Prozent. In Euro gerechnet hätte es dagegen ein Plus von 4 Prozent gegeben.

Den Geldautomaten- und Kassensystem-Anbieter Wincor Nixdorf trifft es derweil gleich doppelt. Die Paderborner leiden einerseits unter der Rubel-Schwäche, außerdem verschoben wegen der politischen Unsicherheit schon einige Kunden ihre Investitionen.

Der Handelskonzern Metro wiederum legt den geplanten Teil-Börsengang des Russlandgeschäfts von Cash & Carry vorläufig auf Eis. Zugleich betonen die Düsseldorfer allerdings, dass sich das Geschäft in dem Land weiter positiv entwickle.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×