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16.07.2015

09:42 Uhr

Umsatzsprung bei der Pasta-Kette

Vapianos Wachstum hat seinen Preis

Vapiano wächst seit Jahren stürmisch. Doch jetzt kämpft die Pastahaus-Kette mit Gegenwind. Berichte über Betrug an Mitarbeitern und Ärger über lange Wartezeiten bedrohen das Image. Die Führungsspitze hält dagegen.

Die Restaurantkette Vapiano ist in den vergangenen Jahren stürmisch gewachsen. dpa

Erfolg mit Pasta

Die Restaurantkette Vapiano ist in den vergangenen Jahren stürmisch gewachsen.

BonnWachstumsschmerzen bei Vapiano: Die Pastahaus-Kette aus Bonn hat in wenig mehr als einem Jahrzehnt den Sprung in die Spitzengruppe der deutschen Systemgastronomie geschafft. Allein im ersten Halbjahr 2015 stiegen die Umsätze dem Unternehmen zufolge hierzulande um 15 Prozent. Doch zurzeit häufen sich die Negativschlagzeilen über das Unternehmen. Wie bei manchen Jugendlichen scheint das schnelle Wachstum auch bei Vapiano unerwünschte Nebenwirkungen zu verursachen.

Die „Welt am Sonntag“ berichtete kürzlich, dass in einigen Vapiano-Restaurants die Arbeitszeitaufzeichnungen der Mitarbeiter manipuliert worden sein sollen, um die Lohnkosten zu drücken. Gleichzeitig beschweren sich selbst begeisterte Vapiano-Kunden immer öfter über das mitunter lange Schlangestehen an den Kochstationen, wo die Nudelgerichte vor den Augen der Kunden frisch zubereitet werden. Ein Stern-Kolumnist bezeichnete Vapiano deswegen gar als „Pastavorhölle“.

Vapiano-Chef Gregor Gerlach: „Unsere Fans stehen gerne an“

Vapiano-Chef Gregor Gerlach

„Unsere Fans stehen gerne an“

Gregor Gerlach leitet die Italo-Restaurantkette Vapiano. Im Interview kündigt er rohe Pizza zum Backen für zu Hause, eine App zum Bezahlen und Bestellen sowie kürzere Schlangen in den Lokalen an.

Das alles ist nicht gut fürs Image und so bemüht sich die Unternehmensspitze inzwischen mit einigem Aufwand gegenzusteuern.

Beispiel: Lohndrückereien. Hier hat Vapiano die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PWC) mit der Aufklärung der Vorfälle beauftragt. Vapiano-Chef Gregor Gerlach beteuert im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur, das Unternehmen werde solche Praktiken nicht dulden. „Für mich würde da schon ein Stück weit kriminelle Energie dazu gehören, so etwas unter Umgehung unserer Vorschriften und unserer Kontrollen zu tun“, meint der Manager.

Gerlachs designierter Nachfolger Jochen Halfmann, der ab September die Geschicke des Unternehmens leiten wird, ergänzt, er gehe davon aus, dass innerhalb der nächsten vier Wochen Klarheit darüber bestehe, „ob es weitere Fälle gibt“.

Ob die Einschaltung der Wirtschaftsprüfer allerdings wirklich der Königsweg ist, um künftig die Arbeitnehmerrechte im Unternehmen besser zu schützen, ist durchaus umstritten. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hielte es für nachhaltiger, wenn es in dem Unternehmen mehr Betriebsräte gebe. Der stellvertretende NGG-Vorsitzende Burkhard Siebert betonte: „Mit Betriebsrat ist Arbeitszeitbetrug ungleich schwerer“. Bislang ist die NGG bei Vapiano praktisch nicht vertreten.

Kommentare (1)

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16.07.2015, 11:48 Uhr

Unsere Kunden stehen gerne an... ? Achso?
Ich war in meinem Leben 2-3x in dem Laden hier in HH; ist nichts was mich dort hinziehen sollte.
Ist wie in der Schulspeisung...ich finde es auch nicht lustig wenn die Warteschlange 15cm hinter meinem Rücken steht und geduldig auf das "Abendmahl" wartet..

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