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05.11.2015

11:32 Uhr

Umsatzsprung für Konzernchef Hainer

Adidas-Kunden sind die Skandale egal

Adidas verdient wieder prächtig – trotz der vielen Negativ-Schlagzeilen. Die Käufer scheinen sich nicht für die engen Bande zu Fifa und DFB zu interessieren. Die Börse feiert bereits die Wiederauferstehung der Marke.

Noch schaden die Skandale um Fifa und DFB den Adidas-Verkäufen nicht. Reuters

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Noch schaden die Skandale um Fifa und DFB den Adidas-Verkäufen nicht.

MünchenSchwarze Kassen, korrupte Funktionäre, viele ungelöste Fragen: Der Weltfußballverband Fifa und sein deutsches Pendant, der DFB, versinken im Chaos. Stets mittendrin: Der Sportkonzern Adidas als jahrzehntelanger Geldgeber der beiden mächtigen Organisationen. Das brachte der Marke mit den drei Streifen in den vergangenen Wochen viele kritische Kommentare und eine Flut an Negativ-Schlagzeilen ein.

Den Kunden in den Sportläden allerdings ist die Aufregung um die unselige Allianz von Adidas mit dem organisierten Fußball offenbar völlig wurscht. Sie kaufen bei dem Label ein wie schon lange nicht mehr. Der Umsatz der Marke aus Herzogenaurach ist im dritten Quartal um fast ein Fünftel auf knapp 4,8 Milliarden Euro in die Höhe geschossen.

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In seinem „Neo Magazin Royal“ keilt Jan Böhmermann gerne gegen Politiker und Wirtschaftsgrößen. Nun nimmt der Satiriker Adidas-Chef Herbert Hainer wegen der WM 2006 ins Visier – und schießt weit übers Ziel hinaus.

Währungsschwankungen haben den Franken dabei in die Hände gespielt. Doch auch zu konstanten Wechselkursen wäre der Umsatz noch um 14 Prozent geklettert, teilte Adidas am Donnerstag mit. Unterm Strich blieben 311 Millionen Euro übrig, rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr. „Die Konsumenten unterscheiden zwischen uns und dem, was bei der Fifa vor sich geht“, unterstrich Adidas-Chef Herbert Hainer in einer Telefonkonferenz an Morgen.

Damit nicht genug der ermutigenden Nachrichten: Hainer rechnet fest damit, dass der gute Lauf anhält. Daher erhöhte der Konzernlenker die Prognose für das laufende Jahr und verspricht ein weiteres kräftiges Plus für 2016.

Für die Investoren ist das Grund genug, kräftig zuzulangen. In Frankfurt setzten sich die Adidas-Aktien mit einem Plus von rund vier Prozent an die Spitze des Dax. Analysten zeigten sich zufrieden: Die Zahlen für das dritte Quartal seien sehr stark, heißt es einem Kommentar der Baader Bank. DZ-Bank-Analyst Herbert Sturm riet zu Gewinnmitnahmen. Die erhöhte Ergebniserwartung sei bereits vollständig in den Markterwartungen reflektiert.

Größte Sportartikelhersteller der Welt (Umsatz 2014)

9. Platz: Billabong (Australien)

0,8 Milliarden Euro

8. Platz: Columbia Sportswear (USA)

1,9 Milliarden Euro

7. Platz: Asics (Japan)

2,33 Milliarden Euro

6. Platz: Under Armour (USA)

2,79 Milliarden Euro

5. Platz: Puma (Deutschland)

2,97 Milliarden Euro

4. Platz: New Balance (USA)

2,98 Milliarden Euro

3. Platz: VF Corp. (USA)

11,12 Milliarden Euro

2. Platz: Adidas (Deutschland)

14,53 Milliarden Euro

1. Platz: Nike (USA)

25,14 Milliarden Euro

Quelle

Seit Jahresbeginn haben Adidas-Papiere mehr als 40 Prozent an Wert zugelegt, der Dax kommt im selben Zeitraum auf ein Plus von 10,6 Prozent. Allerdings hat Adidas auch einiges aufzuholen: Vergangenes Jahr gehörte der Wert zu den größten Verlieren im Dax.

Was den Anlegern besonders gefallen dürfte: Adidas ist derzeit deutlich dynamischer unterwegs als Weltmarktführer Nike. Dessen Einnahmen sind im jüngsten Quartal lediglich um fünf Prozent geklettert. Doch in absoluten Zahlen zeigt sich, wie sehr die Marke von der amerikanischen Westküste die Sportindustrie nach wie vor dominiert. So kam Nike im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahrs, also zum 31. August, auf Erlöse von rund 8,4 Milliarden Dollar, umgerechnet 7,7 Milliarden Euro. Damit erzielte der Branchenprimus rund drei Milliarden Euro mehr Umsatz als Adidas. Die Differenz entspricht in etwa den jährlichen Einnahmen von Puma, der Nummer drei der Branche.

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