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05.02.2015

13:03 Uhr

Umstrittene Arbeitnehmerverlagerung bei DHL

Mitarbeiter der Deutschen Post wechseln in Tochterfirma

Während Gewerkschaften und Personalvertreter von Druck sprechen, erklärt die Deutsche Post, die Mitarbeiter kämen freiwillig zur neuen Tochter: Die Post-Beschäftigten wechseln scharenweise – in schlechtere Verträge.

Für sie dürfte es einen großen Unterschied machen, in wessen Auftrag sie die DHL-Päckchen befördern: Bei der neuen Tochter DHL Delivery sehen die Mitarbeiterverträge laut Kritikern schlechter aus. ZB

Akkordarbeit in den Paketzentren Mecklenburg-Vorpommerns: DHL-Mitarbeiter leisten schwere körperliche Arbeit.

Für sie dürfte es einen großen Unterschied machen, in wessen Auftrag sie die DHL-Päckchen befördern: Bei der neuen Tochter DHL Delivery sehen die Mitarbeiterverträge laut Kritikern schlechter aus.

FrankfurtImmer mehr Paketboten der Deutschen Post DHL wechseln in die umstrittenen neuen Subunternehmen des Konzerns. „Binnen nicht einmal zwei Wochen haben mehr als 2000 bisher befristet beschäftigte Mitarbeiter unterschrieben“, sagte Uwe Brinks, der Betriebschef für Pakete und Briefe, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom Donnerstag. Bis Mitte des Jahres sollen demnach rund 6000 Beschäftigte in den Tochterunternehmen arbeiten.

Die Post will in den 49 Regionalgesellschaften unter dem Namen DHL Delivery GmbH bis zu 20.000 Arbeitsplätze für die Paketzustellung schaffen. Der Plan wird von Gewerkschaftsvertretern scharf kritisiert, weil in den Regionalfirmen nicht nach dem Haustarif, sondern nach den Tarifregelungen der Speditions- und Logistikbranche gezahlt werden soll. Heute beim Mutterkonzern befristet beschäftigte Mitarbeiter, deren Verträge bald auslaufen, sollen der Post zufolge bevorzugt in den neuen Gesellschaften eingestellt werden.

Brinks wehrte sich gegen den Vorwurf: „Wir sind doch keine Drückerkolonne“, sagte er der Zeitung. „Die Leute“ würden „mit den Füßen“ abstimmen und kämen, weil sie es wollten, und nicht weil sie dazu gezwungen würden.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und die Fachgewerkschaft der Post-Beschäftigten, die DPV, werfen dem Konzern vor, mit den neuen Sub-Gesellschaften bestehende Arbeitsplätze durch schlechter bezahlte Stellen ersetzen zu wollen. Die DPV sprach Ende Januar von „Lohndrückerei“ und nannte das Verhalten des Konzerns „schäbig“. Medienberichten zufolge soll bei den Vertragsunterzeichnungen teils Druck auf die Mitarbeiter ausgeübt worden sein, die neuen Bedingungen zu akzeptieren – oder sonst einen Jobverlust hinnehmen zu müssen.

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afp

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