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05.08.2015

16:58 Uhr

Umsatzsprung im „fairen Handel“

Faire Produkte knacken die Milliardengrenze

Ob Bananen, Blumen oder vor allem Kaffee – Produkte mit dem Siegel des fairen Handels gibt es immer häufiger auch beim Discounter. Der Umsatz wächst erneut. Vorreiter sind die Deutschen aber nicht.

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Fair-Trade kommt gut an: Deutsche greifen tief in die Tasche gegen Armutsbekämpfung

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BerlinFür „fair gehandelte“ Produkte haben Kunden in Deutschland im vergangenen Jahr abermals deutlich mehr Geld ausgegeben. Für gut eine Milliarde Euro kauften sie Waren, deren Anbieter besonderen Wert auf gerechte Löhne und bessere Arbeitsbedingungen in den Herkunftsländern legen. Das waren 31 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Forum Fairer Handel am Mittwoch in Berlin mitteilte.

Getrieben wird das Wachstum vor allem durch Angebote der Supermärkte und Discounter. Der Umsatz von Weltläden und Aktionsgruppen wuchs nur um fünf Prozent auf 72,5 Millionen Euro. Waren mit dem „Fairtrade“-Siegel, die die großen Handelsketten zunehmend in die Regale nehmen, liegen dagegen schon bei 797 Millionen Euro (plus 22 Prozent).

Gemessen an den Gesamtausgaben der Bundesbürger, die Marktforscher für 2014 allein bei Lebensmitteln auf 250 Milliarden Euro beziffern, bleiben Fairtrade-Angebote aber ein Nischensegment. „Mit 13 Euro Pro-Kopf-Ausgaben für fair gehandelte Produkte hängt Deutschland der Schweiz und Großbritannien noch deutlich hinterher“, sagte der Geschäftsführer des Branchenvereins, Manuel Blendin.

Für die Summe sind momentan etwa zwei Pfund fair gehandelten Kaffees erhältlich – dieser ist mit 38 Prozent vom Umsatz weiterhin die wichtigste Produktkategorie. Auch Waren wie Kunsthandwerk und Blumen tragen entsprechende Siegel. Die Schweizer geben 57 Euro pro Kopf für fair gehandelte Produkte aus, Briten 33 Euro, Franzosen dagegen nur 8 Euro und Spanier 1 Euro.

Nicht nur beim Umsatz gebe es Luft nach oben, hob das Forum hervor. Die Bundesregierung müsse menschenrechtliche, soziale und ökologische Regeln für deutsche Unternehmen festlegen. Bislang sei es kaum möglich, Unternehmen für Menschenrechtsverstöße oder Umweltschäden im Ausland zur Rechenschaft zu ziehen.

Von

dpa

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