Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.02.2015

10:34 Uhr

Umfrage

Wer bei Preis-Leistung die Nase vorn hat

VonSola Hülsewig

ExklusivDas Meinungsforschungsinstitut Yougov hat Verbraucher danach befragt, welche Marke ihrer Meinung nach für das beste Preis-Leistungs-Verhältnis steht. Von Getränken über Banken bis zu Mobilitäts-Anbietern - das sind die Sieger.

Die Fluggesellschaft hat trotz roter Zahlen im vergangenen Jahr kräftig in die Ausstattung ihrer Maschinen investiert. dpa

Air Berlin

Die Fluggesellschaft hat trotz roter Zahlen im vergangenen Jahr kräftig in die Ausstattung ihrer Maschinen investiert.

DüsseldorfWelche Marke steht für das beste Preis-Leistungs-Verhältnis? Danach hat das Kölner Meinungsforschungsinstitut Yougov Verbraucher gefragt. 27 Marken standen im Bereich Mobilität zur Auswahl – von der Deutschen Bahn, über die Marken S-Bahn und ICE, bis zum Autoverleiher Sixt. Doch sie alle hatten keine Chance gegen die Fluggesellschaften.

Der Yougov-Brand-Index gibt auf einer Skala von minus 100 bis plus 100 an, wie Verbraucher eine Marke beurteilen. Mit plus 19,5 Punkten bietet Air Berlin den Befragten zufolge das beste Preis-Leistungs-Verhältnis in der Kategorie Mobilität.

Air Berlin – schneller Aufstieg, jahrelange Turbulenzen

Die Anfänge

Vor 37 Jahren hob der erste Air-Berlin-Flieger ab. Alles begann mit alliierten Sonderrechten zur Landung im geteilten Berlin. Gegründet wurde Air Berlin als Chartergesellschaft durch den Ex-Pan-Am-Pilot Kim Lundgren. Der Erstflug ging am 28. April 1979 von Tegel nach Mallorca. Die Flotte umfasste zunächst zwei Maschinen. Nach der Wende wuchs Air Berlin zur Nummer Zwei am Himmel über Deutschland heran, doch inzwischen steckt die Fluglinie seit Jahren in der Krise.

1990er-Jahre

1991: Im April kauft der LTU-Manager Joachim Hunold die Mehrheit der Anteile. Es gibt kurz darauf 15 Flüge pro Tag. Air Berlin expandiert und stationiert zunehmend auch Flugzeuge auf Regionalflughäfen.

1998: Mit dem Mallorca Shuttle Einstieg ins Linienfluggeschäft.

2004-2007

2004: Einstieg bei der Fluggesellschaft Niki des früheren Rennfahrers Niki Lauda

2006: Börsengang und Kauf der Fluggesellschaft dba

2007: Kauf des Ferienfliegers LTU, damit auch Interkontinentalflüge

2008

2008: Air Berlin rutscht in die roten Zahlen, legt das erste Sparprogramm auf: Strecken fallen weg, Flugzeuge werden ausgemustert. Die Übernahme des Ferienfliegers Condor scheitert.

2010

Air Berlin kündigt für 2012 den Eintritt in das Luftfahrtbündnis Oneworld an.

2011

Hunold wirft das Handtuch, Hartmut Mehdorn übernimmt. Ein weiteres Sparprogramm soll das operative Ergebnis um 200 Millionen Euro verbessern. 18 der 170 Maschinen werden verkauft.

2012

Die arabische Staatsairline Etihad erhöht ihren Anteil von knapp 3 auf 29,2 Prozent und stützt die Airline mit einem 255-Millionen-Dollar-Kredit. Ein neues Sparprogramm beginnt. Der Verkauf des Vielfliegerprogramms an Großaktionär Etihad bringt nur vorübergehend wieder schwarze Zahlen.

2013

Wolfgang Prock-Schauer wird Vorstandschef und verschärft das von Mehdorn im Vorjahr aufgelegte neue Sparprogramm. Jeder zehnte Arbeitsplatz fällt weg, die Flotte schrumpft auf 142 Maschinen. 400 Millionen Euro sollen bis Ende 2014 eingespart werden.

2015

Im Februar löst Stefan Pichler den glücklosen Prock-Schauer ab. Air Berlin macht 447 Millionen Euro Verlust - so viel wie nie.

2016

Nach einem juristischen Tauziehen kann Air Berlin den größten Teil der wichtigen Gemeinschaftsflüge mit Etihad weiter anbieten. Die Zahlen bessern sich aber nicht. Im September kündigt Air Berlin eine Restrukturierung an und streicht bis zu 1200 Stellen. Die Lufthansa übernimmt per Leasing 40 Maschinen.

Dabei steckt das Unternehmen seit Jahren in der Krise. Nach der Deutschen Einheit hat sich Air Berlin zunächst zur zweitgrößten Fluggesellschaft am deutschen Himmel hochgearbeitet. Doch bereits 2008 rutschte die Airline in die roten Zahlen. Mit mehreren Sparprogrammen versucht sie, sich wieder frei und damit in die schwarzen Zahlen zu strampeln, was jedoch bisher nicht gelingt.

Maßgeblich am Versuch beteiligt, Air Berlin rentabel zu machen, ist die Staats-Airline Etihad aus Abu Dhabi, die als Anteilseignerin das Unternehmen mit einer ordentlichen Finanzspritze versorgt. Dennoch sind weitere Sparmaßnahmen unumgänglich – besonders, nachdem die immer weiter verzögerte Inbetriebnahme des neuen Hauptstadtflughafens BER den Plan zunächst vereitelt hat, hier ein modernes Drehkreuz für Air Berlin zu etablieren. Anfang März will der neue Air-Berlin-Chef Stefan Pichler erste Schritte nennen, um das Unternehmen zu retten.

Im Service jedenfalls scheinen sich die vielen Einsparungen nicht negativ niedergeschlagen zu haben. Schon Anfang 2014 wies der Yougov Brandindex die Airline in Bezug auf das Preis-Leistungs-Verhältnis als Sieger unter 15 bewerteten Fluggesellschaften aus.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×