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20.10.2014

16:02 Uhr

Umsatzplus im Rücken

Metro für Weihnachtsgeschäft zuversichtlich

Ein Umsatzplus, eine bestätigte Gewinnprognose und Umsatzzahlen die die Erwartungen erfüllen: Metro scheint voll im Soll. Nun blickt der Handelsriese optimistisch dem wichtigen Weihnachtsgeschäft entgegen.

Metro glaubt an ein gutes Geschäftsjahr. dpa

Metro glaubt an ein gutes Geschäftsjahr.

DüsseldorfDer Handelsriese Metro setzt angesichts anziehender Geschäfte bei seinem Sorgenkind Media-Saturn auf volle Kassen im wichtigen Weihnachtsgeschäft. Metro sehe sich gut gerüstet für die Wochen um die Feiertage und sei „optimistisch in das laufende Quartal gestartet“, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013/14 und im vierten Quartal hatte der Konzern, zu dem auch die Metro-Großmärkte, die Warenhauskette Kaufhof und die Real-Supermärkte gehören, den flächenbereinigten Umsatz steigern können. Die Gewinnprognose für das abgelaufene Geschäftsjahr dürfte Metro erreicht haben. An der Börse griffen die Anleger zu. Die Aktien notierten gegen Mittag mehr als 1,5 Prozent im Plus bei 24,35 Euro.

Insgesamt schrumpfte der Umsatz zwar im Geschäftsjahr 2013/14 leicht auf 63 (Vorjahr: 65,7) Milliarden Euro und im Schlussquartal auf 15,1 (15,5) Milliarden Euro. Allerdings hatte sich der Handelsriese von Beteiligungen wie etwa dem Geschäft der Supermarktkette Real in Osteuropa getrennt. Bereinigt um Verkäufe und Wechselkurseffekte stiegen die Erlöse um 1,3 Prozent, im vierten Quartal waren es sogar 1,8 Prozent.

Metro-Chef Olaf Koch konnte damit die Markterwartungen erfüllen: Experten hatten für das vierte Quartal Erlöse von 15,157 Milliarden Euro und für das Gesamtjahr von rund 63 Milliarden Euro prognostiziert. Bernstein-Analysten hoben positiv hervor, dass erstmals seit vielen Quartalen alle Geschäftsbereiche flächenbereinigt ein Umsatzwachstum ausweisen konnten.

Größte Einzelhändler weltweit (Umsatz 2012)

Platz 10

Best Buy (USA)

Die US-Amerikaner aus Richfield, Minnesota, sind einer der führenden Anbieter für Unterhaltungselektronik. Der Umsatz im Jahr 2012 betrug 50,7 Milliarden Dollar.

Platz 9

Walgreens (USA)

Mit rund 7.000 Filialen in den USA und Puerto Rico, von denen ein Drittel 24 Stunden am Tag geöffnet sind, schafft es Walgreens unter die zehn größten Einzelhändler. Am Hauptsitz in Deerfield, Illinois, konnte man sich 2012 über einen Umsatz von 71,6 Milliarden Dollar freuen.

Platz 8

Home Depot (USA)

Die Amerikaner bezeichnen sich selbst als größte Baumarktkette der Welt. Was den Umsatz angeht, haben sie recht. Mit rund 74,8 Milliarden Dollar kann keine andere Baumarktkette mitthalten.

Platz 7

Tesco (Großbritannien)

Die blau-weiße Handelskette aus Cheshunt gehört schon seit Jahren zu den größten Supermarktkonzernen. Weltweit beschäftigen die Briten 520.000 Mitarbeiter und machten 2012 einen Umsatz in Höhe von 83,5 Milliarden Dollar. Das US-Geschäft mit 5.000 Beschäftigen will Tesco abstoßen.

Platz 6

Metro (Deutschland)

Der deutsche Handelsriese aus Düsseldorf ist der drittgrößte Einzelhändler Europas. International erreicht der Dax-Konzern mit einem Umsatz von 87,8 Milliarden Dollar im Jahr 2012 ebenfalls einen Spitzenplatz, auch wenn das Unternehmen mit Schwierigkeiten kämpft.

Platz 5

Kroger

Was als kleiner Lebensmittelladen in Cincinnati begann, ist mittlerweile einer der größten Supermarktketten der Welt. Im Jahr 2012 setzte der Lebensmittelhändler 96,8 Milliarden Dollar um.

Platz 4

Costco Wholesale (USA)

Die 500 Cash&Carry-Märkte der US-Großhandelskette sind in den USA weit verbreitet. Der Hauptsitz liegt in der Kleinstadt Issaquah bei Seattle im Bundesstaat Washington. Mit 99,1 Milliarden Dollar fiel der Umsatz auch 2012 gigantisch aus.

Platz 3

Carrefour (Frankreich)

Kein europäischer Einzelhändler ist größer als Carrefour. Mit fast 500.000 Mitarbeitern weltweit machten die Franzosen im Jahr 2011 einen Umsatz von 104 Milliarden Dollar.

Platz 2

CVS Caremark (USA)

In der Kleinstadt Woonsocket im US-Bundesstaat Rhode Island ist die drittgrößte Handelskette der Welt beheimatet. Der Drogerie- und Pharmahändler setzten im Jahr 2012 rund 123 Milliarden Dollar um.

Platz 1

Walmart (USA)

Unangefochten an der Spitze bleibt der Handelsgigant aus Bentonville, Arkansas. Gigantische 443,85 Milliarden Dollar setzte der Konzern 2012 um - bei einem Gewinn von 15,7 Milliarden Dollar. Weltweit beschäftigt der Konzern mehr als zwei Millionen Mitarbeiter.

Quelle: Eigene Recherche.

Koch arbeitet am Umbau des Düsseldorfer Handelsriesen. Er will den Umsatz ankurbeln und Europas größte Elektronikhandelskette Media-Saturn wieder auf Kurs bringen. Diese kämpft mit der Konkurrenz durch Online-Händler wie Amazon und wird durch einen Streit mit Minderheitseigner Erich Kellerhals belastet. Doch nun sieht Koch Zeichen der Hoffnung: Media-Saturn habe im vierten Quartal eine „deutliche Trendverbesserung“ erzielt - flächenbereinigt legte der Umsatz um 1,8 Prozent zu. Und dies gelte sowohl für den umkämpften deutschen Heimatmarkt als auch das Auslandsgeschäft. Auch der Verkauf über das Internet entwickele sich positiv.

Doch neben Media-Saturn hat Koch noch weitere Großbaustellen vor der Brust. Pläne für einen Börsengang des Großmarktgeschäfts in Russland hatte er angesichts des Ukraine-Konflikts auf Eis gelegt. Zumindest die Umsätze der Märkte in Russland hätten sich trotz der Krise im Quartal positiv entwickelt, teilte Metro nun mit. Ob Metro auch in Zukunft an Kaufhof festhält, hatte Koch zuletzt infrage gestellt.

Die Spekulationen um die Warenhauskette hatten wegen des Eignerwechsels beim mit Umsatzrückgängen und Verlusten kämpfenden Wettbewerber Karstadt neue Nahrung erhalten. Dort hat nun der Immobilieninvestor Rene Benko das Sagen, der bereits in der Vergangenheit auch Kaufhof ins Visier genommen hatte. Die Geschäfte der Warenhaustochter bereiten Koch indes keine Probleme - Kaufhof konnte den Umsatz ebenfalls flächenbereinigt steigern. Seine Gewinnprognose für das abgelaufene Geschäftsjahr bekräftigte der Metro-Chef. Über die genauen Gewinnzahlen für das Jahr will er nun am 16. Dezember berichten.

Der Konzern bestätigte seine Prognose für das bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) und erwartet weiter einen leichten Zuwachs auf 1,75 Milliarden Euro.

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